
Katechet Franz Marpert (links) mit einer Gruppe von Firmlingen, die die Johannesschule in Stadtlohn besuchen.
Zeit nehmen für die "etwas andere" Katechese
Firmvorbereitung an einer Förderschule
Ahaus. Der langjährige Leiter der Johannesschule in Stadtlohn, einer Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen, kann es nicht lassen: Auch fünf Jahre nach seiner Pensionierung fühlt sich Franz Marpert für die Katechese der Schülerinnen und Schüler zuständig. "Firmvorbereitung braucht Menschen, die Zeit haben und Zeit verschenken, Personalkontakt anbieten und einfach mit Jugendlichen ein halbes Jahr mit religiöser Ausrichtung in Verantwortung leben", sagt Marpert. Für die Schüler mit Förderbedarf, die aus Stadtlohn, Gescher und anderen Orten der Kreise Borken und Coesfeld kommen, nimmt er sich diese Zeit, und das schon seit mehreren Jahrzehnten.
"Für die Firmvorbereitung brauche ich keine Vorbereitungsmappe. Die Katechese bedeutet, verkürzt ausgedrückt, nicht lesen und schreiben, sondern ein Unterwegssein, Gott suchen, Gott loben, um seinen Heiligen Geist bitten und ihm danken im Gebet", sagt Marpert, der während der Zeit der Katechese mit den Firmanden jede Woche unterwegs ist.
Mit dem schuleigenen Bus fährt er verschiedene Stätten an, die "religiös hoch geladen" sind, wie der Katechet sagt. In der St.-Martinus-Kirche in Nottuln etwa haben die Jugendlichen auf dem Boden gelegen, um das Grab der heiligen Gerburgis (Heriburg), der Schwester des heiligen Liudger, besser erkunden zu können. Am Grab von Schwester Euthymia auf dem Zentralfriedhof in Münster entdeckten die sieben Firmanden viele Schilder mit Dankesworten, die sie alle lasen.
Die Motive der 14 Kreuzweg-Stationen auf dem Waldfriedhof in Coesfeld-Stevede waren so ausdrucksstark, dass die Firmanden die Leidensgeschichte Jesu nacherzählen konnten. Zudem gab es ein Gespräch mit Bruder Maximilian im Kloster Gerleve, der von seinem Ordensalltag berichtete.
Familien einbinden
An den Sonntagen besuchte die Firmgruppe mit den Eltern, Geschwistern und Großeltern gemeinsam Gottesdienste in verschiedenen Orten. "Das Einbeziehen der ganzen Familie in die Mitverantwortung ist mir wichtig. Es geht um das Zusammensein mit den Jugendlichen, um sie in ihrer Suche nach Gott zu stärken", sagt Marpert.
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Text: Johannes Bernard | Foto: pd in
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23.05.2011
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