
Verbrannt, verkohlt, zerstört und doch erhaben: So erlebt der Besucher in der St.-Regina-Kirche in Drensteinfurt die mit Blattgold verzierte Pietà.
Eine Pietà mit Brandschaden wurde mit Blattgold verziert
Getragen im Leid
Drensteinfurt. Zu Beginn fällt dem Besucher ein den Altarraum erfüllendes, buntes Licht auf, wenn er die St.-Regina-Kirche in Drensteinfurt betritt. Dann, wenn er sich den Mittelgang gehend dem Altar nähert, wird seine Aufmerksamkeit auf eine Skulptur gelenkt, die in der Mitte des Altarraums, unmittelbar vor dem verdeckten Kreuz, aufgestellt worden ist: die Gottesmutter Maria, die den gekreuzigten Jesus in ihren Armen hält. Ungewöhnlich dunkel, verkohlt wirkt die Oberfläche der Skulptur. Im Gegensatz dazu strahlt dem Besucher an einigen Stellen der Statue ein glänzender Goldton entgegen.
Es handelt sich um ein Projekt mit dem Titel "Getragen im Leid", das von dem Künstler Stefan W. Knor ins Leben gerufen worden ist und bis Ostern in der Pfarrkirche St. Regina zu sehen ist. Eine im Jahr 1904 von Balthasar Schmitt geschaffene Pietà aus Lindenholz ist bei einem Brand in den 1980er Jahren in der Paulus-Kirche in München schwer beschädigt worden.
Bis ins Jahr 2009 stand diese Holzskulptur unbeachtet auf dem Dachboden der Kirche, bis Stefan W. Knor diese entdeckte. Der Künstler sah in der Statue mehr als ein zerstörtes Kunstwerk, und er holte sich die Genehmigung, diese zu bearbeiten.
Durch das Auftragen von Blattgold auf der Pietà ist durch die Kombination mit dem verkohlten und rußigen Zustand ein Spannungsfeld von Verfall und Erhabenheit entstanden. Das schimmernde Blattgold steht dabei für die Anwesenheit Gottes, der trotz Zerstörung und Tod auch im Leid allgegenwärtig ist.
Von dem Projekt "Getragen im Leid" erfahren hat Pfarrer Matthias Hembrock, der durch einen befreundeten Pfarrer aus dem Bistum Aachen darauf aufmerksam gemacht wurde. Während der Adventszeit 2010 fand das Projekt bereits in dem Dorf Birgden im Kreis Heinsberg statt.
Mit drei Frauen aus der Drensteinfurter Gemeinde machte sich Hembrock auf den Weg in das Dorf nahe Aachen, um die Pietà persönlich in Augenschein zu nehmen. Dort kamen sie auch ins Gespräch mit dem Künstler Stefan Knor. "Wir waren sofort alle begeistert", erinnert sich Hembrock. Und so begannen die Planungen.
Nachdem sicher war, dass die Pietà nach St. Regina kommen würde, wurde in der Gemeinde die Entscheidung getroffen, das Projekt mit der Fastenzeit zu verknüpfen. Der Schwerpunkt sollte darauf liegen, die Fastenzeit als "besondere Zeit" zu gestalten, sagt Hembrock. Dazu sollte das Kunstprojekt, welches aus drei Elementen besteht, dienen.
Die Pietà, die Lichter-Installation und die Verhüllung durch zahlreiche Tücher bilden zusammen das Kunstwerk. Die langen weißen Tücher, die hinter der Pietà von der Decke herabhängen und das Kreuz verdecken, haben gleichzeitig den Effekt, dass der Blick der Besucher noch mehr auf die Skulptur gelenkt wird.
Verhüllte Statuen
Generell spielt die Verhüllung eine wichtige Rolle in der Fastenzeit. So sind auch zusätzlich zu den Stoffbahnen hinter der Pietà sechs Statuen in der St.-Regina-Kirche vollständig bedeckt. Eine Ernüchterung des Raums wird herbeigeführt, Kargheit erschaffen. "Die Verhüllung bewirkt eine Profilierung der Fastenzeit mit optischen Mitteln", erklärt Hembrock.
Und um das Potenzial der Pietà-Installation voll auszuschöpfen, wurde gemeinsam mit dem Liturgieausschuss ein Programm mit Gottesdiensten, Andachten und Konzerten auf die Beine gestellt. Ob alt oder jung, alle Gemeindemitglieder sollen die Chance bekommen, von der Pietà in der Pfarrkirche zu profitieren und diese kennen zu lernen. Auch ökumenische Abendgebete wurden organisiert.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Text: Judith Wiesrecker | Foto: Judith Wiesrecker in
Kirche+Leben
21.04.2011
Marienmonat
Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.
Service für Sie
Spruch des Tages
Reden, Fragen, Antworten finden
Seelsorger/-innen
Heiligenlexikon in "kirchensite.de"
im
Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:
Kontakt
kirchensite-Redaktion:
redaktion
kirchensite.de
Lebenshilfe+Seelsorge:
Martin Weber
weber
kirchensite.de
Technik:
technik
dialogverlag.de













Newsticker für Ihr Web