
Mehr als 800 Mitglieder der Gemeinden St. Martinus St. Andreas nahmen an der Wallfahrt nach Münster teil, bei der Messe spendete Bischof Felix Genn den Schlusssegen.
Ahauser Gemeinden pilgerten zum Grab des seligen Kardinal von Galen
800 Gläubige aus zwei Dörfern füllen den Paulusdom
Ahaus. "Es macht mich stolz, dass so viele Gemeindemitglieder den Dom zu Münster füllen", sagt Dechant Gereon Beese zu Beginn der Pilgermesse einer außergewöhnlichen Gemeindewallfahrt. Mehr als 800 Mitglieder aus den ländlich geprägten Ahauser Gemeinden St. Martinus Wessum und St. Andreas Wüllen versammeln sich am Dienstag (22.03.2011) in der Kathedrale, die Kirchenchöre der Pfarreiengemeinschaft stimmen das Lied an "Dies ist der Tag des Herrn".
Das Seelsorgeteam und die Gemeindevertreter hatten zu dieser Wallfahrt eingeladen, die am 65. Todestag des seligen Kardinals Clemens August von Galen stattfand und zum Grab des Kardinals führte.
"Eigenständig bleiben – in Einheit mit dem Bischof"
Die zahlreichen Bannerabordnungen aus den beiden Orten und die große Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aller Altersgruppen zeigten, wie sehr die Gläubigen auch in schwierigen Zeiten zu ihrer Kirche und ihrer Pfarrgemeinde ständen, sagte Dechant Beese und machte auf das Anliegen der Wallfahrt aufmerksam: "Als lebendige Gemeinden wollen wir eigenständig bleiben. Wir zeigen mit unserer Wallfahrt gleichzeitig die Einheit mit unserem Bischof."
Die Pilgerfahrt verstand sich als eine Antwort auf den Strukturplan des Bistums, der eine Zusammenlegung mit der Ahauser Stadtgemeinde Mariä Himmelfahrt vorsieht. Diesen Vorschlag sehen die Gläubigen aus Wessum und Wüllen skeptisch. "Wir sind hier im Dom, weil uns an der Kirche und an unseren Gemeinden etwas liegt. Unsere Dorfkirchen besitzen eine 800-jährige Tradition. Wir sind hier, weil wir eine Heimat brauchen, eine Heimat im Glauben. Eine Pfarrgemeinde ist mehr als eine Verwaltungsstruktur", sagte Beese.
Am Grab des seligen Kardinal von Galen. |
Galen und der Schutz des Lebens
In der Predigt erinnerte der Gemeindepfarrer an die Heimatverbundenheit Kardinal von Galens und dessen Mut, die Wahrheit zu verkünden. Galen habe sich für den Schutz des Lebens eingesetzt. Heute gelte es, mit Mut das Leben zu verteidigen. "Die Reagenzglas-Medizin ermöglicht es, eine Auswahl zu treffen. Diese Auswahl darf es aber nicht geben. Gott allein ist der Schöpfer des Lebens. Gott liebt jeden Menschen so, wie er ist", sagte Beese mit Bezug auf die aktuelle Debatte um die Präimplantationsdiagnostik (PID).
Zum Schluss der Pilgermesse erteilte Bischof Felix Genn den Gläubigen den Segen. In einer kurzen Ansprache an die Gläubigen charakterisierte er Kardinal von Galen als "großen Wegweiser". Der Lebensschutz gelte von Anfang bis zum Ende. Genn verurteilte das Vorhaben der PID, eine Auswahl von Embryonen vornehmen zu können. "Das menschliche Leben ist eine Gabe und kein Resultat", sagte Genn.
Menschen zu Jesus führen und Solidarität zeigen
Der Bischof zeigte sich erfreut über die hohe Beteiligung an der Gemeindewallfahrt und erwähnte die Patrone der beiden Pfarrgemeinden in Wessum und Wüllen: Der Apostel Andreas habe Petrus zu Jesus geführt, der heilige Martin stehe für Solidarität und den Einsatz für die Armen. "Diese Patrone zeigen uns, welchen Auftrag Gemeinden haben."
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Text: Johannes Bernard | Fotos: Michael Bönte
23.03.2011
Hildegard von Bingen
Die Benediktinerin Hildegard von Bingen ist von Papst Benedikt XVI. zur Heiligen der Universalkirche erhoben worden.
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