
90 hauptamtliche Seelsorger und mehr als 170 Delegierte kamen zu der Kreisdekanatsversammlung in das Kevelaerer Priesterhaus.
19 pastorale Räume bis 2015 - Ausnahme in Emmerich
Kreisdekanatsversammlung in Kevelaer
Kreisdekanat Kleve. Nach den Planungen der Bistumsleitung werden bis 2015 im Kreisdekanat Kleve 19 pastorale Räume entstehen. Die pastoralen Räume seien weitgehend deckungsgleich mit den 16 Kommunen des Kreises wie beispielsweise Emmerich, Geldern, Goch und Kleve, sagte Regionalbischof Wilfried Theising im Rahmen einer Informationsveranstaltung am Dienstag (01.02.2011). Im Kevelaerer Priesterhaus erläuterten der Regionalbischof, Generalvikar Norbert Kleyboldt und Hans-Bernd Köppen, der Leiter der Hautabteilung Seelsorge-Personal, vor 90 hauptamtlichen Seelsorgern und mehr als 170 Delegierten der Kreisdekanatsversammlung den zukünftigen Personal- und Strukturplan.
Demnach wird es im Kreisdekanat nur wenige Veränderungen geben. Größere Städte bildeten eine Pfarrei, da hier Seelsorge in einer großen Einheit leichter möglich sei als in den ländlichen kleinräumig strukturierten Gebieten, sagte Theising. Formen wie Pfarreigemeinschaften und Seelsorgeeinheiten würden langfristig auslaufen, sagte Köppen. Nach den Worten des Personalchefs werden bis auf wenige Ausnahmen nur Pfarreien aus dem Strukturprozess hervorgehen.
Ausnahme in Emmerich
Zu einer der wenigen Ausnahmen wird es in Emmerich kommen. Dort wird eine Seelsorgeeinheit aus St. Christophorus (Emmerich-Innenstadt), St. Johannes d. Täufer (Vrasselt), St. Martinus (Elten), St. Vitus (Hochelten) und St. Georg (Hüthum) gebildet. In Kalkar wird die Innenstadt-Pfarrei Heilig Geist mit Grieth, St. Peter, Hönnepel, St. Regenfledis und Wissel, St. Clemens zusammengeführt. Auch in Rees entsteht ein neuer pastoraler Raum, in dem in die Pfarrei St. Irmgardis mit den Ortsteile Haldern, St. Georg und Millingen, St. Quirinus zusammenwächst.
Im Dekanat Geldern bleibt die Pfarrei St. Maria Magdalena unverändert bestehen. Nach den Planungen des Bistums gilt das auch für die Pfarreien Kerken, Straelen und Wachtendonk. Ein neuer pastoraler Raum entsteht durch die Zusammenführung von Rheurdt, St. Nikolaus und St. Hubertus sowie Tönisberg (Kempen) St. Antonius.
Selbstständigkeit trotz Kooperation
Im Dekanat Goch bleiben nach den Aussagen Köppens die Pfarrei St. Arnold Janssen und die Seelsorgeeinheit Gocher Land als pastorale Räume bestehen. Das gilt auch für die Kevelaerer Pfarrei St. Marien, an die die Wallfahrt angebunden ist. Ein neuer pastoraler Raum erwächst durch die Zusammenführung der Kevelaerer Pfarrei St. Antonius mit Twisteden, St. Quirinus, Wetten, St. Petrus, Winnekendonk, St. Urbanus und Kervenheim St. Antonius. Die Pfarreien Uedem, St. Franziskus und Weeze, St. Cyriakus bleiben zunächst selbstständig. Doch eine engere Kooperation sei nicht ausgeschlossen, sagte Köppen.
Im Dekanat Kleve sind nach den Planungen die pastoralen Räume Kleve Innenstadt mit St. Maria Himmelfahrt und Zur Heiligen Familie, die Niederung mit Heilige Dreifaltigkeit und St. Willibrord geplant. Zu einem Raum wachsen St. Antonius und St. Peter in Bedburg-Haus und in Kranenburg bilden St. Peter und Paul, St. Antonius Abbas (Nütterden), St. Bonifatius (Niel), St. Johannes Baptist (Wyler) und St. Martin (Zyfflich) einen pastoralen Raum.
Regionalbischof Wilfried Theising, Generalvikar Norbert Kleyboldt und Hans-Bernd Köppen, Leiter der Hautabteilung Seelsorge-Personal (v.l.) auf der Kreisdekanatsversammlung in Kevelaer. |
Kleyboldt: Strukturen für die Zukunft schaffen
Zum ersten Mal gebe es im Bistum Münster einen Stellenplan, sagte Generalvikar Kleyboldt vor den Delegierten. Es sei ein gemeinsames Anliegen, Strukturen auf Zukunft hin zu schaffen. Ziel bleibt nach den Worten von Kleyboldt eine Seelsorge mit Gesicht. Doch müsse man angesichts sich verändernder Faktoren umdenken. So spiele der demographischen Wandel eine Rolle. Auch haben die Menschen nach Ansicht des Generalvikars in vielen Fällen einen anderen Zugang zum Glauben gefunden, als beispielsweise über die Territorialgemeinde. "Könnte es sein, dass diese Krisenzeiten deutlich machen, dass wir uns mit den Problemen intensiv auseinandersetzen müssen und den Fragen nicht ausweichen dürfen?"
Der Blick auf die vergangene Entwicklung lässt nach Ansicht von Köppen wenig Optimismus zu. Die älter werdende Bevölkerung, die niedrigen Geburtenraten, die steigende Zahl der Kirchenaustritte, die sinkende Zahl der Gottesdienstbesucher, Taufen und Trauungen sowie die zurückgehende Anzahl von Priesterweihen seien klare Indizien, dass sich das Verständnis als Kirche der Institutionen ändern müsse. "Wir können mit dem vorhandenen Personal nicht mehr alle Einrichtungen personell versorgen", sagte Köppen. Eine stärkere Vernetzung in der Seelsorge sowie die Einbeziehung der Ehrenamtlichen ist für ihn notwendiger denn je. Am Beispiel der Krankenseelsorge machte er das deutlich. Es könne in Zukunft nicht in jedem Fall eine Stelle für einen Krankenseelsorger ausgewiesen werden. Die Sorge um die Kranken müsse aber auf jeden Fall unverzichtbarer Bestandteil der Gemeindeseelsorge bleiben. Krankenseelsorge müsse deshalb aus der Gemeinde heraus geleistet werden. Zum Beispiel riet er, ehrenamtliche Besucherdienste zu stärken.
Stellenplan gibt Sicherheit
Nach der Ansicht von Köppen gibt der Stellenplan eine Sicherheit für die nächsten Jahre. Wobei er immer nur über das Personal verfügen könne, was er habe. Köppen machte deutlich, dass es aufgrund dieses Stellenplans keine plötzlichen Versetzungen gebe. Geplant sei, angedachte Veränderungen nach und nach umzusetzen. Das Zahlenfundament sei auch die Basis für zukünftige strukturelle Überlegungen. Überlegungen die bereits in der Dechantenkonferenz, dem Priester- wie dem Diözesanpastoralrat vorgetragen worden seien. Die Gemeinden hätten jetzt mehrere Wochen Zeit, die Planungen zu beraten und anschließend mit der Fachstelle Seelsorge-Personal im Bischöflichen Generalvikariat abzustimmen. Der Struktur- und Stellenplan werde im Herbst 2011 durch Bischof Felix Genn in Kraft gesetzt.
Grundlage der strukturellen Überlegungen ist der pastorale Raum, der in der Regel von einer Pfarrei gebildet und einem Pfarrer geleitet wird. Die Bildung des pastoralen Raums soll bis zum Jahr 2015 abgeschlossen sein. Neben den Pfarreien kann es nach den Worten von Köppen auch verschiedene Orte und Gruppen lebendigen Glaubens geben wie zum Beispiel Gemeinde vor Ort, kirchliche Einrichtungen, Glaubensgruppen oder christliche Gemeinschaften. Einen solchen Ort nannte Köppen Gemeinde. In einer Pfarrei kann es nach den Überlegungen von Köppen durchaus verschiedene Gemeinden geben. Nach seiner Definition ist eine Gemeinde eine pastorale und soziale Gemeinschaft von Glaubenden vor Ort. Köppen hofft, dass die strukturellen Veränderungen helfen, sich wieder zu einer missionarischen Kirche zu entwickeln und auf diese Weise den Abwärtstrend zu stoppen.
Sowohl Köppen wie der Generalvikar machten deutlich, dass die personellen wie strukturellen Überlegungen die Voraussetzungen schaffen sollten, dass die Pfarreien pastorale Konzepte entwickeln sollten, um so die Seelsorge zu gestalten. Dabei solle man von der Analyse der Situation ausgehen und Visionen und Zukunftsvorstellungen entwickeln. Dann könnten konkrete Fragen wie zum Beispiel die Förderung des Ehrenamts, die Absprache von Gottesdienstzeiten, die Profilierung des Pfarrbüros und die Klärung von Immobilienfragen geklärt werden. "In der Gemeinde sollte der Pastoralplan entwickelt werden, damit die Kirche vor Ort ein Gesicht bekommt", sagte Theising.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Text: Jürgen Kappel | Fotos: Jürgen Kappel
02.02.2011
Hildegard von Bingen
Die Benediktinerin Hildegard von Bingen ist von Papst Benedikt XVI. zur Heiligen der Universalkirche erhoben worden.
Service für Sie
Spruch des Tages
Reden, Fragen, Antworten finden
Seelsorger/-innen
Heiligenlexikon in "kirchensite.de"
im
Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:
Kontakt
kirchensite-Redaktion:
redaktion
kirchensite.de
Lebenshilfe+Seelsorge:
Martin Weber
weber
kirchensite.de
Technik:
technik
dialogverlag.de















Newsticker für Ihr Web