
Steffi Verfürden und Dagobert Sobiech vom Familienbüro in Wesel begleiten die Suche nach ehrenamtlichen Familienpaten.
Familienbüro startet ein neues Projekt
Ehrenamtliche als Freunde für Familien gesucht
Wesel. Das Familienbüro der Stadt Wesel hat sich vorgenommen, Freunde zu finden. Und zwar Freunde für Familien. Das ist das Ziel eines neuen Projekts, das die vom Caritasverband und den katholischen Innenstadtgemeinden getragene Anlaufstelle für Familien jetzt startet.
Der Name des Projekts ist kurz und bündig: "3F". Dahinter verbirgt sich das umfangreiche Ziel, Menschen zu finden, die Alleinerziehenden und Familien in schwierigen Situationen zur Seite stehen und unter die Arme greifen. "Es geht dabei nicht um klassische Sozialarbeit, sondern eher um eine Art Nachbarschaftshilfe", erklärt Projektleiter Dagobert Sobiech, die er wie folgt beschreibt: Immer dann, wenn stressige Zeiten herrschen, wenn das Gefühl aufkommt, dass alles zu viel wird – ob es um die Betreuung der Kinder selbst geht oder ob eine Auszeit nötig ist, ob Arztbesuche oder Ämtergänge anstehen, ein Rat benötigt oder einfach ein offenes Ohr für Sorgen gebraucht wird – in Zukunft soll nach dem Wunsch der Projektpartner ein Familienpate Mütter und Väter entlasten.
Die Idee für das Projekt entstand aus der Arbeit des Familienbüros heraus, erläutert Leiterin Steffi Verfürden. "Dort sind bereits Ehrenamtliche im Einsatz, und die Zusammenarbeit von Caritas und katholischen Kirchengemeinden funktioniert. Uns schien das ein guter Ort für ein solches Projekt zu sein."
So wurden zunächst Geistlichen und Pfarrgemeinderäten in den Gemeinden St. Martini und St. Mariä Himmelfahrt die Idee vorgestellt – dort soll vorrangig um Ehrenamtliche geworben werden. "Das heißt natürlich nicht, dass nicht auch jemand anderer mitmachen kann", betont Sobiech. "Wichtig ist, dass es Menschen sind, die tatkräftig helfen wollen."
Unverzichtbar seien die Freude am Umgang mit Kindern und die Bereitschaft, ein wenig der eigenen Zeit zu verschenken. Sicherlich sei etwas Lebenserfahrung von Vorteil, doch auch jüngere Menschen, die sich engagieren wollen, können sich melden. "Studenten könnten etwa mit den Kindern Hausaufgaben machen oder mit ihnen Fußball spielen", nennt Sobiech nur einige Beispiele. "Wir können jeden, der etwas einbringen kann, gebrauchen." Steffi Verfürden und Dagobert Sobiech rechnen damit, dass sich viele Familien, vor allem aber Alleinerziehende melden werden. "Es geht nicht um professionelle Hilfe, sondern darum zu unterstützen, wenn es in der Situation akut kneift", erläutert Verfürden das bewusst niederschwellige Angebot. Damit soll eine Lücke geschlossen werden. Denn der Bedarf ist da, weiß Verfürden aus ihrer Arbeit im Familienbüro.
Dabei kann jeder Familienpate das an Zeit einbringen, was er zu verschenken hat: eine Stunde pro Woche sollte es schon sein, mehr ist jederzeit willkommen. Kontinuierliche Begleitung einer Familie ist ebenso möglich wie punktuelle Hilfe. "Zum Beispiel, wenn die alleinerziehende Mutter Hilfe beim Aufbau des neuen Kinderzimmers braucht", nennt Sobiech ein Beispiel. Vor dem Einsatz in den Familien ist die Teilnahme an einer vorbereitenden Schulung eine wichtige Voraussetzung: "Wir thematisieren Dinge wie das Auftreten in der Familie, den Umgang mit den Kindern und die Entwicklung innerhalb des Projekts", erläutert Sobiech. Auch im Verlauf der Familienpatenschaft werde es eine Begleitung und regelmäßige Reflexion geben. Weitere Informationen unter Tel. 0281 / 3908814.
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Text: Ellen Schlüter | Foto: Ellen Schlüter in
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