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21.05.2012
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Hermann-Josef Eul.

Hermann-Josef Eul ist seit seinen Kindertagen ein Krippenfan.

Hermann-Josef Eul baut mit Begeisterung Krippen auf

Ein Erlebnis für Jung und Alt

Kleve-Materborn. Von Kindesbeinen an hat Hermann-Josef Eul eine enge Beziehung zu Krippen. Heute ist er als Küster in der St.-Anna-Kirche in Kleve-Materborn für eine Krippe verantwortlich, die nie bleibt, wie sie ist. Nur eines ist sie immer: ein Erlebnis.

An diesem Abend braucht Hermann-Josef Eul seine Ruhe. Immer kurz vor dem Weihnachtsfest ist es soweit: Dann möchte er mit seiner Krippe allein sein. So viele fleißige Helfer auch oftmals von weit her anreisen, um in der St.-Anna-Kirche Materborn das Weihnachtsfest vorzubereiten, so sehr legt der Küster der Kirchengemeinde zur Heiligen Familie in Kleve großen Wert auf diesen einen Abend, an dem das Gotteshaus für den Krippenaufbau geschlossen bleibt.

Rund 25 Krippenfiguren bekommen dann ihren Platz – auch wenn sie diesen nicht bis zum Abbau behalten. "Ich mag Veränderungen", begründet Hermann-Josef Eul den Wechsel, der eine Krippe "lebendiger wirken lässt". Und das probiert der 51-Jährige schon viele Jahre immer wieder aufs Neue aus. Verschiedene Positionen der Figuren, Pflanzen und neue Bilder der Zusammenstellung entwickeln sich stetig vor dem flackernden Betlehem-Licht.

Den Grundstein zur Liebe für die hölzernen Figuren und die Weihnachtsgeschichte legten seine Eltern, die dem gebürtigen Emmericher die Faszination dank einer eigenen Krippe mit auf den Weg gaben. Nicht zuletzt diese Faszination ließen den gelernten Bäcker Anfang der 1980er Jahre den Beruf des Küsters ergreifen.

So gehören Kirchenraumgestaltung und mit ihr die Krippe fortan zu seinen Aufgaben. 1975 begann seine Krippenbegeisterung mit einer ersten Figuren-Aufstellung in seiner Emmericher Heimatgemeinde. 23 Jahre Christus-König-Kirche in Kleve folgten, nun St. Anna im Stadtteil Materborn. Die Krippe ist für ihn mehr als nur Festschmuck. "Ein Erlebnis", sagt er.

Der vielen Möglichkeiten wegen, aber auch, weil an jedem Krippenaufbau zahlreiche Ereignisse hängen. Noch gut kann er sich beispielsweise an das Jahr erinnern, in dem er für die Festtage Urlaub vom Wehrdienst bekommen hatte – freitagabends nach Hause, samstagmorgens wurde die Krippe im Gotteshaus aufgebaut: "Damit begann für mich Weihnachten", sagt er. Und wenn heute die Helfer als gemischte Gruppe von Jung bis Alt, mit Elektrikern und vielen Fachleuten zusammenkommen, um alles vorzubereiten, wird viel von früher erzählt, gelacht und das Miteinander genossen.

Wichtig sind ihm bei seiner Krippe nicht nur die stetigen Veränderungen, sondern auch, dass niemand von oben auf sie herabschaut. "In eine Krippe muss man eintauchen, mittendrin sein", sagt er. Und baut sie deshalb so auf, dass auch Kinder in Augenhöhe in das Geschehen um Maria und Josef eintauchen können. Außerdem gilt: Advent ist Advent, die Krippe steht erst zum Weihnachtsfest, nicht früher. So bleibt die Materborner Krippe bis zum Heiligen Abend eine Überraschung.

Wenn Hermann-Josef Eul auf seine Krippen in den vergangenen Jahren zurück blickt, fallen ihm viele Ideen und Ereignisse ein. Da war 1983 eine hochmoderne Themenkrippe, die den Menschen erst erläutert werden musste. Oder ein Aufbautag, an dem um ein Uhr in der Früh ein Baum mitsamt Lichterkette umgefallen war und bis tief in die Nacht wieder aufgestellt werden musste. "Ich könnte ein Buch darüber schreiben, was schon alles schief gegangen ist", sagt der Küster lächelnd. Nur eines ist bisher immer gut gegangen: Die Krippe am Heiligen Abend leuchten zu sehen – mit allen liebevollen Details.

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Text: Katrin Reinders | Foto: Katrin Reinders in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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