
Regionalbischof Wilfried Theising segnet in Winnekendonk (Kevelaer) eine Stele für Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts, die am Niederrhein verehrt werden. Die Stele wurde von dem Kevelaerer Künstler Norbert Vorfeld entworfen.
Regionalbischof Wilfried Theising segnete eine Stele
Die Welt braucht den christlichen Glauben
Kevelaer-Winnekendonk. An Glaubenszeugen, die am Niederrhein in besonderer Weise verehrt werden, erinnert die Stele in Winnekendonk (Kevelaer), die Regionalbischof Wilfried Theising gesegnet hat. Arnold Janssen, Hendrina Stenmanns, Karl Leisner, Maria Euthymia Üffing, Clemens August Graf von Galen, Nikolaus Groß und Franz Stappers sind für Theising "Lichter für die Menschen".
Die Glaubenszeugen, an die auf der Stele erinnert wird, sind nach den Worten des Regionalbischofs Anwalt für die Armen und Schwachen der Gesellschaft. "Die Zeugen waren vom Glauben innerlich durchflutet und nicht mundtot zu machen", sagte Theising in seiner Predigt in der St.-Urbanus-Kirche in Winnekendonk. Die Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts hätten nicht einen Millimeter von ihrem Glauben gelassen, seien nicht korrumpierbar gewesen.
Nicht einen Millimeter gewichen
Bischof Clemens August Graf von Galen habe in seinen Predigten immer wieder hervorgehoben, dass alle Menschen Geschöpfe eines Schöpfers seien. Seine Predigten hätten einfach nicht in die Rassenideologie der Nationalsozialisten gepasst. Schwester Euthymia habe durch ihre Hingabe und Fürsorge für die Kriegsgefangenen, denen von den Machthabern die Menschenrechte und die Würde geraubt worden sei, den Kern der göttlichen Liebe vor Augen geführt. Nach der Ansicht des Regionalbischofs zeigen die Glaubenszeugen auch dem Menschen im 20. Jahrhundert, der nicht verfolgt und bedroht werde, wie er den Glauben leben soll. So oft werde die christliche Botschaft ängstlich in die Welt hineingetragen, so vieles werde privat und nicht öffentlich ausgetragen. Es gehe nicht darum, den Glauben zur Schau zu stellen, sondern mitzuteilen, dass der Glaube den Menschen zur Fülle des Lebens verhelfe.
Leben, das von Gott komme, sei göttliches Leben. "Die Welt braucht den Glauben", sagte Theising. Menschen, die zu Gott stünden, seien Menschen des Friedens, der Hingabe und der Nächstenliebe. "Sie werden frei für Gott und den Nächsten."
Die Idee, eine Stele aufzustellen, war vor zwei Jahren vom Förderverein St. Urbanus Winnekendonk entwickelt worden. Da sich das Wirken der Glaubenszeugen mit der Blütezeit des Stahls überschnitt, wurde Edelstahl als Werkstoff gewählt. Der Künstler Norbert Vorfeld wurde beauftragt, einen Entwurf für die Stele zu machen. Die Stele erinnert durch den Namenszug und ein jeweiliges Symbol an: Arnold Janssen (Bibel), Maria Euthymia Üffing (Herz), Clemens August Graf von Galen (Hammer und Amboss), Hendrina Stenmanns (Weltkugel), Nikolaus Groß (Kreuz und Hammer), Karl Leisner (Kelch mit Stacheldraht) und Franz Stappers (Kreuz im Kreuz).
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Text: Jürgen Kappel | Foto: Jürgen Kappel in
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