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21.05.2012
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Weihbischof Heinrich Timmervers beim abschließenden Gespräch.

Weihbischof Heinrich Timmervers beim abschließenden Gespräch bei der Visitation in der Pfarrgemeinde Langförden.

Bischöfliche Visitation in der neuen Pfarrgemeinde Langförden

Weniger Gottesdienste und die Sorgen des Bischofs

Langförden. Besuch in einer Gemeinde an der Wegscheide: Weihbischof Heinrich Timmerevers war offiziell zu Gast in Langförden Sankt Laurentius. Nur wenige Tage vor der Zusammenlegung der Pfarrgemeinden Bühren und Langförden zu einer neuen Pfarrgemeinde.

Es könnte eigentlich nicht normaler sein. Jeder Bischof ist nach dem Kirchenrecht verpflichtet, regelmäßig die Pfarrgemeinden in seinem Bezirk zu besuchen (Bischöfliche Visitation). Dabei wird er nicht nur die Kirchenbücher prüfen, sondern auch das Gespräch mit den Gläubigen suchen.

Alles das ist jetzt in Langförden geschehen. Aber an einem wichtigen Punkt in der Geschichte der Gemeinde: An diesem Sonntag (21.11.2010) wird Langförden mit Bühren zu einer neuen Gemeinde zusammengelegt, erhält zugleich einen neuen leitenden Pfarrer. Ein Besuch zu diesem Zeitpunkt geht doch über die gewohnte Normalität eines bischöflichen Besuches hinaus.

Das Eigentliche kommt noch

Das war bei dem Besuch zu spüren, den Weihbischof Heinrich Timmerevers der Gemeinde Langförden jetzt abgestattet hat. Zum Beispiel bei der Predigt in der Messe zum Abschluss des Tages. Der Prozess des Zusammenlegens von Gemeinden sei immer "ein äußeres Geschehen", betonte er. Das Eigentliche stehe noch bevor.

Wichtig sei in einer Gemeinde mit zwei Kirchen in zwei Orten, den Glauben in der Gemeinschaft zu formen. Deshalb müsse man alles tun, damit in den einzelnen Orten das Gemeindeleben gestützt und erhalten bleibe, betonte der Weihbischof. Die Gemeinde müsse sich immer wieder die Frage vorlegen: Was ist wichtig, es als gesamte Gemeinde zu tun, was kann auch vor Ort getan werden?

Eine Zusammenlegung verlange einer Gemeinde einiges ab. Der gemeinsame Weg sei "nicht einfach ein schöner Sonntagsspaziergang". Er könne eine "mühsame Wegstrecke" sein.

Dabei gehe es nicht um den Blick auf sich selbst oder in die Gemeinde hinein. Nachdrücklich mahnte der Weihbischof: "Wir sind nicht für uns selbst da! Wenn Menschen etwas beeindruckt, dann ist es doch das Zeugnis eines anderen – das überzeugt!"

In dieser Zeit des Umbruchs sei in der Kirche oft die Forderung zu hören, die Bischöfe müssten mehr auf die Gläubigen hören, sagte Timmerevers. "Sicher sollten wir zuhören, vielleicht auch mehr", gab der Weihbischof zu. Aber diese Einstellung könne nicht einseitig sein. Auch andere Menschen in der Kirche müssten sich fragen, ob sie genug und auf wen sie hörten.

Geräuschloses Miteinander

Aber im letzten sei nicht entscheidend, wer nun auf wen höre. "Darum geht es im Grunde gar nicht", betonte der Weihbischof. "Wir müssen uns vielmehr der Frage öffnen: Was will Gott von uns in dieser schwierigen Zeit?"

Bei einem anschließenden Gespräch mit Vertretern von Pfarrgemeinderat und Kirchenausschuss sagte der Weihbischof, nach seinem Eindruck sei die Zusammenlegung von Langförden und Bühren "sehr geräuschlos" abgelaufen. Das liege wohl an einem "guten Geist" im Seelsorgeteam un in den Räten der Gemeinden. Pfarrer Heinz Taphorn bestätigte diesen Eindruck; beide Gemeinden seien schon lange in einer Pfarreiengemeinschaft verbunden. Deshalb gebe es in der Vorbereitung auf die Erstkommunion und auf die Firmung und bei gemeinsamen Pfarrfesten schon ein gutes Miteinander.

Wie sich bei dem Gespräch herausstellte, war die Zahl der Sonntagsgottesdienste und ihre Uhrzeit eines der schwierigeren Themen rund um die Zusammenlegung. Denn sie müssen gekürzt werden. Anfang Oktober gab es dazu in beiden Gemeinden eine so genannte "Trendabstimmung".

Keine Frühmesse mehr

Dabei sprachen sich die Kirchgänger in Bühren mit Zwei-Drittel-Mehrheit dafür aus, in Bühren sonntags einen Gottesdienst um 9 Uhr zu feiern, in Langförden samstags um 17 Uhr und sonntags um elf Uhr. Die Mehrheit in Langförden sprach sich für einen ähnlichen Vorschlag aus.

In beiden Gemeinden hatte jeder Vierte für den Erhalt der 8-Uhr-Frühmesse sonntags in Langförden gestimmt. Dieser Vorschlag konnte sich mit 285 gegen 431 Stimmen aber nicht durchsetzen. Dies werde von vielen Gemeindemitgliedern schmerzlich empfunden hieß es. Zugleich sei natürlich klar, dass nach der Versetzung von Pfarrer Ernst Halbe nach Ramsloh die Zahl der Gottesdienste nicht so wie bisher sein könne.

Weihbischof Timmervers zeigte Verständnis für die Sorgen, sprach aber auch Fragen an, die nach seinem Dafürhalten tiefer gehen: "Das Wichtigste ist zurzeit: Wie bringen wir junge Menschen wieder zum Glauben, Menschen, die mit der Kirche gebrochen haben? Das ist ein Grundthema."

Er berichtete von den Taufbüchern einer Gemeinde; dort stamme jedes dritte Kind aus einer Beziehung, die nicht christlich geschlossen sei. "Ich weiß auch nicht, wie es da mit einer Lösung geht. Aber wir müssen uns dieser bohrenden Frage wenigstens einmal stellen!"

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  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Weihbischof Heinrich Timmerevers
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterSchwerpunktthema: Gemeindekooperation

Text: Franz Josef Scheeben | Foto: Franz Josef Scheeben in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
19.11.2010

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