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21.05.2012
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Wallfahrt.

Geschafft! Einige Pilger sind bereits seit sieben Uhr auf den Beinen. Erschöpft aber zufrieden erreichen sie den Wallfahrtsort.

Traditionellen Fußwallfahrt nach Bethen

Ein Drittel der Pilger war zum ersten Mal dabei

Bethen/Delmenhorst. Zum 31. Mal waren am vergangenen Samstag Pilger aus dem Dekanat Delmenhorst unterwegs nach Bethen. Eine Radfahrergruppe fuhr den weitesten Weg, eine Fuß-Pilgergruppe lief insgesamt 27 Kilometer. Kirche+Leben war bei der Ankunft in Bethen dabei.

Es ist ein schöner Herbsttag. Die Sonne scheint, blauer Himmel, keine Wolke ist zu sehen, leichter Wind – ideales Wallfahrtswetter.

"63,28 Kilometer", Hans Georg Frenzel zeigt stolz seinen Tacho. Er ist einer von zehn Pilgern, der die komplette Strecke mit dem Fahrrad bewältigt hat.

"Wir sind um halb neun gestartet“, erzählt Ralph Kühn, "in Groß Ippener haben wir uns getroffen". An verschiedenen Orten haben die jungen Pilger Rast gemacht, gebetet und gesungen. Auf die Frage, ob es sehr anstrengend gewesen sei, antwortet Kühn mit einem Lachen: "Wir hatten Rückenwind".

Diakon rief Wallfahrt ins Leben

1979 hatten sich Delmenhorster Katholiken zum ersten Mal gemeinsam auf den Weg nach Bethen gemacht. Anlass war damals das Weihejubiläum ihrer Mutterkirche Sankt Marien. Diakon Erich Overesch hatte die Fußwallfahrt ins Leben gerufen und gehörte auch in diesem Jahr zusammen mit Familie Köper wieder zu den Organisatoren.

"Ich bin früher auch immer mitgelaufen", erinnert sich Alfred Pischel, "heute kann ich das nicht mehr." Der 82-Jährige klingt ein wenig wehmütig. In diesem Jahr waren es mehr Pilger als sonst. "Wir sind überwältigt", sagt der Delmenhorster Dechant Hubert von der Heide. "Dank des schönen Wetters sind heute Morgen sogar 25 Pilger mehr gekommen, als angemeldet waren", berichtet er. Ein Drittel der Gruppe sei zum ersten Mal dabei gewesen. "Das war sehr ermutigend", so der Dechant.

"20 Kilometer. Ich bin kaputt", Eva-Maria Schmalz muss kurz nach Luft schnappen. "Ich habe eine Herzschwäche", erzählt sie, "aber ein Mal im Jahr möchte ich gerne mitgehen." Nächstes Jahr werde sie siebzig, berichtet die Frau, "aber jetzt hab ich es wieder gepackt."

Mit dem Bus waren die ersten Pilger bereits früh morgens von Delmenhorst aus nach Holzhausen gestartet. Von dort sind 48 Wallfahrer zu Fuß nach Bethen gelaufen – 27 Kilometer. Juliana Over- esch ist eine von ihnen: "Die morgendliche Strecke ist die schönste", sagt die junge Frau, "deshalb laufe ich den ganzen Weg mit." Ihr gefalle es besonders, bei Sonnenaufgang zu starten. "Es war anstrengend, aber schön."

Die Strecke von Engelmannsbäke bis Bethen haben 15 Frauen und Männer auf sich genommen.  Für die letzte Etappe ab Halen kamen noch einmal 85 Pilger dazu. Einige waren mit dem Auto angereist.

So feiern schließlich rund 190 Gläubige den Abschlussgottesdienst in der Sankt-Marien-Basilika. Wolfgang Spindelmann, seit drei Monaten Seelsorger in Bethen, zeigte sich erfreut über die Gäste aus Delmenhorst. Er machte in seiner Predigt auf die vielen kleinen Dinge im Leben aufmerksam, für die es sich zu danken lohne: "Für diesen sonnigen Herbsttag, für Ihre Füße, die Sie wieder bis hier her getragen haben, für das Gespräch auf dem Weg, für die Müdigkeit, die Sie heute Nacht sicher gut schlafen lässt." Der dankbare Mensch lebe immer an der Quelle der Freude, so der Seelsorger.

Auch im nächsten Jahr dabei

Zum Abschluss des Pilgeramtes richtete Pfarrer Spindelmann  noch eine Frage an die Pilger, die viele schmunzeln ließ: "Im nächsten Jahr kommt ihr wieder, oder?"

Der Blick in die erschöpften, aber sichtlich zufriedenen Gesichter der Wallfahrer ließ erahnen, dass die Antwort bei jung und alt "Ja" lauten wird.

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Text: Katharina Deuling | Foto: Katharina Deuling in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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