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17.05.2012
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Vorbereitung auf die Wallfahrt.

Um Führung und Vertrauen ging es in diesem Spiel als Vorbereitung auf die Wallfahrt durch Bethen zur Basilika.

Großeltern und Enkel waren zu einer Wallfahrt eingeladen

Mit Oma und Opa zum Gnadenbild

Bethen. Großeltern stehen bei ihren Enkeln als Vertraute oft hoch im Kurs. Oma hat Erfahrung, was Opa sagt, das gilt den Kleinen etwas. Da setzt auch die besondere Wallfahrt an, zu der am Mittwoch der vergangenen Woche mehr als hundert Teilnehmer nach Bethen kamen: für Großeltern mit ihren Enkeln. Maria und Josef Kröger aus Emstekerfeld kamen mit sechs kleinen Pilgern.

Marie Lüesse aus Vechta musste erst noch ihre Hausaufgaben erledigen. "Das dauerte lange und ich bin immer noch nicht ganz fertig", sagt die 6-Jährige.

Kurz nach Mittag haben Oma und Opa aus Ahlhorn die Erstklässlerin zu Hause in Vechta abgeholt und mit nach Bethen genommen. Jetzt warten sie gemeinsem mit all den anderen am Treffpunkt, dem neuen Bethener Wallfahrtszentrum. Draußen gehen immer wieder kräftige Schauer nieder.

Nach und nach kurven Autos auf den Parkplatz. "Fast niemand hat wegen des Wetters abgesagt", erklärt Johannes Beering, der im Offizialat für Altenseelsorge zuständig ist. Die Sache scheint allen zu wichtig.

"Die Sache" – das ist eine Premiere in Bethen. Erstmals sind Großeltern und Enkel hierher zu einer gemeinsamen Wallfahrt eingeladen. Kurz nach drei versammeln sie sich im Eingangsbereich des Wallfahrtszentrums.

Handstock und Anorak

Die einen heißen Josef, Maria, Willibald oder Ursula, die andere Benedikt, Marie, Lara, Anika oder Simon. Die einen tragen Handtaschen oder Handstock, die anderen Anorak und Turnschuhe.

Und manche erzählen von ihren ersten Erfahrungen mit Wallfahrten. Zum Beispiel Josef Kröger (75) aus Emstekerfeld, der mit seiner Frau Maria (70) und  sechs Enkeln nach Bethen gekommen ist.

"Als ich etwa zehn Jahre alt war, da gab es jedes Jahr die Kinder-Wallfahrten am Schutzengelfest. Da bin ich immer von Cloppenburg mitgegangen." Mittlerweile braucht er beim Laufen ein Handstock. Dennoch ist er gerne gekommen.

Auch Ursula Koppers (70) aus Resthausen kann sich gut an die Schutzengel-Wallfahrten erinnern. "Wir haben unterwegs den Rosenkranz gebetet", sagt sie. "Früher war das ganz anders als heute. Ich finde es aber schön. dass die Kinder heute so viel mitmachen können."

"Ganz anders" ist heute zum Beispiel das bunte Programm, dass Großeltern und Enkel das gemeinsame Erlebnis Wallfahrt näherbringen soll.So etwa gleich zu Beginn, als es gilt, Holzkreuze aus fingerdicken Ästen zu basteln. Mit fachmännischem Blick  lassen sich Großväter passende Stücke abgesägen oder binden Enkeltöchter sie zusammen – bis um jeden Hals ein Kreuz hängt, das später im Gottesdienst gesegnet werden soll.

Bei der anschließenden Aktion geht es um Führung und Vertrauen. Zuerst werden den Großeltern die Augen verbunden. Die Kinder sollen sie sicher durch einen Parcours führen. Anschließend führen die Älteren die Kleinen über eine Wippe. "Die Kinder sollen erleben, wie wichtig Führung und Vertrauen ist", erklärt Johannes Beering.

Die nehmen die Sache sehr erst. Darauf setzten auch die Organisatoren der Wallfahrt. Johannes Beering: "Den Glauben zu vermitteln, das ist vielen  Senioren ein Anliegen. Aber es ist nicht leicht, über den Glauben und über Gott zu sprechen." Gemeinsamunterwegs zu sein, das könne da mit einander ins Gespräch bringen.

Johannes Beering hatte sich vor ein paar Monaten eine ähnliche Wallfahrt in Ginderich am Niederrhein angesehen. "Und da haben wir überlegt, ob man so etwas ähnliches auch im Oldenburgischen durchführen könne." Anschließend hat er die Sache mit Wallfahrtsrektor Dirk Költgen geplant. Seniorenbeauftragte aus umliegenden Gemeinden helfen und die Leiterin des der Bethener Kindergarten ist auch dabei

Kinder können neue Erfahrungen machen – ältere Leute sich erinnern. Wie Willi Lüesse (67) aus Ahlhorn. "Mein erste Wallfahrt ist schon lange her", sagt er. "Aber ich habe noch ein altes Foto aus meiner Zeit als Messdiener. Da sind wir mit der Gemeinde Ahlhorn von Cloppenburg nach Bethen gegangen."

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Text: Michael Rottmann | Foto: Michael Rottmann in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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