
Der Pilgerzug der oldenburgischen Frauen auf dem Weg von Cloppenburg zur Wallfahrtsbasilika nach Bethen.
Kerkhoff predigte bei der Wallfahrt der Frauen nach Bethen
Angst vorm Fortschritt – aber froh übers Handy?
Bethen. Rund 1.400 Frauen waren in diesem Jahr bei der oldenburgischen Landes-Frauenwallfahrt dabei. Im Gottesdienst standen Fragen nach dem Gegenüber von Sicherheit und Veränderung, Wandel und Beständigkeit im Mittelpunkt. Auch danach, was der Glaube an Gott an Sicherheit schenkt – und was man selbst beitragen kann.
"'Im Vertrauen Wandel wagen' – für mich persönlich bedeutet das, dass ich zuversichtlich mit Gottes Hilfe in die Zukunft blicken darf und dabei keine Angst vor Veränderungen haben muss." So sieht es Christa Hillmann aus Rüschendorf.
"In alten Strukturen zu verbleiben wäre falsch. Wir sollten im Alltag immer wieder bereit sein, mit Mut neue Wege zu gehen und dabei unseren Glauben nicht verstecken." Das meint Frieda Wendt aus Essen/Oldenburg.
Mit Landes-Frauenseelsorger Berthold Kerkhoff (Foto) standen Prälat Dirk Költgen und Pfarrer Ludger Becker aus Barßel am Altar. |
Die meisten der rund 1.400 Frauen bei der diesjährigen Landes-Frauenwallfahrt am Dienstag der vergangenen Woche werden sich wohl ähnliche Gedanken zum Motto des Tages gemacht haben wie diese drei Frauen. Auf ihrem Weg von Cloppenburg nach Bethen und beim anschließenden Gottesdienst mit Pfarrer Berthold Kerkhoff aus Löningen, dem Landes-Frauenseelsorger, der gemeinsam mit Wallfahrtsrektor Prälat Dirk Költgen und Barßels Pfarrer Ludger Becker am Altar stand.
"Im Vertrauen Wandel wagen" – so lautete das Motto des Gottesdienstes bei Bethener Wallfahrtsbasilika. In seiner Predigt stellte Pfarrer Kerkhoff das Bild einer sich immer schneller verändernden Welt vor, die "einem fast die Luft zum Atmen nehme". Was vor zehn Jahren noch gegolten habe, sei vielfach überholt.
Um so verständlicher erscheine da der Wunsch vieler Menschen: die Sehnsucht nach Sicherheit und Verlässlichkeit. "Da kann gerade der Glaube in einer Welt des Wandels und der Veränderungen Orientierung und Halt geben", so riet Pfarrer Kerkhoff. "Von der Erschaffung der Welt bis in unsere Tage durften Menschen immer wieder erfahren, das eines sicher ist: Gott ist mit ihnen auf dem Weg. Er lässt sie nicht allein."
Der Löninger Pfarrer rief aber auch auf zu einer selbstkritischen Haltung: "Es passt nicht zusammen, über die Veränderungen der Zeit zu klagen und dann schnell ins Auto zu steigen, zu Hause Fernsehen zu schauen und mit dem Handy überall erreichbar zu sein. Es passt aber sehr wohl, in aller Veränderung auf den Menschen zu schauen, darauf zu achten, dass wir die Errungenschaften der Technik zum Wohl der Menschen gebrauchen und nicht Knechte der rasanten Entwicklung werden."
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Text: Andreas Busse, miro | Fotos: Andreas Busse in
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