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11.02.2012
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Kerstin Volland.

Kerstin Volland.

Ehrenamtliche des Hospizvereins begleiten kranke Menschen

Mit Sorgen und Nöten nicht allein bleiben

Warendorf. Als Hopiz wurde im Mittelalter eine Herberge für Pilger bezeichnet. Heute steht der Begriff für die Idee, Sterbende in ihrer letzten Lebensphase ihren Wünschen gemäß zu begleiten. Neben stationären Einrichtungen gibt es Menschen, die sich in der ambulanten Hospizarbeit engagieren und Sterbende und deren Angehörige betreuen.

Im Mittelpunkt der Hospizarbeit stehen der sterbende Mensch und seine Angehörigen mit ihren jeweiligen Bedürfnissen und Nöten, erklärt Kerstin Volland, seit einem Jahr hauptamtliche Koordinatorin beim Hospizverein für die Stadt Warendorf. 16 Ehrenamtliche engagieren sich in der ambulanten Hospizarbeit, begleiten schwerstkranke und sterbende Menschen und sind auch für deren Angehörige da.

Als Koordinatorin besucht Volland die Menschen, die um eine Begleitung durch den Hospizverein bitten, und klärt, wie viel Unterstützung jeweils gefragt ist. "Ich muss schauen, was gewünscht wird und was wir leisten können." Der Bedarf sei von Fall zu Fall unterschiedlich: Das könnten Gespräche mit dem Kranken sein, der vielleicht meine, seine Angehörigen vor seinen Ängsten und Sorgen schützen zu müssen. Aus Rücksicht auf die Familie blieben dann manche Fragen unausgesprochen, weiß Volland. "Da hilft es manchmal, dass jemand von außen dazukommt."

Zur Begleitung durch einen Ehrenamtlichen könne auch gehören, dass die Angehörigen ein paar Stunden lang entlastet werden, damit sie Besorgungen machen oder einen Termin wahrnehmen können. Manche Familien hätten das Gefühl, nicht aus dem Haus gehen zu können und bekämen ein schlechtes Gewissen, wenn sie den Kranken allein ließen.

Welche Unterstützung in der Familie gewünscht werde, könne individuell abgesprochen werden. Die Ehrenamtlichen wollten den Familien nichts aufdrücken, sondern sie in ihrer Situation unterstützen. "Dazu gehört viel Sensibilität", sagt Volland, die den Überblick hat, welcher Ehrenamtliche einsetzbar ist, wer wie oft in der Woche Zeit hat und vor allem, wer zu dem Kranken und seinen Angehörigen passt.

"Lebensbegleitung bis in den Tod" hat der Hospizverein seine Arbeit überschrieben. Dafür werden die Ehrenamtlichen intensiv geschult. Inhalt der Fortbildung ist beispielsweise die Auseinandersetzung mit Verlust und Abschied. "Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Vorbereitung. Es ist wichtig, dass man sich dabei auch mit den eigenen Erfahrungen auseinander setzt", sagt Volland. Weiterhin beschäftigen sie sich mit den Sterbephasen, mit Kommunikation und Gesprächsführung und mit Fragen zur Bestattung und Patientenverfügung. Durch die Schulung könnten die möglichen Ehrenamtlichen klären, ob sie sich dazu geeignet fühlen, einen Sterbenden zu begleiten.

Alle Ehrenamtlichen, die eine Begleitung übernommen hätten, empfänden diese Aufgabe als sinnvoll und erfüllend und sagten, dass sie dadurch viel zurückbekämen, hat Ursula Pinnekamp, erste Vorsitzende und Gründerin des Hospizvereins, erfahren. Das Thema Tod und damit auch die Hospizarbeit sei in den vergangenen Jahren mehr in den Fokus gerückt, sagt Pinnekamp. Als Leiterin des Hauses der Familie in Warendorf hat sie bereits früh versucht, die Themen Tod und Sterben mehr in die Öffentlichkeit zu rücken. Zunächst jedoch erhielten Vorträge und Seminare keine große Resonanz. Es sei menschlich, die unbequemen Themen auszuklammern, sagt Pinnekamp. "Wir haben uns gegenseitig ermutigt, die Themen weiter aufzugreifen und haben sicher geschafft, sie aus dem Tabu herauszuholen." Mittlerweile habe der Hospizverein mit Kirchen und Ärzten gute Mitstreiter gefunden. Die Begleitungsanfragen seien kontinuierlich gestiegen, und es gebe ein großes Interesse an der Beratungsarbeit.

Neben der ambulanten Betreuung Sterbender sowohl zuhause als auch im Krankenhaus, Alten- oder Pflegeheim bietet der Hospizverein ein so genanntes Trauercafé an. Jeden letzten Sonntag im Monat können sich Menschen, die einen nahe stehenden Angehörigen verloren haben, zum Gedankenaustausch treffen. Auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter treffen sich regelmäßig zur Teamberatung und Fortbildung. Für neue Ehrenamtliche werden Aus- und Fortbildungen angeboten.

Kontakt:

Mehr Informationen über den Hospizverein beim Haus der Familie in Warendorf, Telefon 02581 / 2846, beim Hospizverein, Telefon 02581 / 7893353 oder im Internet: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.hospizverein-stadt-warendorf.de.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Tod und Trauer

Text: Almud Schricke | Foto: Almud Schricke
18.01.2010

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