
Ferdinand Schumacher, Stadtdechant in Münster.
Weihnachtsgruß des Stadtdechanten Ferdinand Schumacher
Für den Mehrwert der Liebe eintreten
Münster. Zu den weihnachtlichen Bräuchen gehört nicht nur der Austausch von Geschenken, sondern auch der Bau und Besuch von Krippen. Einige Zeilen aus Paul Gerhardts Lied "Ich steh an deiner Krippe hier ..." können dazu anregen, dem Geheimnis der Geburt Christi näher zu kommen. Das Lied, das mystische Traditionen verarbeitet, ist als ein Gespräch mit dem menschgewordenen Sohn Gottes in der Krippe gestaltet. Wer sich den Text zu Herzen gehen lässt, wird schnell merken, dass es nicht um die Pflege weltloser Innerlichkeit geht, sondern um eine Begegnung mit der von aller Kleinmütigkeit befreienden Weite Gottes.
Da heißt es: "Da ich noch nicht geboren war, da warst du mir geboren." Ein geheimnisvolles Wort. Was bedeutet es? Dass es mich gibt, habe ich nicht sofort nach meiner Geburt, sondern erst später entdeckt. Was davor war, weiß ich aus Erzählungen meiner Eltern. Es ist schön, wenn ich spüren durfte, dass ich von ihnen gewollt und geliebt war. Ihre Rückendeckung half mir, dem Leben zu trauen und auf die eigenen Beine zu kommen.
Und wie zuvor meine Eltern für mich da waren, so ist Gott für uns da, bevor wir an ihn denken. Er ist da in dem Kind in der Krippe, darauf wartend, dass wir sein Ja zu uns entdecken und uns von seiner Liebe anstecken lassen. Gott hofft auf uns, dass wir an seinem großen Projekt, dem Kommen seines Reiches mitwirken.
"Ich lag in tiefer Todesnacht, du wurdest meine Sonne." Der Dichter hat einen realistischen Blick auf unsere Verhältnisse. Er spricht von einer Nacht, in der die zerstörerische Macht der Sünde herrscht. Gemeint ist nicht allein die Schuld des Einzelnen, sondern zuerst die Vergiftung der Lebensverhältnisse durch die Kälte menschlicher Beziehungen und durch die Vergötzung von Geld, Macht und Genuss. All das zerstört Leben; all das verdunkelt die Zukunft von Menschen. Und irgendeine dunkle Macht in uns lässt uns mittun, unser kleines Ich auf Kosten anderer breit zu machen.
Das Lied singt nun vor allem davon, dass die Macht der Sünde nicht das letzte Wort hat, dass in ihre Dunkelheit hinein die Sonne aufstrahlt, das Licht einer Liebe, die sich als stärker erwiesen hat als die Macht des Bösen. Die Liebe des menschgewordenen Sohnes Gottes hat die Kraft, alle Ausweglosigkeiten in Auswege zu verwandeln. Mit der Geburt des Kindes in der Krippe beginnt der Siegeszug der Liebe. Er setzt sich überall dort fort, wo Menschen den Panzer ihres Ichs aufbrechen lassen und für den Mehrwert der Liebe eintreten.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Text: Ferdinand Schumacher | Foto: Archiv in
Kirche+Leben
21.12.2009
Neues Seelsorgekonzept
Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.
Service für Sie
Spruch des Tages
Reden, Fragen, Antworten finden
Seelsorger/-innen
Heiligenlexikon in "kirchensite.de"
im
Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:
Kontakt
kirchensite-Redaktion:
redaktion
kirchensite.de
Lebenshilfe+Seelsorge:
Martin Weber
weber
kirchensite.de
Technik:
technik
dialogverlag.de













Newsticker für Ihr Web