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16.05.2012
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Krippenausstellung.

Auch die Krippe von Liesel Koop ist bis zum 31. Januar 2010 in Kinderhaus zu sehen.

Krippenausstellung in Münster-Kinderhaus

Das Heil der Welt

Münster-Kinderhaus. So viel Liebe kann der Stall kaum fassen: Gleich sieben Mal hat sich die Heilige Familie in der großen Krippenlandschaft versammelt. Die Werkstattkinder von Teresa Häuser haben beschlossen, dass jede im Kurs bei der Keramikerin entstandene Figurengruppe in der Krippenausstellung im Kinderhauser Heimatmuseum dabei sein soll. Und längst nicht nur Maria, Josef und das Christkind.

Denn die sieben Mädchen und Jungen haben für den langen Tisch, auf dem sie das Geschehen von Betlehem zeigen, das pralle Leben zusammengetragen. Sehr vorsichtig hatte die Kinderhauser Künstlerin, die einmal wöchentlich mit den Kindern verschiedene gestalterische Themen bearbeitet, ein paar Schäfchen angemahnt: Doch stattdessen tummeln sich eine Schildkröte, ein Schnabeltier und eine Robbe im kleinen Wasserbecken, lugen eine Giraffe, eine Igelfamilie, Hunde und Elefanten gen Krippe. Die zehnjährige Simona hat sich als Schneiderin für die Gruppe erwiesen: Sie fertigte Windeln für die Babys oder ein Kleid für Maria an. Der neunjährige Jan ist kreativ und praktisch zugleich: Er hat Hölzchen für das Lagerfeuer gesammelt, Münsters Rathaus beigesteuert, und er hat auch Moos, Blumen und allerlei Deko-Material für die Landschaft mit Brücken, Wegen und Wasser zum Aufbau mitgebracht.

Rund 90 Exponate zeigt die längst traditionelle Ausstellung im Pfründnerhaus: Nicht nur aus Kinderhauser Kellern und Dachböden kamen die Krippen zum 1. Advent zusammen, wurden liebevoll aufgebaut und dekoriert und bilden bis zum 31. Januar jeweils sonntags ein lohnendes Ausflugsziel zwischen 11 und 17 Uhr. Neben vielen "alten Bekannten" sind in diesem Jahr zahlreiche Premieren zu verzeichnen, freut sich Walter Schroer vom Heimtatmuseum.

Dazu gehört auch die handgetöpferte Krippen-Darstellung von Liesel Koop. Einmal – 1981, damals noch im St. Josef-Pfarrheim – hat sie ihre liebevoll geformten und bemalten Tonfiguren ausgestellt. Nun also kann man sie erstmals wieder außerhalb der Familie betrachten. Der Muttergottes sieht man den Weg an, den die Koops seit der Entstehung der Figurengruppe vor genau 30 Jahren hinter sich haben: Viele Umzüge, bis sie schließlich in Kinderhaus sesshaft wurden. Kleine Macken zeigt der blaue Umhang – ganz traditionell wählte die Autodidaktin diese Farbe als Symbol für die Liebe der Gottesmutter zu den Menschen; das rote Kleid darunter soll die Liebe und Hingabe zu Gottes Plänen zeigen. "Mit der Geburt Jesu ist das Heil in die Welt gekommen", diesen zentralen Satz ihrer Glaubensüberzeugung wollte die damals junge Mutter für ihre beiden Kinder in ein sichtbares Bild übersetzen.

Am Küchentisch entstanden dann die Heilige Familie und die Könige nebst Kamel sowie ein paar Hirten und  Schafe. "Sie haben ab dann unsere Familie stets begleitet und uns viel bedeutet." Ehemann Heinz hatte den Stall für die Figuren gebaut, die in diesem Jahr wegen des jüngsten, krabbeligen Enkelkindes "ausgelagert" wurden. Eine Tochter hat übrigens für ihre Familie eine eigene kleine Krippe getöpfert. Dass man im Betlehem der Familie Koop statt eines Esels ein Pferd betrachten kann, ist auch der Tochter zu verdanken: Sie nahm nämlich vor 30 Jahren Reitunterricht und war fasziniert von den Vierbeinern. "Aber vielleicht gehört das Pferd ja auch zu einem der Könige", schmunzelt Liesel Koop, als alles aufgebaut ist und nun die Fantasie und Vorstellungskraft der Besucher anregen soll. Wie jedes der gezeigten Exponate seine eigene kleine Geschichte erzählen kann – die der Werkstatt-Kinder ebenso wie die Familien-Krippe.

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Text: Heike Hänscheid | Foto: Heike Hänscheid in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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