
Dieter Bez aus Greven beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Bildstöcken und Wegkreuzen seiner Heimatstadt.
Dieter Bez katalogisiert alle Bildstöcke und Wegkreuze seines Orts
Faszinierende Geschichten
Greven. Nach der ersten "Generaluntersuchung" der Bildstöcke, Wegkreuze, Grotten, Kapellen, Heiligenhäuschen und Heiligen-Statuen seiner Heimatstadt Greven in den 1980er Jahren unternimmt Dieter Bez einen neuen Anlauf, um seine Ergebnisse zu aktualisieren und die Historie der Glaubenszeichen genauer zu erforschen.
"Mein Bildarchiv muss aktualisiert werden. Die Schwarz-Weiß-Fotos aus den 1980er Jahren sind nicht mehr zeitgemäß", sagt Dieter Bez bei der Durchsicht seiner vielen Ordner. Vor gut 25 Jahren hatte Bez in Greven eine Ausstellung über die Bildstöcke und Wegkreuze organisiert und damals viel über deren Historie zusammengetragen. "Die Glaubenszeichen haben mich immer schon interessiert. Dahinter verbergen sich Familiengeschichten. Sie sagen viel über die Geschichte gerade der Bauerschaften aus."
Das Zusammengetragene möchte Bez nun aktualisieren. Zu den 130 Bildstöcken, Wegkreuzen, Statuen und Kapellen sammelt der pensionierte Geschichtslehrer und Vorsitzende des Heimatvereins Greven alles "Wissenswerte", um deren Geschichte und Bedeutung für die "Nachwelt" zu erhalten. Eine "zweite Generaluntersuchung" nennt Bez sein Vorhaben, das von den allermeisten Besitzern der Bildstöcke unterstützt wird. "Ich spreche mit den Familien. Gerade auf den Bauernhöfen interessiert sich jeder für die Hofgeschichte." Derzeit erforscht Bez die Glaubenszeichen in der Bauerschaft Aldrup. Lang ist die Liste des weitläufigen Stadtgebiets, die noch 15 weitere Bauerschaften und Ortsteile umfasst: Bockholt, Fuestrup, Gimbte, Guntrup, Hanseller Floth, Hembergen, Herbern, Hüttrup, Maestrup, Pentrup, Reckenfeld, Schmedehausen, Vosskotten, Wentrup und Westerode. Der älteste, prächtigste und weitaus größte barocke Bildstock Grevens wurde vor 290 Jahren, am 27. Juni 1719 aufgestellt und gesegnet.
Er befindet sich an der Grenze der Bauerschaften Hanseller Floth und Westerode, dort, wo sich auch die Gemeindegrenzen von Greven, Altenberge und Nordwalde treffen.
"Dem beharrlichen Einsatz vieler Bewohner dieser Bauerschaften ist es zu verdanken, dass der Bildstock auch heute noch, nach Restaurierungen in den Jahren 1860, 1965 und 1985, nur wenige hundert Meter vom früheren Haus Homoet steht, dem Haupthof des ehemaligen Schultenhofs Ostenfelde, dem heutigen Hof Holle", erklärt Bez. Heute kümmert sich die "Interessengemeinschaft der Hanseller Floth" um die Pflege des Bildstocks, der verschiedene Darstellungen zeigt: Auf der Hauptseite ist die Heilige Familie zu sehen, die sich auf Wanderschaft befindet. Maria hält die rechte Hand des Knaben, der sich mit seiner anderen Hand auf einen Wanderstab stützt. Josef trägt eine übergroße blühende Lilie als Zeichen der Keuschheit. "Das Motiv der Wanderschaft hatte eine Beziehung zu den Pilgern aus Nordwalde, die früher auf dem Weg nach Telgte am Bildstock vorbeizogen", erläutert Bez.
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Text: Johannes Bernard | Foto: Johannes Bernard in
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