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02.12.2016
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Missionsschwestern.

Eine internationale Gemeinschaft: die Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes im Provinzialat in Münster.

Missionsschwestern in Münster gedenken Elisabeth Tombrock

Auf den Spuren der Gründer

Münster. Die Gemeinschaft der Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes wird im nächsten Jahr 100 Jahre alt. Schon jetzt gibt es in Münster eine Eröffnungsfeier mit internationalen Gästen.

Schwestern aus Brasilien, Taiwan, Namibia, den Philippinen und den USA sind zurzeit bei den Missionsschwestern im Lourdeskloster und in Haus St. Konrad in Wilkinghege in Münster zu Besuch. An diesem Samstag (15.08.2009) feiern sie mit Weihbischof Franz-Josef Overbeck um 10 Uhr einen Gottesdienst in der St.-Josef-Kirche in Münster-Kinderhaus.

Es ist der Auftakt zum 100-jährigen Bestehen der Kongregation, die ihre Wurzeln im Bistum Münster hat: Gründer sind der aus dem Oldenburger Land stammende Bischof Amandus Bahlmann und die in Ahlen geborene Lehrerin Elisabeth Tombrock. Sie war am 15. August 1909 in Lourdes von einer schweren Krankheit geheilt worden. Das Heilungsereignis gab ihrem Leben eine Wende: Sie fühlte sich berufen, Ordensfrau zu werden. Elisabeth Tombrock wollte in das Klarissenkloster in der Scharnhorststraße in Münster eintreten, doch dort war zu der Zeit ein Aufnahmestopp. Die Klarissen vermittelten den Kontakt zu Bischof Bahlmann, der am Amazonas wirkte und dort einen weiblichen Missionsorden für seine Diözese gründen wollte. Er suchte nach einer pädagogischen Fachkraft für die Arbeit in der Schule und im Waisenhaus.

Im September 1910 reiste Elisabeth Tombrock mit Bischof Bahlmann nach Brasilien. Vorher wurde sie von den Klarissen vorbereitet und eingekleidet. Sie erhielt den Ordensnamen Schwester Immaculata von Jesus. Im Dezember wurde in Santarém in Brasilien die Kongregation der Armen Missionsklarissen gegründet, die sich 1929 in Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes umbenannte. Begeistert vom Leben und Wirken der Mutter Immaculata wurden in den ersten Jahrzehnten mehr als 400 Frauen in die Mission ausgesandt.

Die beiden Klöster in Münster wurden von den Nationalsozialisten enteignet. Die Schwestern wurden vertrieben und fanden durch Bischof Clemens August von Galen Aufnahme im Oldenburger Land. 1945 kehrten sie nach Münster zurück.

Das Charisma der von Elisabeth Tombrock mitbegründeten Gemeinschaft, die nach der franziskanischen Ordensregel lebt, begeistert auch heute noch Schwestern aus aller Welt. "Durch das Vorbild von Mutter Immaculata fühle ich mich motiviert und als Schwester gestärkt. Sie ist für mich wie ein Spiegel", sagt Schwester Genilva Bezerra aus Brasilien.

Das Charisma lebt

"Mutter Immaculata ist immer der Mittelpunkt in unseren Leben", sagt Schwester Clare Sandhäger aus den USA, die der Gemeinschaft seit 62 Jahren angehört. "Das Charisma von Mutter Immaculata lebt in allen Schwestern in allen Provinzen." Das Gebetsleben, die Spiritualität der Schwestern und die Aufgaben, die die Schwestern übernehmen, erinnerten sie an die Ordensgründerin, sagt auch Schwester Regina Liu, die chinesische Heilkunde gelernt hat und auf den Philippinen arbeitet. "Ich fühle mich überall zuhause."

Ein Besuchsprogramm führt die ausländischen Schwestern auf die Spuren der Kongregation. "Wir besuchen Orte, die mit unseren Gründergestalten in Verbindung stehen", erklärt Schwester Gertrud Elsen. Unter anderem geht es nach Essen-Bartmannsholte, dem Geburtsort von Bischof Bahlmann, und nach Ahlen. In der St.-Marien-Kirche feiert die Gemeinde im Gottesdienst am Sonntag (16.08.2009) um 9.45 Uhr die Heilung Elisabeth Tombrocks in Lourdes vor 100 Jahren.

Den französischen Wallfahrtsort hat Schwester Johanna Wu, Kindergartenleiterin aus Taiwan, schon besucht, bevor sie weiter nach Münster gereist ist. "Ich bin hergekommen, um die Wurzeln der Kongregation zu suchen", sagt Schwester Johanna, die vor 32 Jahren in die Gemeinschaft eingetreten ist. "Hier merke ich, dass ich zu einer großen Familie gehöre."

In Brasilien, Deutschland, den USA, in Taiwan, China, auf den Philippinen, in Vietnam und Namibia übernehmen die Schwestern verschiedene Aufgaben im pastoralen, erzieherischen und sozialen Bereich. "Die Aufgaben der Kongregation richten sich nach den Nöten des jeweiligen Landes", sagt Provinzoberin Schwester Johanna Hohnhorst. In diesem Jahr wird eine Mission in Angola entstehen. Austauschprogramme fördern das Zusammenwachsen der Schwestern. "Die Schwestern werden motiviert, eine Zeitlang in einer Provinz unserer Mitschwestern zu verbringen, um das Leben und die Arbeit der Schwestern in einem anderen Land kenen zu lernen", sagt Schwester Gertrud, die zwei Jahre in Namibia und den USA gelebt hat. Schwester Clare bewertet das Zusammenleben vieler Kulturen als "ein Zeichen des Friedens und ein Zeichen für die Welt, dass ein friedliches Zusammen von unterschiedlichen Nationalitäten und Mentalitäten möglich ist."

Ein weiteres internationales Treffen steht  im nächsten Jahr bevor: die Feiern zum 100-jährigen Bestehen der Gemeinschaft im Gründungsort Santarém in Brasilien.

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.missionsschwestern-muenster.de

Text: Almud Schricke | Foto: Almud Schricke
14.08.2009

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