
Pfarrer Georg Michael Ehlert bei der Segensfeier für die neue Solaranlage, die auf dem Dach der Grundschule in Borken-Gemen errichtet wurde.
Ökumenisches Projekt "Sonne für Gerechtigkeit"
Saubere Energie vom Schuldach
Borken-Gemen. Es hat gedauert, und oft ist die Sonne über dem Borkener Ortsteil Gemen auf- und untergegangen. Schließlich aber hat der Verein "Sonne für Gerechtigkeit" die geplante Solaranlage doch aufstellen können. Die Idee für die Vereinsgründung war, etwas für die Bewahrung der Schöpfung zu tun und gleichzeitig Menschen in Not zu helfen. Dass beides geht, die Verwirklichung aber nicht so einfach ist, erfuhren die Vereinsgründer später.
Die Suche nach einem geeigneten Dach für die Solarmodule erwies sich als schwierig: Das zunächst ins Auge gefasste Dach eines Anbaus am Alten Kloster in Gemen musste aufgegeben werden, weil nicht nur Aspekte des Denkmalschutzes bei den Entscheidern im Generalvikariat dagegen sprachen. Schließlich erklärte sich die Stadtverwaltung Borken bereit, das Dach der Grundschule kostenlos zur Verfügung zu stellen.
Zunächst galt es, die Finanzmittel zu beschaffen. Aus Beiträgen der 50 Vereinsmitglieder, aus Krediten und dem staatlichen Zuschuss waren die benötigten 60.000 Euro bald zusammen, und die Anlage, die drei Haushalte mit Strom und Wärme versorgen kann, konnte installiert werden. Bei der Segnung lobte Borkens Bürgermeister Rolf Lührmann das Engagement der Vereinsmitglieder. Das Emblem, das die Jugendburg Gemen und eine aufgehende Sonne zeigt, passe, weil die Sonne Christus symbolisiere. Dass mit der umweltfreundlich erzeugten Energie den Menschen in Indien geholfen werde, sei eine "rundum erfreuliche Angelegenheit".
Sobald die Schulden für die Kollektoren getilgt sind, soll der Erlös in Eine-Welt-Projekte fließen. Da schon jetzt eingehende Spenden nicht für die Schuldentilgung verwandt werden dürfen, gehen diese zunächst in das Hausbauprojekt, das die Christus-König-Gemeinde in Gemen mit der indischen Diözese Changanacherry in der Provinz Kerala verbindet. Dabei wird armen Familien geholfen, ein einfaches, aber solides Haus zu bauen. 3.000 Euro kostet das Baumaterial, von denen ein Drittel die Familie durch Kredite oder Eigenleistungen aufbringen muss, ein weiteres Drittel steuert die indische politische Gemeinde bei. Der Rest wird durch Spenden finanziert. Bei der Segensfeier überreichten Gäste eine Spende von 900 Euro für ein Hausbauprojekt an Pfarrer Georg Michael Ehlert.
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Text: Hubert Gehling | Foto: Hubert Gehling in
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