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16.05.2012
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Gnadenbild.
Das Gnadenbild "Unsere Liebe Frau vom Himmelreich" in Eggerode wird dem 11. Jahrhundert zugerechnet. Die 70 Zentimeter hohe Holzplastik stellt Maria als Königin auf dem Thron sitzend dar. Jesus sitzt auf ihrem Schoß, in der rechten Hand hält Maria ein Zepter.

Eggerode: "Unsere Liebe Frau vom Himmelreich"

Eggeroder schützten ihr Gnadenbild

Eggerode. Die Gnadenkapelle in Eggerode hat das Patrozinium Maria Königin. Die erste Kapelle wurde um das Jahr 1300 erbaut und hatte vermutlich die Form eines offenen Heiligenhäuschens. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kapelle zerstört. Einen Neubau förderte Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen. Er stiftete zum Gnadenbild zwei Leuchter, die noch heute vorhanden sind. Die heutige Gnadenkapelle entstand 1844 nach dem Vorbild der Kevelaerer Kapelle.

Um das Gnadenbild ranken sich mehrere Legenden. Die älteste stammt aus dem 13. Jahrhundert: Zu der Zeit hatte man die Absicht, das Gnadenbild auf einem mit Pferden bespannten Wagen nach Schöppingen zu bringen. Je näher man zur Gemeindegrenze kam, um so schwerer wurde der Wagen. Die Pferde konnten ihn nicht mehr weiterziehen. Da erscholl eine Stimme vom Himmel: "Sieben Pferde sollen mich nicht nach Schöppingen ziehen, wohl aber vier Jungfrauen nach Eggerode zurücktragen." Und so geschah es. Die Legende ist der Ursprung der Prozession am Fest "Mariä Geburt". Noch heute wird das Gnadenbild von vier Eggeroder Mädchen während der Prozession durch das Dorf getragen.

Im Lauf der Jahrhunderte hat es Höhen und Tiefen der Wallfahrt gegeben. Die ersten Pilger, die es nach Eggerode zog, waren Menschen, die von der Pest verschont geblieben waren und die bei der Gottesmutter Zuflucht suchten. In der Zeit der Reformation und während des Dreißigjährigen Kriegs kam die einst blühende Wallfahrt zum Erliegen. Mitte des 16. Jahrhunderts muss der Pilgerstrom so ausgetrocknet sein, dass das Amt Eggerode keinen Vikar mehr ernähren konnte. Von 1566 bis 1584 wurde das Gnadenbild wegen des Einfalls von Calvinisten aus Flandern verborgen gehalten. Einer Legende nach soll das Gnadenbild im Dorfbrunnen versteckt gehalten und unversehrt wieder hervorgeholt worden sein. Seither wird er Marienbrunnen genannt. Der Brunnen befindet sich in der Mitte des Dorfs.

In der Zeit der Nazi-Dikatatur wurden viele Wallfahrten zu eindrucksvollen Bekenntnisbekundungen der Katholiken aus dem Westmünsterland.

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Text: Johannes Bernard | Fotos: Johannes Bernard in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
18.06.2010

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