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25.08.2016
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Dokumentiert:

Predigt von Weihbischof Overbeck am Weltgebetstag für Geistliche Berufe

Bistum. Diözesan-Administrator Weihbischof Franz-Josef Overbeck hat am Weltgebetstag für Geistliche Berufe (13.04.2008) das Zeugnis als hauptsächliche Aufgabe und Herausforderung jedes geistlichen Berufes hervorgehoben. "kirchensite.de" dokumentiert die Vorlage seiner Predigt im St.-Paulus-Dom:

Liebe Schwestern.
Liebe Brüder.

"Geistliche Berufe", um die wir heute besonders beten, leben von der Zeugenschaft. Zeuge zu sein, ist einer der hauptsächlichen Aufgaben und Herausforderungen jedes geistlichen Berufs. Dabei meint Zeugenschaft sehr deutlich und konkret das Zeugesein vom Wirken des lebendigen Gottes, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, für uns gelebt und gelitten hat, gestorben und auferstanden ist sowie heute in der Kraft des Heiligen Geistes unter uns lebt. Darum ist Zeugesein ein Auftrag, der "geistlich" zu verstehen ist, eben sprichwörtlich: Zeuge Jesu Christi in seiner Nachfolge zu sein, ist eine Zeugenschaft im Heiligen Geist.

Das Wort von der Zeugenschaft, wie es heute gemeint ist, stammt aus der Apostelgeschichte, aus der Biographie der jungen Kirche. Der auferstandene Jesus Christus selbst sagt zu den Jüngern, denen er erscheint: "Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde" (Apg ,8). Dem schließt sich in der Apostelgeschichte die Erzählung von der Himmelfahrt Jesu (vgl. Apg 1,9-11), von der betenden Gemeinde (vgl. Apg 1,12-14) und von der Wahl des Matthias zum Apostel (vgl. Apg 1,15-26) an. Nehmen wir das Zitat der Apostelgeschichte "Seid meine Zeugen!" und lesen es im Zusammenhang dessen, was dann folgt, zeigt sich die Kirche in wesentlichen Elementen und Grundzügen.
II.

Zeugenschaft der Jünger ist nur im Zusammenhang der neuen Gegenwart Jesu zu verstehen, der als Auferstandener und Erhöhter vom Himmel her bei seinen Zeugen, den Jüngern, und so der Kirche ist. Hier zeigt sich, dass Zeuge für den lebendigen Jesus Christus zu sein bedeutet, mit der eigenen Existenz für die größeren Möglichkeiten der Gegenwart Gottes und für seinen Sohn selbst einzustehen.

Zeugenschaft der Jünger verwirklicht sich in der betenden Kirche. "Sie alle verharrten dort (im Obergemach in Jerusalem) einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern" (Apg 1,14). Zeugenschaft ohne Gebet ist nicht möglich, weil das Gebet in Aufmerksamkeit auf den je größeren Gott ausrichtet, von dort her Kraft und Weisung erhält und lernt, dass alles an der Gnade Gottes hängt, für deren Empfang sich der Mensch in seinem Herzen und in seinem Verstand, sich empfänglich machend, vorbereitet. Zugleich ist Gebet an dieser Stelle auch stellvertretendes Gebet, das für die Anliegen anderer bei Gott eintritt und Fürbitte wir Fürsprache bei Gott hält.

Zeugenschaft der Jünger ist immer eingebunden in die Gemeinschaft der vielen andern Zeugen, die gemeinsam die Kirche bilden und Mitsorge dafür tragen, dass diese lebt und ihr die jeweils Nötigen und Neuen hinzugefügt werden. So sagt Petrus, um das Apostelkollegium wieder auf die Zwölferzahl zu bringen: "Einer von den Männern, die die ganze Zeit mit uns zusammen waren, als Jesus, der Herr, bei uns ein und aus ging, … muss nun zusammen mit uns Zeuge seiner Auferstehung sein" (Apg 1,21-22). Anschließend wird erzählt, wie die Apostel und die anderen Brüder diesen neuen Zeugen finden und ihn der Apostelschar hinzufügen. Zeugenschaft braucht um des Evangeliums willen die von Heiligen Geist geführten schöpferischen Kräfte der Kirche, um immer wieder neue Zeugen zu finden und der Kirche hinzuzufügen.

Alle drei Aspekte: Zeugenschaft für die größeren Möglichkeiten Gottes, Zeugenschaft aus der Kraft des Betens und Zeugenschaft in der Gemeinschaft der sich immer wieder erneuernden Kirche gehören zusammen, um zu leben, was Jesus uns aufträgt: "Seid meine Zeugen!"

Wenn wir so aus der Lebensgeschichte der jungen Kirche lernen, mit welchem frischen Wind des Heiligen Geistes Zeugenschaft zum Auftrag für uns wird, der uns ganz in den Dienst nimmt, dann sehen wir darin die Grundzüge geistlicher Berufe, um die wir heute besonders beten. Jede besondere Berufung in der Kirche muss mit den größeren Möglichkeiten Gottes rechnen, muss aus dem Beten kommen und muss sich in die sich immer wieder erneuernde Kirche in der Nachfolge Jesu Christi hineinformen. Dabei gibt es Berufungen zu sehr verschiedenen Wegen der Zeugenschaft. An zwei Berufungswege, die an den Lebensnerv der Kirche rühren, erinnere ich heute besonders, an die Berufung zum Priestertum und an die Berufung zum Ordensstand.

Bei uns Priestern gehören die Züge des Zeugsseins vor allem in den Bereich der Sendung zu den anderen durch Verkündigung, Leitung der Gemeinde und Sakramentenspendung. Im ehelosen Leben zeigt sich die Bereitschaft einer besonderen Hingabe, deren geistlicher Tiefgang in der selbstlosen, geschenkten wie auch erlittenen Gemeinschaft mit Jesus Christus gründet.

Bei den Ordensleuten zeigen sich die Züge des Zeugeseins in der radikalen Bereitschaft, sich in den Gelübden von Armut, Keuschheit und Gehorsam Gott und seiner Gegenwart unter uns wie zum Heil für die Menschen ganz und gar zur Verfügung zu stellen. Darin liegt vor allem die geistliche Kraft einer ständigen radikalen Kritik an menschlichen wir kirchlichen Zuständen, die sich – all zu oft nur zu gerne – in dieser Welt einrichten wollen. Ordenschristen rufen vom Wesen ihrer Berufung her immer aus solchen Zuständen heraus.

Bei uns Priestern wie bei den Ordenschristen ist aufgrund der Zeugenschaft für den lebendigen Gott und seine größeren Möglichkeiten, d.h. für Jesus Christus und sein Wirken heute deutlich, dass beide Berufungen aus der Kraft in den Glauben an den immer wieder neu gegenwärtigen Christus gelingen können, dass sie aus der Quelle des Betens gespeist werden müssen und dass sie je neu die schöpferischen Kräfte der Kirche anrufen und provozieren.

Eines fällt mir bei beiden Berufungswegen besonders auf. Wir wissen unter den Bedingungen unserer Zeit mittlerweile recht gut, worauf es jeweils inhaltlich ankommt. Wir kennen also die Grundzüge des priesterlichen Lebens wie der Ordensexistenz. Wir suchen aber mit aller Kraft und in immer wieder neuen Anläufen nach der rechten Art und Weise dieses Lebens. Es geht, so meine Überzeugung, heute nicht nur darum zu sagen, was der Inhalt des Priesterlebens und des Ordenslebens ist, sondern darum zu zeigen und vorzuleben, wie dieses möglich ist und verwirklicht wird. Unsere Zeiten rufen nach Zeugen des "Wie", die das "Was" in seiner konkreten Inhaltlichkeit leben. Entsprechend nämlich ist heute das Leben von Priestern und Ordensleuten sehr vielfältig, so anregend, aufregend, abgründig und aufrichtig, wie die Zeugen sind. Auf Dauer werden dort priesterliche Berufungen und Ordensberufen wachsen, wo glaubwürdige und radikale Zeugen leben, die im Alltag lebbar zeigen, was sie bezeugen wollen. Dies betrifft, so mein Eindruck, vor allem die Art und Weise des Lebens in Gemeinschaft, die Liturgie und das Beten sowie die Kraft zur kirchlichen Zeitgenossenschaft im Licht des Evangeliums.

"Seid meine Zeugen!" – Das Motto des heutigen Weltgebetstages um geistliche Berufe führt in den Alltag des "Wie" dieses Zeugeseins. Es ruft in die Konkretheit des Wirkens des Zeugens, der Geistlicher ist, durchdrungen vom Geist Jesu Christi. Beten wir darum und bitten wir den lebendigen Gott um solche Zeugen. Hoffen wir auf Männer und Frauen, die sich diesem geistlichen Ruf stellen.

Amen.

Lesen Sie außerdem in "kirchensite.de":
- Overbeck: "Zeugnis ist Herausforderung
- Weitere Informationen und Hintergründe zu Weihbischof Overbeck

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