
- Vorfahrt für Pilger: Wegen des Zuges der Osnabrücker nach Telgte war die Bundesstraße 51 in Teilen für den Verkehr gesperrt.
Größte Osnabrücker Wallfahrt seit fünf Jahren
10.500 Pilger beten vor Mutter Gottes
Telgte / Osnabrück. Rund 10.500 Menschen sind bei der größten Fußwallfahrt Deutschlands am Samstag (07.07.2007) von Osnabrück über 42 Kilometer nach Telgte zur Schmerzhaften Mutter Gottes gepilgert. Nach Angaben der Leitung der 155. "Osnabrücker Wallfahrt" ist das die stärkste Beteiligung seit dem Jubiläum des Pilgerzuges im Jahr 2002. "Zwei Helfer, die an einer Engstelle kurz vor der Gnadenkapelle gezählt haben, sind unabhängig voneinander auf diese Teilnehmerzahl gekommen", sagte der Technische Leiter der Wallfahrt, Karl-Heinz Schomaker, gegenüber "kirchensite.de".
Die Wallfahrer führten den so genannten "Bistumsstab" aus Eschenholz mit sich. Er reist seit Pfingsten 2007 und im Vorfeld des 97. Deutschen Katholikentages vom 21. bis 25. Mai 2008 in Osnabrück durch das dortige Bistum. Bei einer Station an der Grenze zum Bistum Münster füllten die Osnabrücker Pilger eine Schaufel Erde in eine Plexiglasröhre. Diese ist in den Stab eingearbeitet. "Der Bistumsstab verbindet die Menschen im Bistum Osnabrück auf dem Weg zum Katholikentag", sagte Schomaker. Zudem verstehen die Pilger des Nachbarbistums das Mitführen des Stabes nach Telgte als Einladung an die Christen im Bistum Münster, zum Katholikentag nach Osnabrück zu kommen.
Mehr als zwei Kilometer langer Zug
Nach zwei Pilgermessen waren am Samstag um 3 Uhr 750 Wallfahrer in Osnabrück aufgebrochen, Tausende schlossen sich auf dem Weg nach Telgte an. "In diesem Jahr war erstmals eine offizielle Pilgergruppe aus Ostbevern dabei, außerdem Gruppen aus dem Osnabrücker Land, aus Hamburg, Bremen und Hildesheim sowie viele Wallfahrer aus Telgte, Münster und dem Umland", berichtete Schomaker. Ab Ostbevern gingen zudem 300 Erstkommunionkinder samt Eltern und Katecheten in dem mehr als zwei Kilometer langen Zug mit.
Gleichsam "durch das Rote Meer" seien die Osnabrücker gezogen, meinte Schomaker. Denn abgesehen von ein paar Tropfen seien die Wallfahrer "trockenen Fußes" unterwegs gewesen, während es neben und hinter dem Pilgerzug immer wieder geregnet habe. Der Osnabrücker Weihbischof Theodor Kettmann begleitete die Wallfahrer, sein münsterischer Amtsbruder Friedrich Ostermann empfing sie vor den Toren Telgtes.
Dank an Helfer im Bistum Münster
"60 Prozent der Pilger sind junge Leute, das Durchschnittsalter der Wallfahrer beträgt 40 Jahre", sagte Schomaker. Schon sechs- und siebenjährige Kinder würden die ganze Strecke mitgehen oder höchstens "ein kurzes Stück" mit einem der 23 Begleitwagen fahren, berichtete der Technische Leiter. "Die Pilger genießen das Gemeinschaftsgefühl und die gute Stimmung." Zudem reize die Herausforderung der Wegstrecke: Die Osnabrücker Wallfahrt ist die einzige mit Ziel Telgte, bei der auch der Rückweg zu Fuß zurückgelegt werden kann. Die letzten Pilger erreichten am Sonntag (08.07.2007) um 19 Uhr die Abschlussandacht in Oesede bei Georgsmarienhütte.
Einen besonderen Dank richtete Schomaker an die Helfer im Bistum Münster. Bei der traditionellen Rast in Ostbevern sowie in Telgte seien die Osnabrücker Wallfahrer "sehr positiv aufgenommen worden. Wir sind froh und dankbar, dass die Helfer sich so für unsere Wallfahrt begeistern." Als ein Beispiel nannte Schomaker die Ehrenamtlichen an der Erbsensuppenausgabe in Ostbevern.
Text: Jens Joest / Foto: Andrea Hertleif, 08.07.2007
Lesen Sie außerdem in "kirchensite.de":
- Größter Pilgerzug Deutschlands (03.07.2007)
- Technischer Leiter Karl-Heinz Schomaker im Porträt (04.07.2006)
- Übersichtsseite zum Thema WallfahrtWeitere Informationen zur
Osnabrücker Wallfahrt im Internet unter:
www.wallfahrt-nach-telgte.de
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