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29.09.2016
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Aus dem kirchensite.de-Archiv
In der Straße "Zum Kreuzweg" mitten inStromberg steht die erste von 14 Stationen: "Jesus wird von Pilatus zum Tode verurteilt".

Kreuzwege im Bistum Münster

Stromberg: Weite Wege zum Heil

In sieben Beiträgen werden Kreuzwege im Bistum vorgestellt. Erstes Beispiel: Der Wallfahrtsort Stromberg im südöstlichen Münsterland.

Stromberg. Seit vielen Jahrhunderten kommen Pilger von weither auf den Stromberg (von keltisch Strongberge (starker, heiliger Berg), um ein geschichtsträchtiges, wundertätiges Kreuz zu verehren, das - nach alten Urkunden - schon um 1207 Ziel einer blühenden Wallfahrt war. Kunsthistoriker datieren den aus westfälischer Eiche geschnitzten Korpus, dessen wertvoller Silbermantel aus Votivgaben der Pilger geschaffen wurde, in die Zeit von 1080-1100.

Ziel seit Jahrhunderten

Seit jeher hat die Wallfahrt ihre Höhepunkte zur Johanniszeit im Mittsommer und zum Fest Kreuzerhöhung im September. Schon in der Anfangszeit wurde das Kreuz dabei regelmäßig aus der Kirche und durch das mittelalterliche Dorf getragen; während man heute nur noch zwei dieser Kreuztrachten kennt, waren es in jenen Jahren acht oder neun.

Für viele der Wallfahrer, die teilweise von weit her kamen (so vom Niederrhein, aus dem Sauerland, dem Paderborner Raum, von Minden und Münster), war schon der Anweg mit allerlei Strapazen verbunden; die meisten kamen zu Fuß und hatten ihren "Bußgang" damit im Grunde abgeleistet. Doch zu jeder Stromberger Wallfahrt gehörte der Weg, den die Kreuztracht nahm, das Beschreiten des großen Kreuzweges rund um den Stromberg, unbedingt dazu. Über Wald- und Feldwege führte die etwa 14 Kilometer lange Strecke; nur selten über eine gesicherte Straße, oftmals quer durch feuchte Wiesen. Erst 1989 hat man eine neue Streckenführung über festeren Untergrund gefunden.

Waren es früher einfache Holzkreuze, die den Pilgern den Weg wiesen und Stationen zum Innehalten und Beten markierten, so wurden zum Wallfahrtsjubiläum im Jahr 1907 14 Andachtshäuschen geschaffen, die die Szenen des Kreuzweges in steinernen Skulpturen zeigten. Die Künstler Anton Moormann aus Wiedenbrück und Christoph Siebe aus Münster waren mit dieser Arbeit beauftragt worden.

Den Kreuzweg heute gehen

Seitdem kommen alljährlich etwa 40 000 Pilger nach Stromberg. Viele besuchen das Heilige Kreuz an einem der traditionellen Wallfahrtstage. Immer mehr organisieren sich aber auch selbst, um den Kreuzweg Jesu Christi nachzugehen oder für alle jene zu beten, die in diesen Tagen (ungerecht) verurteilt werden: zu Krankheit, Tod, Arbeitslosigkeit oder Einsamkeit etwa.

Gerade in der Fastenzeit und in der Karwoche machen sich täglich Einzelpilger und Gruppen auf, um bei Wind und Wetter, bei Tageslicht oder in der Dunkelheit mit brennenden Fackeln in den Anliegen all derer zu beten, die heute ihr Kreuz zu tragen haben - in Stromberg und anderswo.

Text und Foto: Jan Magunski in "Kirche+Leben", 18.02.2005

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