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31.05.2016
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Aus dem kirchensite.de-Archiv
Anna Katharina Emmerick wurdeam 3. Oktober 2004 in Rom selig gesprochen.

9. Februar

Selige Anna Katharina Emmerick

Lebensdaten:

Geboren am 8. September 1774 in Coesfeld, gestorben am 9. Februar 1824 in Dülmen.

Vita:

Die "Mystikerin des Münsterlandes" wuchs als Kind in ärmlichen Verhältnissen in der Coesfelder Bauerschaft Flamschen auf. Schon sehr früh entwickelte sie eine innige Beziehung zu Gott und ein reges Gebetsleben. Ihr Wunsch, in ein Kloster einzutreten, stieß bei ihren Eltern auf völlige Ablehnung. Anna setzte sich jedoch durch und versuchte auf vielerlei Weise, in einer Ordensgemeinschaft unterzukommen. Diese Versuche erwiesen sich aber bald als nutzlos, denn zu jener Zeit war es für eine Tochter eines armen Kötters kaum möglich, in eines der zahlreichen münsterländischen Klöster aufgenommen zu werden.

Anna Katharina Emmerick versuchte es schließlich mit einem Umweg: Sie gab ihren Job als Wanderschneiderin auf, der ihr zwar kein üppiges, aber ein sicheres Einkommen garantiert hatte, und verdingte sich beim Coesfelder Kantor und Organisten Söntgen. Sie hoffte, dass er ihr das Orgel spielen beibringen würde und sie durch diese Fähigkeit endlich Aufnahme in ein Kloster finden könnte. Der Plan ging jedoch nicht auf. Söntgen war ein armer Mann, und in seinem Haus gab es viel Arbeit zu verrichten. Anna setzte ihre ganze Habe ein, um der Familie aus ihrer finanziellen Notlage zu helfen. Zudem war sie so unermüdlich im Haushalt tätig, dass für das Orgelspiel keine Zeit blieb.

Der Zufall wollte es, dass die Tochter des Organisten, Klara, bei den Augustinerinnen in Dülmen eintreten konnte, da sie dort als Lehrerin und Organistin sehr willkommen war. Klara Söntgen setzte sich bei den Schwestern sehr für Anna Katharina ein, und so kam es, dass beide gemeinsam im Jahr 1802 in das Kloster Agnetenberg eintraten.

Doch das Klosterleben gestaltete sich ganz anders, als sich die Kötterstochter aus Flamschen vorgestellt hatte: Sie wollte eine Beziehung zu Gott pflegen, in der das Gebet an erster Stelle stand. Doch das geistliche Leben in Agnetenberg war aufgrund der damaligen schwierigen politischen und gesellschaftlichen Situation fast zum Erliegen gekommen. Zudem besaß Anna Katharina nicht die Wertschätzung aller ihrer Mitschwestern. Einige behandelten sie schlecht, als sei sie eine Magd und keine Ordensfrau.

1811 verließ sie als letzte Schwester das inzwischen von Napoleons Truppen aufgelöste Kloster und wurde Haushälterin eines französischen Geistlichen in Dülmen. Während dieser Zeit wurden zum ersten Mal Wundmale auf ihrem Körper sichtbar: auf der Brust zeigte sich ein Doppelkreuz, ganz ähnlich dem von Anna Katharina schon in der Jugend verehrten "Coesfelder Kreuz", später erschienen auch Stigmata an den Händen und auf der Stirn. Inzwischen war sie krank und bettlägerig geworden und nahm nur noch sporadisch Nahrung zu sich. Untersuchungen kirchlicher und weltlicher Behörden konnten ihr jedoch weder bei den Stigmata noch bei der Nahrungslosigkeit einen Betrug vorwerfen.

Anna Katharina wurde zu einer hoch verehrten Persönlichkeit. Würdenträger und einfache Leute besuchten sie an ihrem Krankenbett. Für alle hatte sie ein offenes Ohr, für viele wurde sie zur geschätzten Ratgeberin. Einer ihrer regelmäßigen Besucher war der Dichter Clemens Brentano, der sich von Anna Katharina ihre Visionen und mystischen Erscheinungen erzählen ließ, und sie in schriftlicher Form veröffentlichte.

Anna Katharina Emmerick starb am 9. Februar 1824 in Dülmen. Sie wurde auf dem Stadtfriedhof begraben. 1975 wurden ihre Gebeine in die Krypta der Heilig-Kreuz-Kirche umgebettet. Am 3. Oktober 2004 wurde die "Mystikerin des Münsterlandes" durch Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.

Namensbedeutung:

"Anna" ist hebräisch und heißt "Gnade, Erbarmen", "Katharina" bedeutet auf griechisch "die allzeit Reine".

Namensableitungen:

Von "Anna" lassen sich folgende Namen ableiten: Ann, Anne, Änne, Anni, Anita, Anja, Anka, Anke, Annerl, Antje.
Von "Katharina" lassen sich ableiten: Käthe, Katja, Kati, Katy, Katina, Katrin, Karin, Kathryn, Catherine.

Darstellung:

Als Nonne im Krankenbett mit Wundmalen.

Text: Thomas Mollen, Februar 2005

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