Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Aktuelles  >  Archivartikel
27.09.2016
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Aus dem kirchensite.de-Archiv

"Zu Bethlehem geboren"

Sehnsucht nach dem Kind

"Zu Bethlehem geboren" ist eines der schönsten und innigsten Weihnachtslieder überhaupt. Es entstand aber zu einer Zeit, die alles andere als schön und innig war – während des 30-jährigen Krieges, der halb Europa entvölkerte. Umso stärker wirkt seine Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit, nach Erlösung.

Sein Schöpfer wurde weltberühmt, weil er sich gegen den schlimmsten Wahn seiner Zeit stellte, gegen den Hexenwahn. Friedrich Spee von Langenfeld (1591-1635), kurz Friedrich von Spee genannt, Jesuit, Moraltheologe und Schriftsteller, wandte sich in seiner berühmtesten Schrift "Cautio criminalis" von 1631 gegen die Unrechtsprozesse. Er verlangte von der Obrigkeit faire Bedingungen für die als Hexen angeklagten Frauen, bekämpfte die Folter und stellte zweifelhafte Zeugenaussagen als Beweismittel in Frage.

Dass nur ein Jahr später eine zweite, weitaus schärfere Auflage dieser Schrift erschien, wird als Hinweis gedeutet, dass die Oberen seines Ordens sein Wirken zumindest wohlwollend zur Kenntnis nahmen.

Als die "Cautio criminalis" erschien, wirkte Spee als Professor für Moraltheologie in Paderborn. Und hier in Westfalen schuf er auch einige seiner berühmtesten Lieder, die zum großen Teil noch immer in Kirchen beider Konfessionen gesungen werden: "O Heiland, reiß die Himmel auf", "In stiller Nacht" oder "O Haupt voll Blut und Wunden". Sein letztes Weihnachtslied überhaupt ist das ebenso bekannte "Zu Bethlehem geboren", das er auf eine Melodie schrieb, die er einem französischen Liederbuch von 1599 entnommen hatte.

Text und Melodie erschienen drei Jahre nach seinem Tod im "Kölner Psälterlein" – die Melodie wurde im 19. Jahrhundert von Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio mit dem neuen weltlichen Text "Die Blümelein, sie schlafen" unterlegt und in dieser Form von Johannes Brahms bearbeitet.

In Spees Text, im Psälterlein auch als "Hertzopffer" bezeichnet, drückt sich die Sehnsucht nach dem Kind in der Krippe in einer inbrünstigen, herzlichen Sprache aus. Am Ende jeder Strophe erklingt der berühmte "Eia, Eia"-Ruf, der lange Zeit als Ausdruck der Zärtlichkeit für das Christkind verstanden wurde. Der münstersche Liedforscher Heribert Limberg gibt seiner Ausgabe im "Rheinisch-westfälischen Weihnachtspsalter" die Form "Eja, eja" und sieht darin einen aus dem Griechischen übernommenen Freudenruf.

Doch selbst wenn "Zu Bethlehem geboren" demnach kein Wiegenlied ist – es ist ein poetisches Meisterstück, das seinen Autor als einen der bedeutendsten Dichter seiner Zeit ausweist. Friedrich von Spee war in Trier tätig, als spanische Truppen die Stadt überfielen. Er beteiligte sich an der Pflege der Verwundeten und Kranken und infizierte sich dabei mit der Pest. Er starb am 7. August 1635 im Alter von 44 Jahren.

Text: Lukas Speckmann/Foto: Michael Bönte, 17.12.04

Lesen Sie mehr zum Thema
Advents- und Weihnachtslieder in "kirchensite"...

Haus der Seelsorge

Die Klosterfürbitte, der Gruppen-Chat und die E-Mail-Seelsorge haben seit dem 1. Mai 2016 eine eigene Internetseite: www.haus-der-seelsorge.de.

Bischof Felix Genn

Sein Leben – sein Wirken – seine Texte.

Gebet

Gott gebe mir Gelassenheit.

Kirchenstag 2017

Das Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags (DEKT) bleibt dabei, die AfD nicht generell von Veranstaltungen des Kirchentags in Berlin und Wittenberg auszuschließen.

Erntedank

Von der Spiritualität des Essens.

Kirchensteuern

Bei der Entwicklung der Kirchensteuer-Einnahmen im nordrhein-westfälischen Teil des Bistums Münster gibt es in diesem Jahr erstmals negative Zahlen im Vergleich zum Vorjahr.

Caritasverband für die Diözese

Organisierte Nächstenliebe.

Dossier Wallfahrt

Seit Jahrhunderten machen sich Christen auf den Weg, um unterwegs Gott ein Stück näher zu kommen.

Jahr der Barmherzigkeit

Am 8. Dezember hat Papst Franziskus das Heilige Jahr der Barmherzigkeit eröffnet.

Heiliger des Bistums

Bonifatius – Apostel der Deutschen.

VIDEO-Tipp ...

"Suche Frieden" - Katholikentag 2018 in Münster.

Glaubenswissen

Rosenkranz: Leben und Sterben Jesu aus der Sicht Marias.

Kirchenmusik

Musik gehört dazu, so lange es die Kirche gibt.

Wallfahrtsorte

Marienbaum: Maria – Zuflucht der Sünder.

Verbände

Bund katholischer deutscher Akademikerinnen.

Freiwilligenzentren

Freiwilligenzentren übernehmen die Vermittlung ehrenamtlicher Aufgaben.

Seniorenseelsorge

Die Seelsorge mit Senioren richtet den Blick auf Interessen und Möglichkeiten im Alter.

Regionen

Münster-Warendorf.

Kirche von A bis Z

Liturgische Bewegung: Beteiligung der Gläubigen am Gottesdienst.

Durch das Jahr

Das Erste Gebot – Bibelarbeit zu Deuteronomium 6, 4-9.

Geistlicher Impuls

Erfolg ist keiner der Namen Gottes.

Mit der Bibel leben

"Mit jubelnden Lippen soll mein Mund dich preisen"

Heiligenlexikon

30. September: Heiliger Hieronymus.

Glaubens-ABC

Opfermahl – Jesus ist am Kreuz zu einem sich Opfernden geworden.

Das Evangelium hören

Service für Sie

Facebook

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web


Anzeigen-Sonderthema


Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand