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28.07.2016
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Aus dem kirchensite.de-Archiv
 

Bibelarbeit zur Fastenzeit 2004

"Der Mensch lebt nicht vom Brot allein"

1. Einführung

Im Vaterunser beten wir: "Unser tägliches Brot gib uns heute." (Mt 6,11; Lk 11,3) Brot ist unser Grundnahrungsmittel, das wir zum Leben brauchen. Wer schon einmal hungern musste, weiß, wie schlimm es ist, auf das tägliche Brot verzichten zu müssen. Und doch haben Menschen immer wieder auch ganz bewusst auf das tägliche Brot verzichtet.

Das Fasten wird aus ganz unterschiedlichen Motiven geübt. In unserer westlichen Kultur wird heute vor allem aus gesundheitlichen Gründen gefastet. Das Ziel ist es, den eigenen Körper von Giftstoffen zu befreien und das Körpergewicht auf ein Normalmaß zu reduzieren. Im alten Israel wurde dagegen überwiegend aus religiösen Gründen gefastet. Man fastete, um Gott gnädig zu stimmen, und um Buße zu tun für die eigenen Sünden. Auch im Christentum hat sich eine Fastenspraxis entwickelt. Seit dem 4. Jahrhundert n. Chr. ist eine vierzigtägige Vorbereitungszeit auf das Osterfest bezeugt, in der gefastet wird. Die 40 Tage sind nicht nur eine Zeit der Buße, sondern seit alters her auch die Zeit, in der sich die Katechumenen auf die Taufe vorbereiten. Die christliche Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch und endet mit der Feier des Ostergottesdienstes. Sie wird begangen nach dem Vorbild Jesu, der vor Beginn seines öffentlichen Wirkens vierzig Tage und vierzig Nächte in der Wüste gefastet hat.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein

"Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt."

2. Der Bibeltext: Die Versuchung Jesu (Mt 4,1-11)

Darauf wurde Jesus vom Geist in die Wüste hinaufgeführt, um vom Teufel versucht zu werden. Und nachdem er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, bekam er Hunger. Und es trat der Versucher an ihn heran und sprach zu ihm: "Wenn Du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass diese Steine zu Brot werden." Er aber antwortete und sprach: "Es steht geschrieben: ‚Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt.’"

Darauf nahm ihn der Teufel mit in die Heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sagte zu ihm: "Wenn du der Sohn Gottes bist, stürz’ dich hinunter! Denn es steht geschrieben: ‚Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben, und sie werden dich auf Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht gegen einen Stein stoßest.’" Jesus sprach zu ihm: "Es steht aber weiterhin geschrieben: ‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen!’"

Wiederum nahm ihn der Teufel auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Königreiche der Welt und ihren Glanz und sagte zu ihm: "Das alles werde ich dir geben, wenn du dich niederwirfst und mich anbetest." Darauf sagte Jesus zu ihm: "Weg mit dir Satan! Denn es steht geschrieben: ‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen!’" Darauf verließ ihn der Teufel, und siehe, Engel traten herzu und dienten ihm.

3. Auslegung

Die Erzählung von der Versuchung Jesu folgt im Matthäusevangelium unmittelbar auf die Perikope von der Taufe Jesu (Mt 3,13-17). Bei seiner Taufe ist Jesus von einer Stimme aus dem Himmel als der geliebte Sohn proklamiert worden (vgl. Mt 3,17). Unmittelbar darauf wird er vom Geist Gottes, der in der Taufe auf ihn herabgekommen ist, in die Wüste geführt, um dort einer Prüfung unterzogen zu werden. Die Wüste war in der Geschichte Israels schon einmal zuvor ein Ort der Prüfung gewesen, als die Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten 40 Jahre lang in der Wüste umherzogen. Nach Dtn 8,2 führte Gott selbst sein erwähltes Volk durch die Wüste, "um dich zu demütigen und zu versuchen, damit er erkenne, was in deinem Herzen ist, ob du seine Gebote halten wirst oder nicht."

Jesus fastet in der Wüste 40 Tage und 40 Nächte. So lange hatte auch Mose gefastet, bevor er die Worte des Bundes auf die Gesetzestafeln schrieb (vgl. Ex 34,28; Dtn 9,11.18). Nach den 40 Tagen ist Jesus hungrig. Sein Hunger bildet den Anlass für die erste Versuchung. Der Teufel tritt an ihn heran und will einen Beweis dafür, dass Jesus tatsächlich Gottes Sohn ist. Er fordert ihn auf, dies zu erweisen, indem er Steine in Brot verwandelt. Der Aufforderung des Teufels kommt Jesus jedoch nicht nach. Er lässt sich nicht zu einer Tat versuchen, die nicht dem Willen Gottes entspricht. Statt dessen hält er dem Teufel das Schriftwort entgegen: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt." (Dtn 8,3).

Der Teufel lässt sich jedoch nach dieser ersten Niederlage noch nicht abschütteln. Er nimmt Jesus mit nach Jerusalem, in die "Heilige Stadt", stellt ihn auf die Zinne des Tempels und fordert ihn auf, hinabzuspringen. Diese Tat soll nach dem Willen des Teufels wiederum den Beweis liefern, dass Jesus tatsächlich der Sohn Gottes ist. Er zitiert sogar die Schrift (Ps 91,11f.), um seiner teuflischen Absicht noch mehr Gewicht zu verleihen. Aber Jesus weist auch dieses Ansinnen des Teufels zurück, indem er ein Schriftwort aus der Tora (Dtn 6,16) entgegenhält.

Nachdem der Teufel immer noch nicht sein Ziel erreicht hat, versucht ein drittes Mal, Jesus zu einer Tat zu bewegen, die nicht im Sinne Gottes ist. Diesmal führt er ihn auf einen hohen Berg und zeigt ihm alle Königreiche der Erde. Unter der Bedingung, dass Jesus sich ihm unterwirft und ihn anbetet, bietet der Teufel ihm die Herrschaft über die ganze Welt an. Aber auch von diesem scheinbar äußerst großzügigen Angebot lässt sich Jesus nicht verführen und von seiner göttlichen Sendung abbringen. Mit den Worten: "Weg von mir Satan!" (vgl. Mt 16,23) weist er den Teufel barsch von sich. Mit dem anschließenden Zitat aus Dtn 6,13 ruft er in Erinnerung, dass allein Gott Anbetung gebührt. Daraufhin gibt der Teufel auf und verlässt Jesus. An die Stelle des Teufels treten nun Engel. Ihr Auftreten macht deutlich, dass die Zeit der Prüfungen beendet ist. Jesus hat sich als gehorsamer Gottessohn erwiesen und ist nun bereit, den ihm vorbestimmten Leidensweg zu gehen.

4. Bibelarbeit

Sich einfinden

Gotteslob 161: Gottes Lamm Herr Jesu Christ

Die Heilige Schrift lesen

Mt 4,1-11: Die Versuchung Jesu

Das Wort Gottes still meditieren:

"Der Mensch lebt nicht vom Brot allein..." – Was bedeutet dieser Satz für mich?

Über das Evangelium sprechen:

Warum und von wem wird Jesus in die Wüste geführt?
Weshalb führt Jesus die Wunder, die der Teufel von ihm erwartet, nicht aus?
Wie kann der Teufel Jesus die Weltherrschaft anbieten? Ist Jesus nicht bereits Herr der Welt? (vgl. Joh 12,31; 14,30)
Was könnte der Zweck der Versuchungen durch den Teufel gewesen sein?

Das Evangelium ins eigene Leben übersetzen:

Wo lasse ich mich in meinem Leben von Gottes Wort leiten?
Wann bin ich schon einmal in Versuchung geführt worden?
Wie gehe ich persönlich mit Versuchungen um? Bleibe ich stark, oder werde ich schwach?

Das Leben ins Gebet nehmen

Gotteslob 2,4: Das Gebet des Herrn

Dipl. theol. Christian Nanz (März 2004)
Katholisches Bibelwerk im Bistum Münster in Kooperation mit kirchensite – online mit dem Bistum Münster (www.kirchensite.de)

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