
- 2005 wurde das Weltjugendtagskreuz zusammen mit der Marienikone auch durch das Bistum Münster getragen.
Weltjugendtagslexikon
Wie der Papst die Treffen erfand...
Zunächst als einmaliges Ereignis geplant, entfachten die Weltjugendtage (WJT) eine so große Begeisterung, dass Papst Johannes Paul II. dieses katholische Jugendtreffen zur festen Einrichtung erklärte. – "kirchensite.de" stellt Bestandteile des WJT vor.
Geschichte
Angeregt durch den großen Erfolg des internationalen Jugendtreffens in Rom im "Heiligen Jahr der Erlösung" 1984, das als einmaliges Ereignis geplant war, nutzte Papst Johannes Paul II. das "Internationale Jahr der Jugend" der Vereinten Nationen 1985, die Jugend der Welt zu jährlichen Jugendtreffen einzuladen und begründete damit die Tradition des Weltjugendtags. Im Abstand von zwei bis drei Jahren finden die Weltjugendtage seitdem weltweit an einem zentralen Ort statt. In den anderen Jahren werden sie in Form von kleinen Treffen auf nationaler und diözesaner Ebene gefeiert. Nachdem 1986 der erste internationale Weltjugendtag ebenfalls in Rom stattfand, lud der Papst die Jugendlichen aller Welt unter anderem nach Argentinien, Polen, die USA und Kanada ein. Das bisher größte Treffen fand 1995 auf den Philippinen statt, wo etwa vier Millionen Jugendliche gemeinsam mit dem Papst ihren Glauben feierten. Im Jahr 2005 führte es das größte internationale Jugendtreffen der Welt erstmals nach Deutschland, wo der Papst Benedikt XVI. während der Abschlussmesse die Einladung für 2008 nach Sydney aussprach.
Kreuz
Das bekannteste Symbol der Weltjugendtage ist das Jugendkreuz, das die Treffen von Beginn an begleitet hat. Es ist ein schlichtes Holzkreuz mit einer Größe von 3,80 Metern und einem Gewicht von etwa 31 Kilogramm, das 1984 anlässlich des "Heiligen Jahres der Erlösung" – dem Ursprung des Weltjugendtags – auf dem Petersplatz errichtet wurde. Anschließend übergab Papst Johannes Paul II. es der Jugend mit einem klaren Auftrag, der auf der Inschrift des Kreuzes festgehalten ist: "Tragt es hinaus in die Welt als ein Symbol der Liebe Christi zu den Menschen, und verkündet jedem, dass wir allein durch den Tod und die Auferstehung Christi Heil und Erlösung finden können." Seitdem durchreist das Kreuz die ganze Welt jeweils mit dem Ziel des Gastgeberlandes, das den nächsten Weltjugendtag ausrichtet. So traf es 2005 nach zweijähriger Reise zunächst durch Europa und dann durch die deutschen Bistümer in Köln ein. Im Vorfeld des Weltjugendtags 2008 reiste das Kreuz zum ersten Mal durch Afrika, dann durch Südostasien und Ozeanien. Seit Anfang Juli ist es nun auf der Reise durch die Diözesen Australiens.
Marienikone
Am Palmsonntag 2003 schenkte Papst Johannes Paul II. im Rahmen des XVIII. Weltjugendtags in Rom der Jugend der Welt eine Marienikone, die er stellvertretend einer Delegation deutscher Jugendlicher überreichte. Seitdem ist die Ikone ständige Begleiterin des Weltjugendtagskreuzes. Seit 2003 reiste sie zunächst durch Europa und vor allem durch Deutschland bis zu ihrem vorläufigen Ziel Köln, wo 2005 der XX. Weltjugendtag stattfand. Gemeinsam mit dem Jugendkreuz wurde sie am Palmsonntag 2006 australischen Jugendlichen übergeben. Das Heiligenbild ist eine Kopie der Marienikone Salus Populi Romani – "Heil des römischen Volkes" – aus der römischen Kirche Santa Maria Maggiore. Bei der Übergabe 2003 sagte Johannes Paul II.: "Sie wird ein Zeichen der mütterlichen Gegenwart Marias an der Seite der Jugendlichen sein, die ebenso wie der Apostel Johannes dazu berufen sind, die Mutter Gottes in ihrem Leben aufzunehmen."
Motto
Vom ersten Weltjugendtag an lädt der Papst die Jugendlichen zu den internationalen Treffen unter einem bestimmten Motto ein, das immer den neutestamentlichen Schriften entstammt und das Zusammenkommen inhaltlich bestimmen soll. Die Jugendlichen werden eingeladen, sich auf den biblischen Spruch einzulassen und das Treffen in einem bestimmten Aspekt des Glaubens zu bestreiten. So lautete das Motto des ersten Weltjugendtags 1986 in Rom: "Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist" (1 Petr 3,15), das die Teilnehmer animieren sollte, ihren Glauben auch offen nach außen zu leben. "Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein" (Apg 1,8) heißt das Motto des diesjährigen Treffens in Sydney, das die Jugendlichen auffordert, das Wirken des Heiligen Geistes in ihrem Leben zu erkennen.
Papst
Als Begründer des Weltjugendtags war Papst Johannes Paul II. bei allen der ersten zwölf internationalen Jugendtreffen dabei. Jeweils für ein paar Tage reiste der Papst zu den Versammlungsstätten der Jungendlichen, um im Freien mit allen Teilnehmern die Vigil zu beten und eine Messe zu feiern. Auch für den Papst ist der Weltjugendtag vor allem ein Fest der Begegnung. Im Rahmen des Großereignisses trifft sich das Oberhaupt der katholischen Kirche im jeweiligen Gastgeberland mit unterschiedlichen Jugendgruppen, Geistlichen der Diözesen oder auch Vertretern anderer Religionen. Der Weltjugendtag 2005 in Köln war für den im gleichen Jahr zum Papst gewählten Benedikt XVI. das erste Jugendtreffen im Amt des Papstes und gleichzeitig die erste Auslandsreise überhaupt. Das Treffen in Sydney ist der erste Weltjungendtag, den Benedikt XVI. von Beginn an miterlebt und mitgestaltet.
Pilgerrucksack
Zu jedem internationalen Weltjugendtag erhält jeder Teilnehmer, der sich im Vorfeld bei dem offiziellen Veranstalter anmeldet, einen Rucksack mit nützlichen Utensilien. So enthält der Pilgerrucksack, der jedes Mal im offiziellen Design des Austragungsortes neu gestaltet wird, Praktisches wie Karten zur Orientierung, Stifte, eine Wärmedecke und Essbesteck sowie Geistliches wie einen Rosenkranz, ein Liederbuch und biblische Texte. In diesem Jahr füllt beispielsweise ein Textbuch mit Lukasevangelium und Apostelgeschichte den Rucksack, der von den Farben des Weltjugendtag-Logos rot und orange dominiert wird. Zudem finden die Pilger diesmal diverse Info-Handbücher über Sydney, da viele die einmalige Gelegenheit nutzen, vor und nach dem Großereignis Sydney und Umgebung kennen zu lernen.
Tage der Begegnung
Der Weltjugendtag beginnt nicht erst mit dem offiziellen Zusammenkommen mit dem Papst sondern immer schon ein paar Tage früher, an denen die Pilger in den unterschiedlichen Bistümern des jeweiligen Gastgeberlandes gemeinsam mit den Jugendlichen vor Ort leben. Die Tage der Begegnung sind mit einem vollen geistlichen und freizeitlichen Programm gestaltet, das die Pilger auf die Hauptveranstaltung mit dem Papst vorbereitet und ihnen gleichzeitig die Lebens- und Glaubensgewohnheiten des entsprechenden Landes nahe bringt. In diesem Jahr finden die Tage der Begegnung vom 10. bis 14. Juli 2008 auf dem ganzen australischen Kontinent und in Neuseeland statt, der eigentliche Weltjugendtag ist dann vom 15. bis 20. Juli in Sydney.
Bisherige Stationen des WJT
Nachdem die ersten drei Weljtugendtreffen (1984, 1985,1986) in Rom stattfanden war im Jahr 1987 Buenos Aires (Argentinien) die erste Station in einem fremden Land. Damals kamen etwa eine Millionen Teilnehmer unter dem Motto "Und wir haben erkannt und gelbaut die Liebe, die Gott zu uns hat." (1 Joh 4,16) zusammen. Folgende Stationen folgten:
- 1989 – Santiago de Compostela (Spanien): 500.000 Teilnehmer. Motto: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. (Joh 14,6)
- 1991 – Tschenstochau (Polen): 1,2 Mio. Teilnehmer. Motto: Ihr habt einen kindlichen Geist empfangen. (Röm 8,15)
- 1993 – Denver (USA): 0,6 Mio. Teilnehmer. Motto: Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen. (Joh 10,10)
- 1995 – Manila (Philippinen): 4 Mio. Teilnehmer. Motto: Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. (Joh 20,21)
- 1997 – Paris (Frankreich): 1,1 Mio. Teilnehmer. Motto: Meister – wo ist deine Herberge? Kommt und seht! (Joh 1,38-39)
- 2000 – Rom (Italien): 2 Mio. Teilnehmer. Motto: Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt (Joh 1,14)
- 2002 – Toronto (Kanada): 0,8 Mio. Teilnehmer. Motto: Ihr seid das Salz der Erde ... Ihr seid das Licht der Welt. (Mt 5,13-14)
- 2005 – Köln (Deutschland): 1,2 Mio. Teilnehmer. Motto: Wir sind gekommen, um IHN anzubeten (Mt 2,2)
- 2008 – Sydney (Australien): Motto: Ihr werden die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein. (Abg 1,8)
Text: Michael Berentzen/Michael Bönte,
08.07.2008 / Foto: Michael Bönte
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