
Seligsprechungsprozess von Johannes Paul II.
Wunder anerkannt?
Warschau. Im Seligsprechungsprozess für Johannes Paul II. soll das Überleben eines schwer kranken Babys als vom verstorbenen Papst vermitteltes Wunder anerkannt worden sein. Das meldete die polnische Zeitung "Gazeta Wyborcza" (Online) am Montag (05.02.2007). Laut Bericht ist ein im Juli 2005 im Marienwallfahrtsort Tschenstochau geborenes Mädchen mit schweren Geburtsfehlern nach Gebeten der Mutter heute kerngesund. Die Ärzte hätten dem Neugeborenen keine Überlebenschancen gegeben.
Im sechsten Monat per Kaiserschnitt entbunden, war das Mädchen laut Bericht der Eltern schwer an Nieren und Herz geschädigt und nur 860 Gramm leicht. Die Mutter habe im Krankenhaus ein Bild des verstorbenen Papstes bei sich gehabt und ihn täglich um Hilfe angefleht. Nun habe das für die Seligsprechung zuständige Vatikan-Gremium die Eltern benachrichtigt, dass der Fall im Prozess als Beleg für ein auf Vermittlung Johannes Paul II. erwirktes Wunder angeführt werde. Bislang gibt es keine offizielle Bestätigung dieser Aussage von Seiten des Vatikans.
Mitte Januar hatte die italienische Kirche Spekulationen zurückgewiesen, eine Seligsprechung stehe bereits am zweiten Todestag Johannes Paul II., dem 2. April, bevor. Experten halten sie unter Einhaltung der normalen Verfahrenswege in diesem Jahr kaum mehr für möglich. Allerdings könne Papst Benedikt XVI. jederzeit eingreifen und die Arbeit beschleunigen.
Das kirchliche Verfahren zur Seligsprechung Johannes Paul II. wurde nur wenige Monate nach seinem Tod eröffnet. Normalerweise ist eine mindestens fünfjährige Wartefrist vorgesehen. Ein Teil des Verfahrens zur Befragung von Zeitzeugen wurde bereits zum ersten Todestag in Polen abgeschlossen.
Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH/mib, 06.02.2007
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