
- Ordensgeistliche versammelt sich regelmäßig zum gemeinsamen Stundengebet.
Stundengebet
Den Tag heiligen
Die regelmäßigen nichteucharistischen Versammlungen der Gemeinde zu bestimmten Stunden des Tages und auch der Nacht werden Stundengebet genannt. Angelpunkt des Stundengebetes sind in allen christlichen Kirchen Morgenlob (Laudes) und Abendlob (Vesper). Weil das Gebet den Tag und alle menschlichen Tätigkeiten heiligen soll, kamen andere Tagzeiten (Horen, von lat. Hora Stunde) hinzu (Terz, Sext und Non). Die Komplet als Nachgebet schließt das Stundengebet ab. Ein nächtliches Stundengebet ist die Lesehore, die aus den schönsten Stellen der Heiligen Schrift und aus den Werken geistlicher Schriftsteller besteht. Sie kann auch zu jeder beliebigen Tagesstunde gebetet werden.
Die einzelnen Teile des Stundengebetes bestehen aus Hymnus, Psalmen, Kurzlesung und Fürbitten. Die Psalmen sind so angeordnet, dass sie innerhalb eines Monats, mit kleinen Ausnahmen, alle gelesen werden.
Das Stundengebet ist ein Gebet der gesamten Kirche. Es soll möglichst gemeinsam gesungen oder gebetet werden. Bischöfe, Priester, Diakone und die meisten Ordensgemeinschaften sind zum täglichen Stundengebet verpflichtet. Die zum Chorgebet verpflichteten Gemeinschaften verrichten das ganze Stundengebet im Chor, das heißt, gemeinsam in der Kirche. Zum Chorgebet waren früher auch die Diözesangeistlichen verpflichtet. Als sie immer mehr vom gemeinsamen Stundengebet dispensiert wurden, mit der Erlaubnis, die Gebete privat zu verrichten, wurden die Texte in einem Buch (Brevier) zusammengefasst.
Quelle: Dorn, Anton Magnus; Eberts, Gerhard (Hrsg.),
Redaktionshandbuch Katholische Kirche, München 1996 /
Foto: Michael Bönte, Juli 2006
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