
Ausstellung in Berlin:
Kirche und Staatwürdigen "Löwen von Münster"
Berlin / Bistum. Spitzenvertreter aus Kirche und Politik haben den Kampf von Kardinal Clemens August von Galen (1878-1946) für die Menschenrechte gewürdigt. Er habe die NS-Diktatur furchtlos als Unrechtsregime entlarvt, sagte der Papst-Botschafter in Deutschland, Erzbischof Erwin Josef Ender, am Donnerstagabend (16.03.2006) in Berlin.
Ender äußerte sich bei der Eröffnung einer Ausstellung über den früheren Bischof von Münster in Nordrhein-Westfalens Landesvertretung beim Bund. Anlass ist die Seligsprechung von Galens im vergangenen Oktober.
Einsatz für die Menschenwürde
Nordrhein-Westfalens Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) erinnerte an von Galens berühmte Predigten gegen die Ermordung von Behinderten. Wegen seiner offenen Worte wurde er als "Löwe von Münster" bezeichnet. Die Ausstellung zeige, wie wichtig der Einsatz für die Menschenwürde auch heute sei, betonte der Minister.
Er nannte den Schutz des ungeborenen und des geborenen Lebens sowie den Anspruch auf eine erstklassige medizinische Versorgung für alle Menschen. Hospize und Palliativmedizin müssten die Antwort auf Forderungen nach Sterbehilfe sein.
Auch für Berlin von großer Bedeutung
Der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky betonte, von Galen sei auch für Berlin von großer Bedeutung. Als Seelsorger habe er von 1906 bis 1929 auf Aufbau der katholischen Kirche in der Hauptstadt mitgewirkt. Weihbischof Heinrich Timmerevers (Vechta) meinte, die Berliner Jahre hätten von Galens Blick für sozialpolitische Fragen geschärft. So hätten sie ihn auch auf das Bischofsamt in Münster vorbereitet.
Text: KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH, 17.03.2006
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