Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Aktuelles  >  Archivartikel
27.03.2015
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Aus dem kirchensite.de-Archiv

Das Hungertuch von 1619 in der Stiftskirche in Vreden

Zu Ehren des Leidens Christi angefertigt

Vreden. Hungertücher haben vor allem im Münsterland eine Tradition, die in das Mittelalter zurückreicht. Die bekanntesten Hungertücher des 17. Jahrhunderts befinden sich im Heimathaus Münsterland in Telgte, in Vreden und Freckenhorst. In den vergangenen Jahrzehnten sind in einigen Gemeinden neue Hungertücher entstanden. In einer Serie stellt Kirche+Leben einige von ihnen vor.

Zu den kostbarsten historischen Hungertüchern zählt das Vredener Hungertuch von 1619, das sich in der Stiftskirche befindet und dort ganzjährig ausgestellt ist.

Über viele Jahrhunderte war es Brauch, zu Beginn der vierzigtägigen Fastenzeit ein "velum quadragesimale", wie ein Hungertuch in der lateinischen Kirchensprache genannt wird, im Triumphbogen zwischen Schiff und Chor aufzuhängen, um den Hochaltar den Blicken der Gläubigen zu entziehen und so an die Pflicht der Buße und des Fastens zu mahnen.

Ein "velum" ist ein Tuch der Verhüllung, die "quadragesima" ist die vierzigtägige Fastenzeit. Für das "Fasten mit den Augen" wurden immer drei Gründe genannt:

  • die Unwürdigkeit der Gläubigen, während der Zeit der Buße das Heiligtum des Altars zu schauen;
  • der Hinweis, dass die Gottheit Christi sich während seines Leidens "verhüllte";
  • der Vergleich mit dem Vorhang im Tempel, der beim Opfertod Christi zerriss.

Als sich in der gotischen Zeit das "Sehenwollen" des Geheimnisses durchsetzte, wurden die Hungertücher hoch im Chorbogen der Kirchen aufgehängt, so dass der Blick zum Altar freiblieb. Die bis dahin schlichten Leinentücher wurden nun Sinnbilder der Fastenzeit. Man schmückte sie mit Bildern und Symbolen des Leidens Christi, um die Gläubigen eindringlich an die Passion heranzuführen und sie zur Buße aufzurufen.

Unter den Motiven, auf die sich der Christ in der Fastenzeit konzentrieren sollte, stehen das Leiden Christi und die Kreuzigung im Vordergrund.

Das Vredener Hungertuch entstand im Stift Vreden und ist ein Geschenk der Äbtissin Agnes von Limburg-Stirum (1563 bis 1645). Im Hungertuch eingearbeitet ist eine lateinische Inschrift, deren Übersetzung lautet: "Agnes, von Gottes Gnaden Äbtissin zu Elten, Vreden, Freckenhorst und Borghorst, Gräfin von Limburg und Bronck-horst, hat dieses Ornament zu Ehren des Leidens Christi angefertigt und der Kirche der heiligen Felicitas gestiftet im Jahr des Herrn 1619."

Das Tuch zeigt elf figürliche Passionsbilder in so genannter Filetarbeit, die durch feine Leinenstreifen voneinander getrennt sind. Das Bild der Kreuzigung im Hochformat bildet die betonte Mitte des gesamten Kunstwerks.

In den Schnittpunkten der Längsstreifen und am Rand finden sich oben zunächst die Evangelisten-Symbole, darunter in vier Querreihen die 16 Adelswappen der Vorfahren der Äbtissin. Für die Abtei in Freckenhorst stiftete die Äbtissin Agnes von Limburg-Stirum 1628 ebenfalls ein Hungertuch. "Beide Hungertücher gehören zu den größten Kostbarkeiten textiler Handwerkskunst in Westfalen", sagt der Vredener Heimathistoriker Hermann Terhalle.

Vitrine schützt vor Alterung

Bis in die 1960er Jahre wurde das Vredener Hungertuch jeweils in der Fastenzeit vor dem Altar der Kirche aufgehängt. Dabei wurde es stark strapaziert und musste mehrfach restauriert werden. Nach der jüngsten Wiederherstellung ist das Kunstwerk in einer Vitrine untergebracht.

Für die Vredener St.-Georg-Kirche stickten Frauen der Stickgruppe von 1992 bis 1994 ein neues Hungertuch nach einem Entwurf der bekannten Textilkünstlerin Lotte Bach (1908 bis 1995) aus Nottuln-Schapdetten. Es wurde ein Kunstwerk geschaffen, das an die westfälische Tradition der Hungertücher anknüpft und Bezüge zu Leiden heutiger Zeit herstellt. 

Text und Fotos: Johannes Bernard in "Kirche+Leben", 03.03.2006

Lesen Sie außerdem in "kirchensite.de":
- Stichwort: Hungertuch

Wir beten für Sie!

KLOSTERFÜRBITTE im Monat März: Gemeinschaft Emmanuel in Münster-Roxel.

Dossier: Fasten- und Osterzeit

kirchensite.de informiert in einem Dossier über die wichtigste Zeit im Kirchenjahr.

Mittwoch ist Chatzeit

Am Mittwoch zwischen 20.30 und 21.30 Uhr im Chat: Pastoralreferent Ludger Picker.

Brauchtum zum Palmsonntag

"Zeig mir deinen Palmstock, und ich sage Dir, woher Du kommst"

Glaubenswissen

Prozession: Feierlicher Umzug aus religiösem Anlass.

Bibelarbeiten

Die Bibelarbeiten befassen sich mit Schriftstellen aus dem Alten und Neuen Testament und eignen sich für die Gemeindearbeit und für die persönliche Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift.

Übersicht: Fastenzeit

Der Osterfestkreis ist der Höhepunkt des Kirchenjahres.

VIDEO-Tipp ...

Fastenimpulse: Mehr vom Meer (Teil 5).

Katholikentag in Münster

Obwohl sich keine Mehrheit für einen Stadtzuschuss für den Katholikentag 2018 in Münster abzeichnet, rechnen die Veranstalter mit einer Lösung der Finanzprobleme.

Tenhumberg-Stiftung

Die Bischof-Heinrich-Tenhumberg-Stiftung möchte Hilfe bei schwangerschaftsbedingter Not leisten.

Bibelarbeit

Der johanneische Passionsbericht gehört ohne Frage zu den theologisch wie erzählerisch stärksten Abschnitten des Neuen Testamentes.

Familiensynode

Stellungnahme der Deutschen Ordensobernkonferenz aus Anlass der Weltbischofssynode zur Familie.

Stiftungen im Bistum Münster

Die Geschichte der Stiftungen im Bistum Münster ist vor allem eine Geschichte der Einzelgeschichten. Denn jede Stiftung hat ihr eigenes Gesetz und ihre eigene Satzung.

Bischöfliches Offizialat Münster

Ehe: Gültig oder nicht gültig - das ist hier die Frage.

Wallfahrtsorte

Alt-Lünen: "Unsere Liebe Frau".

Verbände

Katholische Landfrauenbewegung.

Kar- und Ostertage

Vier Tage nah dran.

Individuelle Notsituationen

Beratung - Hilfe – Unterstützung.

Regionen

Oldenburger Land.

Kirche von A bis Z

Palmsonntag: Erinnerung an den Einzug Jesu in Jerusalem.

Durch das Jahr

Hungertuch: Fasten für die Augen.

Geistlicher Impuls

Kreuzwegmeditation: Kreuzige ihn!

Mit der Bibel leben

Das Leiden Jesu nach Johannes.

Heiligenlexikon

26. März: Heiliger Liudger.

Glaubens-ABC

Krankensalbung: Heilender und tröstender Zuspruch.

Das Evangelium hören

Service für Sie

Facebook

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web


Reden, Fragen, Antworten finden

im "Haus der Seelsorge" hat man ein offenes Ohr für Sie

Seelsorger im März:
Diakon Klaus Elfert.

Seelsorger/-innen

Haus der SeelsorgeHaus der Seelsorge

Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Lebenshilfe+Seelsorge: 
  Diakon Klaus Elfert
  klaus.elfertkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand