Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Aktuelles  >  Archivartikel
18.09.2014
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Aus dem kirchensite.de-Archiv

Das Hungertuch von 1619 in der Stiftskirche in Vreden

Zu Ehren des Leidens Christi angefertigt

Vreden. Hungertücher haben vor allem im Münsterland eine Tradition, die in das Mittelalter zurückreicht. Die bekanntesten Hungertücher des 17. Jahrhunderts befinden sich im Heimathaus Münsterland in Telgte, in Vreden und Freckenhorst. In den vergangenen Jahrzehnten sind in einigen Gemeinden neue Hungertücher entstanden. In einer Serie stellt Kirche+Leben einige von ihnen vor.

Zu den kostbarsten historischen Hungertüchern zählt das Vredener Hungertuch von 1619, das sich in der Stiftskirche befindet und dort ganzjährig ausgestellt ist.

Über viele Jahrhunderte war es Brauch, zu Beginn der vierzigtägigen Fastenzeit ein "velum quadragesimale", wie ein Hungertuch in der lateinischen Kirchensprache genannt wird, im Triumphbogen zwischen Schiff und Chor aufzuhängen, um den Hochaltar den Blicken der Gläubigen zu entziehen und so an die Pflicht der Buße und des Fastens zu mahnen.

Ein "velum" ist ein Tuch der Verhüllung, die "quadragesima" ist die vierzigtägige Fastenzeit. Für das "Fasten mit den Augen" wurden immer drei Gründe genannt:

  • die Unwürdigkeit der Gläubigen, während der Zeit der Buße das Heiligtum des Altars zu schauen;
  • der Hinweis, dass die Gottheit Christi sich während seines Leidens "verhüllte";
  • der Vergleich mit dem Vorhang im Tempel, der beim Opfertod Christi zerriss.

Als sich in der gotischen Zeit das "Sehenwollen" des Geheimnisses durchsetzte, wurden die Hungertücher hoch im Chorbogen der Kirchen aufgehängt, so dass der Blick zum Altar freiblieb. Die bis dahin schlichten Leinentücher wurden nun Sinnbilder der Fastenzeit. Man schmückte sie mit Bildern und Symbolen des Leidens Christi, um die Gläubigen eindringlich an die Passion heranzuführen und sie zur Buße aufzurufen.

Unter den Motiven, auf die sich der Christ in der Fastenzeit konzentrieren sollte, stehen das Leiden Christi und die Kreuzigung im Vordergrund.

Das Vredener Hungertuch entstand im Stift Vreden und ist ein Geschenk der Äbtissin Agnes von Limburg-Stirum (1563 bis 1645). Im Hungertuch eingearbeitet ist eine lateinische Inschrift, deren Übersetzung lautet: "Agnes, von Gottes Gnaden Äbtissin zu Elten, Vreden, Freckenhorst und Borghorst, Gräfin von Limburg und Bronck-horst, hat dieses Ornament zu Ehren des Leidens Christi angefertigt und der Kirche der heiligen Felicitas gestiftet im Jahr des Herrn 1619."

Das Tuch zeigt elf figürliche Passionsbilder in so genannter Filetarbeit, die durch feine Leinenstreifen voneinander getrennt sind. Das Bild der Kreuzigung im Hochformat bildet die betonte Mitte des gesamten Kunstwerks.

In den Schnittpunkten der Längsstreifen und am Rand finden sich oben zunächst die Evangelisten-Symbole, darunter in vier Querreihen die 16 Adelswappen der Vorfahren der Äbtissin. Für die Abtei in Freckenhorst stiftete die Äbtissin Agnes von Limburg-Stirum 1628 ebenfalls ein Hungertuch. "Beide Hungertücher gehören zu den größten Kostbarkeiten textiler Handwerkskunst in Westfalen", sagt der Vredener Heimathistoriker Hermann Terhalle.

Vitrine schützt vor Alterung

Bis in die 1960er Jahre wurde das Vredener Hungertuch jeweils in der Fastenzeit vor dem Altar der Kirche aufgehängt. Dabei wurde es stark strapaziert und musste mehrfach restauriert werden. Nach der jüngsten Wiederherstellung ist das Kunstwerk in einer Vitrine untergebracht.

Für die Vredener St.-Georg-Kirche stickten Frauen der Stickgruppe von 1992 bis 1994 ein neues Hungertuch nach einem Entwurf der bekannten Textilkünstlerin Lotte Bach (1908 bis 1995) aus Nottuln-Schapdetten. Es wurde ein Kunstwerk geschaffen, das an die westfälische Tradition der Hungertücher anknüpft und Bezüge zu Leiden heutiger Zeit herstellt. 

Text und Fotos: Johannes Bernard in "Kirche+Leben", 03.03.2006

Lesen Sie außerdem in "kirchensite.de":
- Stichwort: Hungertuch

Wir beten für Sie!

KLOSTERFÜRBITTE im Monat September: Klarissenschwestern in Münster.

Übersicht: Karikaturen

Der etwas andere Blick...

Wallfahrtsorte

Im Bistum Münster gibt es mehr als 20 große und kleine Wallfahrts- und Gedenkorte, zu denen sich die Menschen aufmachen, neue Erfahrungen zu sammeln.

Geistlicher Impuls

Pfarrer Jochen Reidegeld: Zuversicht in der Dunkelheit.

VIDEO-Tipp ...

In zwölf Metern Höhe: Zehn Paare erlebten das Eheversprechen auf eine andere Art.

Schoko-Nikolaus bestellen!

Wer den Nikolaustag am 6. Dezember mit dem echten Schoko-Nikolaus feiern möchte, muss bereits jetzt aktiv werden.

Schwangerenberatung

Im Mittelpunkt der Schwangerschaftsberatung der Caritas stehen die Lebensperspektiven.

Schwangerschaftsabbrüche

Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche ist im Sommer 2014 gegenüber dem Vorjahreszeitraum erneut zurückgegangen.

Mittwoch ist Chatzeit

Am Mittwoch zwischen 20.30 und 21.30 Uhr im Chat: Diakon Holger Meyer.

Bibelarbeiten

Die Bibelarbeiten befassen sich mit Schriftstellen aus dem Alten und Neuen Testament und eignen sich für die Gemeindearbeit und für die persönliche Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift.

Heiligenkalender

22. September: Heiliger Mauritius.

Glaubenswissen

Frömmigkeit: Gesamthaltung des gläubigen Menschen vor Gott.

Diözesanpilgerstelle

Wer das Ziel der eigenen Glaubensfindung, die Sinnsuche, spirituelle Impulse in den Vordergrund rückt, kann seinen Weg auf einer der vielen Pilgerreisen finden.

Wallfahrtsorte

Stromberg: Heiliges Kreuz.

Verbände

KSJ - Katholische Studierende Jugend.

Tag für Hinterbliebene

Witwen und Witwer aus dem ganzen Bistum sind am "Tag für alle, deren Partner gestorben ist" zu einer zentralen Veranstaltung nach Münster eingeladen.

Behindertenseelsorge

Ziel der Schulseelsorge ist es, das Leben in der Schule mitzugestalten.

Regionen

Borken-Steinfurt.

Kirche von A bis Z

Namenstag: Erinnerung an die Taufe.

Lambertusspiel-Tradition

Laterne, Pyramide und alte Lieder: Wenn der September sich ankündigt, dann naht die Zeit des Lambertus-Spiels.

Geistlicher Impuls

Geheimnis eines Seufzers - "Das ungesungene Lied des Friedens".

Mit der Bibel leben

Psalm 23: Der Herr mein Hirte.

Heiligenlexikon

26. September: Heilige Kosmas und Damian.

Glaubens-ABC

Herz Jesu: Zeichen der unüberbietbaren Liebe.

Das Evangelium hören

Service für Sie

Facebook

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web


Reden, Fragen, Antworten finden

im "Haus der Seelsorge" hat man ein offenes Ohr für Sie

Seelsorger im September:
Werner Fusenig.

Seelsorger/-innen

Haus der SeelsorgeHaus der Seelsorge

Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Lebenshilfe+Seelsorge: 
  Werner Fusenig
  fusenigkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand