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14.11.2018
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Ortkemper.

Franz-Josef Ortkemper wird am 2. November 2009 70 Jahre alt.

Der Direktor des Katholischen Bibelwerks geht in den Ruhestand

Ortkemper: "Die Bibel entspricht der Vielfalt des Lebens"

Bistum. Nach zwei Jahrzehnten an der Spitze des Katholischen Bibelwerks will sich der 69-jährige Franz-Josef Ortkemper am Samtag (19.09.2009) bei der Mitgliederversammlung des Vereins aus dem Amt verabschieden. In einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur zieht der in Beckum geborene Priester des Bistums Münster eine Bilanz seiner Arbeit.

KNA: Herr Ortkemper, wie heißt Ihre Lieblingsstelle in der Bibel?

Franz-Josef Ortkemper: Ein Vers aus dem alttestamentlichen Buch Zefanja: "Juble, Tochter Zion! Jauchze, Israel! Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der Rettung bringt. Er freut sich und jubelt über dich, er erneuert seine Liebe zu dir." Da wird Gott mit einem jungen Mann verglichen, der ganz von seiner Braut fasziniert ist. Dieses Gottesbild finde ich toll. Ein Wahnsinnstext.

KNA: Und was bedeutet Ihnen die Heilige Schrift insgesamt?

Ortkemper: Sie ist ein faszinierendes Buch. Das fängt mit dem Schöpfungsbericht und seinen Sinnfragen an: Die Welt kommt von Gott, in ihm finden die Menschen ihren Ursprung und ihr Ziel; diese Welt ist gut. Und die Bibel endet mit der Offenbarung des Johannes, in der das Bild aus dem Schöpfungsbericht noch einmal aufgegriffen wird: Es geht dort um eine neue Schöpfung und ein neues Jerusalem. Solche Verheißungen tun gut in einer Welt, die alles andere als einfach ist.

Die Bibel ist ein Buch, in dem man immer wieder neue Entdeckungen machen kann und mit dem man nie fertig wird. Das geht mir nach 20 Jahren als Direktor des Bibelwerks noch so.

KNA: Unter Wissenschaftlern gibt es eine Diskussion über die Frage, wie mit der Bibel umgegangen werden soll. Vereinfacht wird der Unterschied zwischen einer historisch-kritischen und einer kanonischen Auslegung gemacht. Wo stehen Sie in dieser Debatte?

Ortkemper: Die historisch-kritische Methode ist unverzichtbar. Wenn ich mich nicht in die Welt der Texte begebe, verstehe ich sie nicht. Bei der kanonischen Exegese kommen die einzelnen Texte in ihrem gesamtbiblischen Zusammenhang zur Sprache. Man muss beides tun: die Texte historisch-kritisch lesen und sie im Kontext der ganzen Bibel sehen. Ansonsten besteht die Gefahr, der die Fundamentalisten erliegen: einfach ein paar Sätze rausklauben und absolut setzen. Aber in der Bibel steht auch viel Gegensätzliches. Die Bibel hat viele Facetten und Perspektiven und entspricht somit der Vielfalt des Lebens.

KNA: Womit sind Sie rückblickend besonders zufrieden?

Ortkemper: Gut war, dass ich auch gegen Widerstände als dritte Publikation des Bibelwerks die Zeitschrift "Welt und Umwelt der Bibel" ins Leben gerufen habe. Die ist heute ein richtiger Renner: viele spannende, neue Themen, archäologische und kunstgeschichtliche Beiträge, gute Bilder. Auch heute noch interessieren sich sehr viele für die Bibel. Die Heilige Schrift ist nach wie vor spannend und taufrisch.

KNA: Sie haben die Stiftung "Bibel heute" gegründet. Warum?

Ortkemper: Ich will, dass das Bibelwerk in den nächsten Jahren über die Runden kommt. Jetzt sprudeln die Kirchensteuern noch und wir erhalten Zuschüsse, aber es ist absehbar, dass die Mittel zurückgefahren werden. Ich fürchte auch, dass die Einnahmen aus unseren Zeitschriften sinken können, weil unser Publikum älter wird. Mit den Stiftungsmitteln fördern wir zurzeit Bibelkurse für Eltern mit Kindern. So erreichen wir auch Jüngere. Das ist sehr wichtig.

KNA: Was kann an den bibelpastoralen Angeboten geändert werden, um sie attraktiver zu machen?

Ortkemper: Wir müssen die Heilige Schrift so vermitteln, dass ihre Lebensrelevanz deutlich wird. Dann kommen auch wieder Jüngere. Wir müssen wieder stärker deutlich machen, dass das Leben der Menschen auf Gott bezogen ist.

KNA: Welche Qualifikation muss Ihr Nachfolger haben?

Ortkemper: Er sollte in einer Bibelwissenschaft promoviert und Erfahrungen im Vermitteln haben.

KNA: Was planen Sie für Ihren Ruhestand?

Ortkemper: Morgens länger schlafen. Aber ich werde auch weiter Bibelkurse machen und mich in meiner Gemeinde engagieren. Kurz: Ich mache die Dinge, die mir Spaß machen. Und das heißt: die Botschaft der Bibel vermitteln.

Zur Person: Der "Bibelerklärer"

Franz-Josef Ortkemper wurde am 2. November 1939 in Beckum geboren. Die Priesterweihe empfing er am 27. März 1965. Nach Kaplansjahren in Coesfeld und einer Zeit als Religionslehrer und Subsidiar in Geldern wurde er 1970 Assistent im Fachbereich Katholische Theologie der Universität in Münster.  Von 1972 bis 1979 war er Rektor im münsterschen Franz-Hitze-Haus. In Recklinghausen war er danach einige Jahre Gemeindepfarrer und Stadtdechant. Mit 50 Jahren wollte Ortkemper noch einmal etwas ganz anderes machen. "Ich war damals zehn Jahre lang Pfarrer der Gemeinde St. Elisabeth in Recklinghausen, fünf oder sechs Jahre sogar Stadtdechant." Das war "eine großartige Zeit", wie er einmal sagte. Dann kam die Chance für ihn, der in Münster und München Theologie studiert und seine Doktorarbeit über das Neue Testament geschrieben hat: Ihm wurde die Stelle als "Bibelerklärer" angeboten; er wurde Direktor des Katholischen Bibelwerks in Stuttgart. (göc)

Stichwort Katholisches Bibelwerk: Den Menschen Halt geben

Das Katholische Bibelwerk will die Verbreitung und Erschließung der Heiligen Schrift in Deutschland fördern. Dem 1933 von Priestern und Laien gegründeten Verein mit Sitz in Stuttgart gehören heute 25.000 Mitglieder an.
Das Bibelwerk gliedert sich in einen Verein und den ebenfalls in der baden-württembergischen Landeshauptstadt ansässigen Verlag Katholisches Bibelwerk. Das Bibelwerk organisiert Tagungen und Seminare zu bibeltheologischen Fragen. Zudem gibt es drei Zeitschriften heraus: die Mitgliedszeitschriften "Bibel heute" und "Bibel und Kirche" sowie das Magazin "Welt und Umwelt der Bibel". Als wesentlichen Markstein seiner Geschichte sieht das Bibelwerk die Fertigstellung der ökumenisch erarbeiteten Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift an, deren Lizenz seit 1979 vom Verlag vergeben wird.
Zur langfristigen finanziellen Absicherung seiner Arbeit gründete der Verein 2006 die Stiftung "Bibel heute", die zurzeit über Einlagen in Höhe von 455.000 Euro verfügt. Der Direktor des Bibelwerks, der von der Deutschen Bischofskonferenz bestätigt werden muss, ist bis Jahresende der promovierte Theologe und  Priester Franz-Josef Ortkemper, Geschäftsführer des Verlags ist Jürgen M. Schymura. Beim Bibelwerk und in dessen Verlag arbeiten derzeit 35 Mitarbeiter. (Öffnet externen Link in neuem FensterKNA)

Interview: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH | Foto: Archiv in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
19.09.2009

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