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30.09.2016
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Ermittlung gegen früheren Missbrauchsbeauftragten bestätigt

Missbrauch: Würzburg weist "Spiegel"-Darstellung zurück

Würzburg. Das Bistum Würzburg weist einen Bericht des Magazins "Der Spiegel" zurück, einen des sexuellen Missbrauchs beschuldigten Geistlichen geschützt zu haben. Die Diözese veröffentlichte eine Stellungnahme im Internet.

Darin wird bestätigt, nach dem Missbrauchsvorwurf gegen einen hochrangigen Würzburger Geistlichen habe es innerkirchliche Ermittlungen gegeben. Sie seien auf Anweisung der Glaubenskongregation im Dezember 2015 eingestellt worden. Zuvor war eine kirchenrechtliche Voruntersuchung beim Offizial der Erzdiözese München, Lorenz Wolf, zum Ergebnis gekommen, der Vorwurf könne aus Mangel an Beweisen "begründet nicht aufrechterhalten werden".

Magazin gibt an, 1.300 Seiten Akten gesichtet zu haben

Der "Spiegel" berichtet, man habe 1.300 Seiten Akten des kirchlichen Ermittlungsverfahrens ausgewertet. Das Magazin hält der Kirche vor, den Beschuldigten geschützt, ihm Verfahrensvorteile verschafft und nicht sauber ermittelt zu haben. Die Diözese weist das zurück.

Der Beschuldigte, früher selbst Ansprechpartner des Bistums für Missbrauchsfälle, bestreitet den Tatvorwurf. Bischof Friedhelm Hofmann vertraue darauf, dass dieser ihm die Wahrheit gesagt habe, heißt es in der Stellungnahme der Diözese. Der aktuelle Missbrauchsbeauftragte des Bistums, der Strafrechtsprofessor Klaus Laubenthal, sieht laut "Spiegel" dagegen weiter eine "hohe Wahrscheinlichkeit", dass der Beschuldigte die heute 44-jährige Frau missbrauchte.

Tat soll 1988 stattgefunden haben

Der Priester soll dem Magazin zufolge 1988 die damals 17-jährige Tochter eines angehenden Diakons in einem Exerzitienhaus zum Oralverkehr gezwungen haben. Ihre Eltern meldeten dies nach Bistumsangaben im Herbst 2012 dem Würzburger Bischof. Der Missbrauchsbeauftragte sei eingeschaltet worden.

Laubenthal habe am 10. März 2014 das Ergebnis einer Plausibilitätsprüfung vorgelegt und eine kirchenrechtliche Voruntersuchung empfohlen. Zuvor habe der damalige Generalvikar Karl Hillenbrand nach Beratung mit Laubenthal entschieden, den offenkundig verjährten Fall nicht an die Justiz weiterzugeben.

Schilderungen der Frau berücksichtigt

Nach "Spiegel"-Angaben war die Frau grundsätzlich zur Aussage bereit; im kirchlichen Ermittlungsverfahren sei sie aber nicht gehört worden. Offizial Wolf sagte der Katholischen Nachrichtenagentur, die Frau habe sich einer persönlichen Aussage unter Hinweis auf ihren Gesundheitszustand "immer verweigert". Allerdings seien ihre Schilderungen schriftlich in die Untersuchung eingeflossen.

Laut Bistum gab es "gravierende Widersprüche" zwischen der schriftlichen Beschreibung des angeblichen Tathergangs durch die Frau und den durch Dritte vermittelten Angaben. Nach Ende der Voruntersuchung seien alle Unterlagen der Rechtsanwältin der Frau übermittelt und ein Gespräch mit Generalvikar Thomas Keßler angeboten worden. Dieses Angebot sei abgelehnt worden, bestehe aber weiter.

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