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28.08.2016
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Genn

Bischof Felix Genn (Archivbild).

Predigten am Ostersonntag und in der Osternacht

Genn wendet sich gegen Angst vor Fremden und vor Islam

Bistum. Wer wie Jesus die Menschen mit ganzem Herzen liebt, braucht keine Angst vor Fremden und Flüchtlingen oder gar vor einer Islamisierung Deutschlands zu haben. Das hat Bischof Felix Genn in der Predigt am Ostersonntag (27.03.2016) im St.-Paulus-Dom in Münster betont. Wer liebt, könne es "ertragen, dass Fremde in unser Land, in unsere Stadt, in unsere Nachbarschaft kommen". Auch mit Blick auf die Flüchtlingspolitik ergänzte Genn: "Wir brauchen uns nicht vor Menschen abzuschirmen, die in purer Not bei uns ein besseres Leben suchen."

Sorgen vor einer Islamisierung hält der Bischof für unnötig: Wer aus dem Glauben an die Auferstehung lebe, der habe eine Hoffnung und ein "Pfund", mit dem er in jedes Gespräch mit Menschen anderen Glaubens gehen könne. Ein solcher Christ werde Zeugnis ablegen – mit Respekt vor der Überzeugung des Gegenübers, unterstrich Genn.

Liebe stärker als die Mächte des Terrors

Die christliche Liebe, die sich auch in der Auferstehung zeige, sei stärker als die "Mächte des Ungeistes", die sich etwa bei den Terroranschlägen in Brüssel am Dienstag (22.03.2016) gezeigt hätten, sagte der Bischof. Der Grund sei, dass "nur die Liebe Leben aufbauen kann, Hass aber zerstörerisch bleibt".

Der Glaube an die Auferstehung ist Genn zufolge ungewöhnlich, nahezu verdreht und verrückt. Zugleich sei er "eigentlich selbstverständlich", weil jeder Mensch sich nach einer Liebe sehne, die niemals ende – auch nicht im Tod. Jesus sei hinabgestiegen "in unser Elend", habe "uns geliebt bis zum Tod und ist deshalb aus dem Tod in das Leben hinübergegangen".

Jesus in der Gemeinschaft der Kirche entdecken

Für diese Liebe seien Christen Zeugen. Wer sich auf Jesus einlasse, könne ihn bis heute "in der Gemeinschaft der Kirche wiederentdecken" – in seinem Wort und im Sakrament von Brot und Wein, dem Zeichen seiner Hingabe. Menschen würden zum Glauben kommen, weil sie das Zeugnis anderer Christen für glaubwürdig hielten, erinnerte der Bischof.

Auch in der Liturgie in der Nacht zum Sonntag wies Genn auf das Zeugnis hin – auf das Zeugnis jener Erwachsenen, die in der Osternacht getauft wurden. Sie belegten konkret "die Macht, dass der Herr lebt". Für "uns, die wir die Taufe als so selbstverständlich ansehen", sei die Spendung dieser Taufen "eine Bekräftigung unseres Glaubens".

Getaufte sind "mit Christus zusammengewachsen"

In Gottes Liebe stecke eine tiefe Sehnsucht nach jedem Einzelnen, sagte der Bischof: "Wer sich taufen lässt, gibt dieser Sehnsucht Antwort." Alle Getauften seien "mit Christus zusammengewachsen bis hinein in seinen Tod, eingepflanzt in sein Leben und damit auch in seine Auferstehung".

Um mit Christus verbunden zu bleiben, sei der Sonntag als "das wöchentliche Osterfest" geradezu "lebensnotwendig", so Genn. In der Eucharistiefeier könnten sich Christen von Jesus "ernähren lassen", in seinem Wort bleiben und daraus die Liebe leben.

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  1. undefinedDokumentiert: Bischofspredigt am Ostersonntag (27.03.2016)
  2. undefinedDokumentiert: Bischofspredigt in der Osternacht (26.03.2016)
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Text: Jens Joest | Foto: Michael Bönte
27.03.2016

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