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10.12.2016
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Das Kreuz "Heiliges Marienland".

In gutem Zustand befindet sich das Kreuz "Heiliges Marienland".

Mein Denkmal und ich (475): Das Kreuz "Heiliges Marienland" in Sevelen

Glaubenszeugnisse gehören zum Dorf

Sevelen. Theo Deckers ist ein erfahrener "Kreuzfahrer". Nicht auf einem Traumschiff durch die Karibik, sondern mit dem Fahrrad durch Issum: Der 68-Jährige macht alle zwei Jahre an drei Wegkreuzen in seiner Ortschaft Sevelen Station und schaut dort nach dem Rechten. Im Gepäck hat der gelernte Malermeister Pinsel und Holzlasur, um die Wegkreuze aufzuarbeiten und sie vor widrigen Wettereinflüssen zu schützen.

Theo Deckers

"Als ich von meinem Vater 1976 die Firma übernahm, übertrug er mir auch einen Dauerauftrag: den Bildstock am alten Friedhof zu pflegen", erinnert er sich. "Halt dän ömmer gut in Vaerf (Farbe), dat haeb ick Gemeindedirektor Jahn Hendricks versprooke", hatte Vater Alfred damals seinem Sohn Theo mit auf den Weg gegeben.

Mit dem Kreuz "Heiliges Marienland" nah des Friedhofs fing alles an. Im Lauf der Jahre kamen zwei weitere Wegekreuze dazu, darunter das "Büllen-Kreuz", benannt nach den Eigentümern eines Bauernhofs. Die Vorbesitzer des Hofs hatten es Mitte des 19. Jahrhunderts errichten lassen: vermutlich als Schutz vor schwerer Krankheit (möglicherweise handelte sich um die Ruhr, die seinerzeit grassierte) oder als Dank, weil die Familie verschont geblieben war.

"Solche Kreuze gehören zum Dorf und zur Kirche", sagt Theo Deckers und freut sich darüber, dass in der Ortschaft 20 Kreuze und Heiligenhäuschen stehen. Immer wieder muss der Malermeister Hand anlegen, um diese Glaubenszeugnisse zu erhalten. Dann greift er zum Pinsel, zur Farbe oder auch zum Leim.

So hatte sich aufgrund des Wetters beim "Büllen-Kreuz" ein Arm am Jesus-Korpus gelöst. "Das muss ich wieder in Ordnung bringen", sagte sich Theo Deckers. Jetzt sitzt der Arm wieder fest.

Nur die Vegetation hat sich in den letzten Jahren etwas verändert. Die Linden mussten aus Platzmangel einer Dornenhecke weichen, was durchaus auch als biblische Anspielung auf die Dornenkrone Jesu verstanden werden kann.

Der Glaube und Respekt vor der Kirche sind tief in der Familie verankert. Theo Deckers erinnert sich daran, dass sein Vater beim Autofahren immer seinen Hut oder seine Mütze leicht anhob, wenn er an einem Kreuz vorbeifuhr. Doch die Zeiten haben sich geändert. "Die Ehrfurcht vor diesen Symbolen ist heute nicht mehr vorhanden", bedauert er. 

Buchhinweis:

Mein Denkmal und ich
140 Seiten, 14,80 Euro
ISBN: 978-3-941462-30-4
dialogverlag Münster, 2010
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Text: Peter Kummer | Fotos: Peter Kummer in Kirche+Leben
12.03.2016

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