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10.12.2016
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Wegkreuz.

Das Wegkreuz an der Lodberger Straße in Löningen.

Mein Denkmal und ich (473): Wegkreuz am Lodberger Weg in Löningen

Für den Wunsch der Mutter

Löningen. Eine schreckliche Nachricht: Der Sohn einer Familie in Löningen, Student in Oldenburg, kommt plötzlich ums Leben. Seine Schwester Hiltrud Kastler kann sich noch heute, drei Jahrzehnte später, gut erinnern: "Wir waren alle wie gelähmt." Am meisten die Mutter.

Die habe über die Jahre nie viel von ihrer Trauer gesprochen, stattdessen lange Zeit auf dem Friedhof verbracht – und im Gebet, privat und in der Kirche. "Sie hat es mehr mit sich selbst ausgemacht", sagt Hiltrud Kastler. "Und in ihrem tiefen Glauben hat sie das letztlich wohl auch verkraftet."

Hiltrud Kastler

Ein Wunsch der trauernden Mutter war offengeblieben: Ein Wegkreuz zu errichten am elterlichen Hof des verstorbenen Sohns, ein Kreuz, das die Mutter in wenigen Schritten erreichen konnte.

Hiltrud Kastler war beim Tod des Bruders selbst noch jung, ihr stehe die Welt offen, habe sie ganz selbstverständlich gedacht, so berichtet sie. Von der trauernden Mutter wollte sie sich aber nicht lösen. Nach der Heirat und der Geburt ihres Sohns zog sie mit ihrem Mann von Oldenburg ins heimatliche Löningen.

Über die Jahre baute die junge Familie dort ihr Leben auf, im Beruf, im Ort und in der Kirche.

Da schwebte der Gedanke an ein Wegkreuz aber noch unausgesprochen im Raum. Zunächst hatten die Kastlers an eine Grotte gedacht. Beim Besuch des "Eisernen Kreuzwegs" des Eisenkünstlers Alfred Bullermann in Friesoythe waren sie aber sofort fasziniert: Wie eindrucksvoll und anrührend diese Kunst den Glauben vermittelte!

Sie luden Bullermann zu sich ein; ließen sich beraten. Der habe sofort auf einen Punkt am Grundstücksrand gewiesen: "Hier kann nur ein Wegkreuz stehen."

Dort stand bald eines: aus Eisenstangen und mit Wölbungen und Mulden künstlerisch ausgestattet. Im Schnittpunkt der Balken blieb eine Öffnung, durch die morgens und abends die Sonne scheint.

Am 25. Todestag des Bruders wurde das Kreuz gesegnet. Die Mutter habe zu Tränen gerührt, aber "strahlend" dabei gestanden, erinnert sich Kastler. Zwei Wochen darauf wurde die Mutter schwer krank, musste in ein Altenheim ziehen. Hiltrud Kastler ist überzeugt: "Sie hat sich noch so lange gehalten, bis ihr Traum Wirklichkeit war."

Buchhinweis:

Mein Denkmal und ich
140 Seiten, 14,80 Euro
ISBN: 978-3-941462-30-4
dialogverlag Münster, 2010
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