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29.05.2016
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Am 2. Februar endet das "Jahr der Orden"

Am 2. Februar endet das "Jahr der Orden"

Markus Nolte über das zu Ende gehende "Jahr der Orden"

KOMMENTAR: Schockierende Klöster

War da was? Am Dienstag (02.02.2016) geht das "Jahr der Orden" zu Ende, das Papst Franziskus ausgerufen hatte. Das wollte gut passen zu dem Jesuiten, der sich nach dem großen kleinen Armenapostel benannte. Doch große Aufmerksamkeit hat das Ordensjahr in der Kirche kaum erfahren.

Nun gut: Kirche+Leben hat in einer ausführlichen Serie zwölf Orden und geistliche Gemeinschaften vorgestellt; die großen Leitartikel zu Ostern und zu Pfingsten haben uns eine Schwester und ein Abt geschenkt; unter den Autoren, die Woche für Woche auf der Seite 2 die Sonntagslesungen auslegen, waren Ordensleute. Und schon seit Jahren nehmen sich Klöster der Gebetsanliegen der Nutzer von kirchensite.de an.

Und doch: Hat das "Jahr der Orden" darüber hinaus Spuren in der Kirche hinterlassen? Es liegt gewissermaßen in der Natur des Ordenslebens, dass es von sich nicht viel Aufhebens macht, die Zurückgezogenheit der Reklame vorzieht, die Stille dem groß geführten Wort, den schlichten Dienst der schrillen Kampagne. Es wäre also wohl weniger nach einem "Erfolg" des Jahrs der Orden für die Orden zu fragen, sondern danach, wie diese Schwestern und Brüder im Gesamt der Kirche vorkommen, wo und wie sie dort gehört werden.

Da gäbe es so einiges an wertvollen und wichtigen Impulsen. Nicht umsonst hat der Theologe Johann Baptist Metz die Orden einmal als "eine Art Schocktherapie des Heiligen Geistes für die Großkirche" bezeichnet:

> Schwesterngemeinschaften sind hervorragende Beispiele für geistliche und für Führungs-Kompetenz von Frauen in der Kirche. Manche von ihnen halten ganzen Männer-Konventen Exerzitien. Predigen allerdings dürfen sie nicht…

> Innerhalb der Männergemeinschaften sind frühere Trennungen zwischen Priestern (Patres) und Nicht-Priestern (Brüdern) lange überwunden. Jeder hat bei wichtigen Entscheidungen dieselben Rechte. Das könnte die Diskussion um mehr Laien-Beteiligung in der Kirche beflügeln.

> Obere werden in den meisten Gemeinschaften von allen gewählt – nach Beratung und Anrufung des Heiligen Geistes. Demokratie in der Kirche selbst da, wo es um geistliche Ämter geht!

> Viele Gemeinschaften vereinen geistliche Berufung und weltliche Berufe von der sozialen Arbeit über das Bildungswesen bis zur Betriebswirtschaft, manche sind politisch aktiv. Das hält den Blick weit, Geistliches und Weltliches durchdringen sich gegenseitig.

Liebe Ordensleute, bleiben Sie gelassen, bleiben Sie mutig! Wir brauchen Ihren Geist, Ihren Einsatz, Ihr Zeugnis! Dafür – übers Ordensjahr hinaus – Dank und Gottes Segen!

Orden in Deutschland

In Deutschland leben knapp 22.000 Ordenschristen. Nach Angaben der Deutschen Ordensobernkonferenz sind weibliche Gemeinschaften mit insgesamt rund 17.500 Schwestern die weitaus größeren. Noch vor zehn Jahren waren es mit rund 38.000 Schwestern mehr als doppelt so viele. Die Frauenorden gliedern sich demnach in 1.430 klösterliche Niederlassungen. Die größten Gruppen bilden die benediktinisch, franziskanisch und vinzentinisch geprägten Gemeinschaften. Rund 84 Prozent der Schwestern sind über 65 Jahre alt. Von den 70 Novizinnen im Jahr 2014 (Vorjahr: 62) gehören 42 tätigen Orden an, 28 kontemplativen Gemeinschaften. Knapp 3.000 der 4.370 Ordensmänner in 436 Klöstern sind Priester. Den größten Anteil machen die Benediktiner mit 682 Mitgliedern aus. 2014 gab es insgesamt 64 Novizen (Vorjahr: 84). 55 Prozent der Ordensmänner sind älter als 65 Jahre.

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Text: Markus Nolte | Foto: Michael Bönte
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