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10.12.2016
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Bildstock.

Etwa drei Meter hoch ist der Bildstock aus Eichenholz.

Mein Denkmal und ich (471): Das Schulkreuz in Borken-Marbeck

Glaubenslehre in freier Natur

Borken-Marbeck. Bevor im Bismark’schen Deutschen Reich von 1871 die Schulpflicht eingeführt wurde, brauchten die Kinder auf dem Land nicht dumm zu bleiben. In Städten waren meist Kirchen die Schulträger und auf dem Land oft die adligen Grundherren. Sie gaben den Lehrern ein bescheidenes Salär.

Hermann Eiting

Zumindest im Winter, wenn die Kinder nicht auf dem Feld gebraucht wurden, erteilten sie in einem auf einem Bauernhof eingerichteten Schulzimmer Unterricht. Dazu gehörten so genannte Schulkreuze. Das waren Feldbildstöcke mit Korpus, zu denen der Lehrer die Kinder führte, vor denen sie täglich beteten und die biblischen Geschichten in Gottes freier Natur kennen lernten.

Ein solches Schulkreuz stand auf einer kleinen künstlichen Erhebung mitten auf dem Feld an der heutigen Marbecker Straße in Borken-Marbeck. Es gehörte zu einem Bauernhof des Landwirts und Lehrers Horstig, der den Hof samt Schul­kreuz um 1870 an Hermann Eiting verkaufte. Dessen Urenkel, ebenfalls mit Namen Hermann Eiting, 80 Jahre alt, bewohnt heute noch den Hof, wenngleich Wirtschaftsgebäude, Äcker und Felder schon lange verpachtet sind.

Nachdem die Schule auf diesem Hof nach 1871 als Schule nach Marbeck verlegt worden war, holte Hermann Eitings Großvater, der auch Hermann hieß, um 1900 das Schulkreuz vom Feld zur Hofeinfahrt. Er ersetzte den mittlerweile verrotteten Korpus durch einen neuen, den er in Kevelaer kaufte. Seit dieser Zeit steht das ehemalige Schulkreuz als Hofkreuz an der schön bepflanzten Einfahrt zum Hof an der Marbecker Straße.

Der Bildstock aus Eichenholz mit einem offenen Giebel ist etwa drei Meter hoch und wurde das letzte Mal 2001 restauriert. Hermann Eiting erinnert sich, dass in der Nachkriegszeit das Kreuz Station der Fronleichnamsprozession der Gemeinde St. Michael war. Dann beteiligten sich alle Nachbarn am Schmücken des Kreuzes. "Ein Stationskreuz ist es aber schon lange nicht mehr."

Als Kinder mussten er und seine zwei Brüder Aloys und Bernhard der Mutter helfen, das Umfeld des Kreuzes sauber zu halten. Das macht Hermann Eiting, der den Hof vor 35 Jahren übernommen hatte, zusammen mit seiner Frau Helga heute noch. "Das Kreuz bedeutet mir viel. Mit dem Kreuz verbinde ich Familie, Tradition und Glauben. Das gibt mir Kraft", sagt Hermann Eiting.

Buchhinweis:

Mein Denkmal und ich
140 Seiten, 14,80 Euro
ISBN: 978-3-941462-30-4
dialogverlag Münster, 2010
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