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01.06.2016
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Telgter Gnadenkapelle

Nicht in jeder Kirche können Kunstwerke so gut gesichert weden wie etwa das Telgter Gnadenbild.

Jährlich 2.000 Kircheneinbrüche in Deutschland – Spitzenreiter NRW

Tatort Kirche: Kupfer, Kreuze, Opferstöcke

Bonn / Bistum. In Deutschland gibt es jährlich über 2.000 Kircheneinbrüche. Das geht aus Statistiken der Landeskriminalämter (LKA) hervor. Demnach erfassten die Behörden im Zeitraum zwischen 2010 und 2014 fast 12.000 Delikte. Der höchste Wert wurde 2012 mit bundesweit 2.548 Diebstählen in Kirchen verzeichnet. Im Jahr 2014 weisen die entsprechenden Statistiken 2.315 Einbrüche in Gotteshäuser auf, berichtet die Katholische Nachrichten-Agentur am Montag (25.01.2016) mit Verweis auf eine eigene Auswertung der LKA-Daten.  

Das Spektrum reicht von Metalldiebstählen, wie zum Beispiel dem Abmontieren von Dachrinnen aus Kupfer, über die Entwendung von technischen Geräten wie Laptops oder Beamern bis hin zum Aufbrechen von Opferstöcken. Vergleichsweise selten nehmen die Täter sakrale Kunstgegenstände mit. Für überregionale Schlagzeilen sorgte dagegen im Jahr 2013 der Diebstahl des Borghorster Stiftskreuzes aus der katholischen Nikomedes-Kirche im westfälischen Steinfurt. Das wertvolle Kreuz aus dem 11. Jahrhundert ist seither verschwunden.

100 Flaschen Rotwein

In der Kirche Sankt Birgitta im Bremer Stadtteil Burglesum ließen Diebe 2013 neben zwölf Kirchenfiguren auch 100 Flaschen Rotwein mitgehen. In Bayern verschwanden bei einer Einbruchsserie zum Jahreswechsel 2014/2015 Holzfiguren und Holzkreuze im Gesamtwert von 40.000 Euro. Vor dem Kölner Landgericht läuft derzeit ein Prozess gegen acht mutmaßliche Salafisten. Sie sollen bei Einbrüchen in Kirchen und Schulen zwischen 2011 und 2014 fast 20.000 Euro erbeutet haben. Mit dem Geld wollten sie laut Anklage die Terrororganisation "Islamischer Staat" in Syrien unterstützen.

Spektakuläre Fälle aber sind die große Ausnahme. Zumeist handelt es sich um kleinere Wertgegenstände. Die Sprecher der Landeskriminalämter wiesen darauf hin, dass Kircheneinbrüche nur einen sehr geringen Anteil aller Delikte von Einbruch und Diebstahl ausmachten. Gleichwohl entstand allein in Nordrhein-Westfalen, dem Bundesland mit den meisten registrierten Kircheneinbrüchen zwischen 2010 und 2014, ein Gesamtschaden in Höhe von 2,5 Millionen Euro.

Sinkende Zahlen in Niedersachsen

Das Landeskriminalamt NRW verzeichnete 2014 exakt 661 Fälle. Zwischen 2010 und 2014 wurden im bevölkerungsreichsten Bundesland 3.504 Diebstähle in Kirchen registriert. Einen rückläufigen Trend bei Einbrüchen in Gotteshäusern verzeichnet dagegen das Landeskriminalamt Niedersachsen. Wurden dort 2012 noch 220 Fälle erfasst, sank die Zahl auf 193 im Jahr 2013 und 165 im Jahr 2014.

Auch die Aufklärungsquoten variieren von Bundesland zu Bundesland. Im Jahr 2014 waren sie mit 35,6 Prozent in Baden-Württemberg am höchsten und in Sachsen-Anhalt mit 9,3 Prozent am niedrigsten. In Nordrhein-Westfalen lag die Aufklärungsquote im gleichen Jahr bei lediglich 13 Prozent.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. undefinedSpektakuläre Fälle: Das Borghorster Stiftskreuz (13.10.2015)
  2. undefinedRaub des Bischofsstabs von Kardinal von Galen (13.08.2012)

Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
26.01.2016

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