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26.09.2016
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Eine (nicht völlig unabhängig handelnde) Kampfdrohne der chinesischen Armee.

Eine (nicht völlig unabhängig handelnde) Kampfdrohne der chinesischen Armee.

Bischof Felix Genn unterstützt das Anliegen

Interreligiöse Erklärung fordert: "Tötungsroboter" ächten

Genf / Bistum. Ein Verbot völlig unabhängig handelnder Kampfdrohnen fordert eine internationale Erklärung von Organisationen und leitenden Vertretern verschiedener Religionen. Solche "Tötungsroboter", die ohne menschliches Zutun Ziele auswählen und angreifen, widersprächen den friedensethischen Grundsätzen der Kirchen, erklärt die katholische Friedensbewegung Pax Christi im Bistum Münster.

In einem Brief an Pax Christi habe Bischof Felix Genn kurz vor Weihnachten mitgeteilt, selbst die interreligiöse Erklärung gegen "Tötungsroboter" unterschrieben zu haben. Das sagte die Pax-Christi-Diözesanvorsitzende Veronika Hüning zu kirchensite.de.

Hochrangige Unterzeichner

Mehrere Organisationen dokumentieren die Erklärung im Internet. Bis Mai 2015 – neuere Zahlen lagen nicht vor – haben sich mehr als 140 religiöse Würdenträger und Organisationen der Forderung angeschlossen. Dazu zählen etwa der südafrikanische anglikanische Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu, der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, der chaldäisch-katholische Patriarch Louis Sako, Vertreter mehrerer christlicher Konfessionen, Ordensgemeinschaften, jüdischer und buddhistischer Gemeinden, das evangelische Hilfswerk "Brot für die Welt" sowie nationale Pax-Christi-Bewegungen.

Auch aus dem Umfeld der Deutschen und der Europäischen Komission "Justitia et Pax" heißt es, das Ziel, "Tötungsroboter" zu ächten, sei politisch dringlich und "berechtigt". Ein Unterzeichnen der interreligiösen Erklärung sei "zu befürworten".

Auch Thema im Menschenrechtsrat der UN

Diese wurde Ende April 2013 vorgelegt, kurz bevor sich auch der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in Genf mit "Tötungsrobotern" befasste. Zwar gebe es völlig autonom handelnde Drohnen noch nicht, heißt es im Text. Gleichwohl zeigten militärische Dokumente einen "Trend" zu solchen Waffen. Interesse soll etwa in China, Russland und den USA bestehen.

Kämen solche Waffen zum Einsatz, würden einer Maschine Entscheidungen über Leben und Tod überlassen. Solche Entscheidungen dürften gleichwohl niemals ohne menschliches Zutun fallen: "Kriegsführung mit Robotern ist ein Angriff auf die menschliche Würde und die Unantastbarkeit des Lebens", heißt es in der auf Englisch verfassten Erklärung der Religionen.

"Chance des Verbots" bestehe noch

Unabhängig handelnde Waffen seien nie in der Lage, "vernünftig begründete Urteile zu fällen" und zwischen Kämpfern und Zivilisten zu unterscheiden. Würden "Tötungsroboter" eingesetzt, rechnen die Unterzeichner mit einer steigenden Zahl ziviler Kriegsopfer. Ferner könne es die "Hemmschwelle" senken, wenn Staaten Roboter anstelle von Menschen in den Krieg schicken könnten.

Zudem handle eine Waffe nicht auf der Basis von Werten. Auch könnten Programmierer, Hersteller und Befehlshaber rechtlich nicht für Verbrechen verantwortlich gemacht werden, die ein "Tötungsroboter" verübe.

Noch gebe es die Chance, Entwicklung, Herstellung und Verwendung völlig unabhängig handelnder Drohnen zu verbieten, ehe sie zum Einsatz kommen, mahnt die Erklärung.

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