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26.09.2016
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Graffiti

Am Sonntag werden Graffiti entfernt – hier am griechisch-orthodoxen Priesterseminar.

Ministerpräsident Netanjahu verurteilt Schmierereien

Jerusalem: Hebräische Parolen an christlichen Stätten

Jerusalem. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat anti-christliche Schmierereien an der deutschen Benediktinerabtei in Jerusalem verurteilt. Für solche Aktionen gebe es keinen Raum in Israel, erklärte er am Sonntag (17.01.2016) über den Internetdienst Twitter. Israel gewähre Religionsfreiheit für Christen wie für alle Religionen, die Polizei arbeite an der Ergreifung der Täter.

Unbekannte hatten in der Nacht zu Sonntag (17.01.2016) Wände und Türen des Dormitio-Klosters mit hebräischen Parolen wie "Christen zur Hölle", "Tod den Christen" und "Rache für die Israeliten" beschmiert. Nach Angaben der Abtei stehen ähnliche Graffiti auf den Außenmauern benachbarter griechisch-orthodoxer und armenischer Einrichtungen auf dem Zionsberg.

Twal: Gegen Extremismus vorgehen

Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, verurteilte die Tat. Drei Wochen nach einem Übergriff auf den Salesianerkonvent von Beit Dschamal sei ein weiterer "bedeutender Ort für interreligiösen Dialog zwischen Judentum und Christentum" angegriffen worden, erklärte das römisch-katholische Oberhaupt. Er hoffe, die Täter würden festgenommen, "bevor sie ihre Drohungen in die Tat umsetzen". Twal forderte, Extremismus zum Thema an Schulen zu machen. Wer zu Intoleranz gegen Christen aufwiegele, müsse verfolgt werden.

Das griechisch-orthodoxe Patriarchat beklagte ebenfalls den Vorfall. Es sei nicht das erste Mal, dass sein Priesterseminar auf dem Zionsberg ins Visier unbekannter Täter gerate.

Kritik an den Behörden

Die Mönche der Dormitio kritisierten, die Behörden hätten bereits nach Übergriffen im Sommer 2013 Überwachungskameras zugesagt, aber bisher nicht an der jetzt betroffenen Gebäudeseite installiert. Die Polizei habe die aktuellen Parolen mit Farbe übermalt; dadurch habe sich der Sachschaden noch vergrößert. Viele Schriftzüge seien noch zu entziffern.

Den Samstagabend (16.01.2016) hindurch waren die Mönche nach eigenen Angaben von einer benachbarten jüdischen Religionsschule "mit lauter Musik und Sprechchören von jüdischen Rechtsradikalen" beschallt worden. Dies sei seit über drei Jahren fast jede Nacht von Samstag auf Sonntag der Fall.

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Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Reuters
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