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24.07.2016
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Aus dem kirchensite.de-Archiv
Professor Pater Michael Plattig.

"Dunkle Nacht und Depression"

Anfechtungen bei der Suche nach Gott

Münster. Der Karmelit Professor Pater Michael Plattig mag den Blick über den Tellerrand. Gerade dann, wenn es in die Tiefe und um den Menschen geht.  So scheut der Leiter des Instituts für Spiritualität an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Münster auch nicht den Dialog mit ursprünglich fremden Disziplinen.

Die Unterscheidung geistlicher und psychischer Krisen des Menschen sowie die kritische Reflexion dieses Themas aus theologischer und psychologischer Perspektive ist Gegenstand seines jüngst veröffentlichten Buches. Es trägt den Titel "Dunkle Nacht und Depression". Die "Dunkle Nacht" nennt der Mystiker Johannes vom Kreuz die Anfechtungen bei der Suche nach Gott.

"Das Buch soll zu einer differenzierten Wahrnehmung des Verhältnisses zwischen Theologie und Psychologie verhelfen und die Türen zum Dialog beider Sektionen öffnen", sagt Plattig über das Werk, das er gemeinsam mit der Theologin und Gesprächs-Psychotherapeutin Regina Bäumer veröffentlichte.

Grenzen der Vergleichbarkeit

Die Grundlage zu dem im Grünwald-Verlag erschienenen Werk bot ein Symposium, das bereits im Februar 2008 Interessierte aus Theologie und Psychologie ins münstersche Liudgerhaus eingeladen hatte. Während dieses internationalen und interkonfessionellen Treffens lernten Vertreter beider Fachbereiche die Ähnlichkeiten der beiden Phänomene "Dunkle Nacht" und Depression kennen, erfuhren aber auch gleichsam die Grenzen der Vergleichbarkeit.

Pater Michael Plattig sieht auch in der Erkenntnis von Grenzen einen großen Erfahrungswert. "Schwierig wird es in den Fragen der Transzendenz. Da sind Psychologen grundsätzlich reserviert. Theologen hingegen stoßen auf der psychiatrisch-therapeutischen Ebene an ihre Grenzen", erklärt der Geistliche, der an seinem Institut auf eine lange Gesprächstradition mit Fachbereichen wie der Psychologie zurückblicken kann. Deutlich sei geworden, dass die Depression doch ein sehr vielschichtiges Phänomen sei, dessen Behandlung nur in gewissen Grenzfällen durch Seelsorge Früchte tragen könnte. "Schwere Depression ist primär medikamentös zu behandeln", sagt Plattig.

Akute Zweifel an Gott

Das Phänomen der dunklen Nacht ist weit weniger bekannt. Spielt es doch nach den Erfahrungen vieler Theologen, die sich auf diesem Terrain äußerten, weniger im Arbeitsalltag eine Rolle als vielmehr im privaten Gebetsleben vieler Menschen. Es handelt sich um das fundamentale Anzweifeln des inneren geistlichen Lebens, das bis hin zu akuten Zweifeln an Gott geht. Gerade für die Psychologen auf dem Symposion war auch diese Grenzerfahrung ihres Schaffens sehr sinnstiftend, bestätigt Pater Plattig.

Wer Interesse bekommen hat, selbst die Gemeinsamkeiten und Grenzen der beiden in die Tiefe des Menschen hineinreichenden Themen zu untersuchen, sollte das Buch "Dunkle Nacht und Depression" lesen.

Text und Foto: Tim Schlotmann, 20.01.2009

Regina Bäumer und Michael Plattig (Hrsg.)
"Dunkle Nacht" und Depression
Matthias-Grünewald-Verlag
140 Seiten, kartoniert, 16,90 €

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