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Seite: Fragen + Glauben
08.12.2016
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Bruder Joseph (links) und Bruder Bernhard Maria (rechts).

Bruder Joseph (links) und Bruder Bernhard Maria (rechts).

Alexianerbrüder in Amelsbüren

"Durch das Gebet kommt die Kraft, die unser Leben prägt"

Münster-Amelsbüren. "Wir leben davon, immer neue Herausforderungen anzunehmen", fasst Bruder Bernhard Maria die Aufgaben zusammen, vor die er und seine sechs Mitbrüder täglich gestellt sind. Während er selbst in der Obdachlosenhilfe beim Treffpunkt "An der Clemenskirche" und als Sakristan der Kirche des Alexianer-Krankenhauses arbeitet, sind seine Mitbrüder als Krankenpfleger tätig.

Das Kloster liegt auf dem Alexianer-Gelände "Haus Kannen" zwischen Amelsbüren und Mecklenbeck, wo 1888 der Grundstein für die Behandlung psychisch und somatisch kranker Menschen gelegt wurde. Das Gelände wächst und wächst: Neben verschiedenen Kliniken gibt es Wohngruppenbereiche, Werkstätten und Handwerksbetriebe, eine Bäckerei, das bekannte Kunsthaus, Cafés, einen Streichelzoo und Sinnesgarten, eine Gärtnerei und andere Angebote, außerdem zahlreiche Außenwohngruppen. Inzwischen leben auch Flüchtlinge auf dem Alexianer-Gelände, unter anderem Minderjährige, die allein auf der Flucht waren. Die Aktivitäten zur Versorgung Kranker wurden inzwischen in einer Stiftung zusammengefasst.

In dem etwas abseits gelegenen Klostergebäude, das vor 20 Jahren entstand, steht den Brüdern die St.-Josef-Kapelle zum täglichen Gebet zur Verfügung. Neben dem Stundengebet gibt es besondere Zeiten der Anbetung und Messfeiern. In die täglichen Gebetszeiten werden die Brüder die übermittelten Klosterfürbitten mitnehmen. "Wir beten ja sowieso", sagt Bruder Joseph. Und er sagt damit auch, dass es den Alexianerbrüdern selbstverständlich ist, Einzelschicksale und besondere Gebetsanliegen auch der Patienten in ihr Gebet einzuschließen.

"Das Gebet soll uns prägen, aber auch die Arbeit", fasst Bruder Bernard Maria die Ordensregel des Augustinus zusammen, nach der die Alexianer-Brüder leben. Und Bruder Joseph führt aus: "Was man im Gebet an Kraft gewinnt, kann man im Beruf einsetzen. Durch das Gebet kommt die Kraft, die unser Leben prägt." Darin seine Quelle zu sehen, sei Teil der Berufung: "Unser Leben ist kein Job. Es ist an erster Stelle Berufung und erst an zweiter Stelle auch Arbeit", ergänzt Bruder Bernhard Maria.

Die beiden haben schon mehr als die Hälfte ihres Lebens im Orden verbracht. Der 42-jährige Bruder Joseph stammt aus Kerala in Indien und lebt seit neun Jahren in Deutschland. Bruder Bernhard Maria ist 52 Jahre alt und seit zwei Jahren wieder in Münster. Er war schon in vielen Tätigkeitsfeldern der Alexianer an vielen Orten tätig: "Ich brauche das, rauszugehen und die Leute da abzuholen, wo sie sind", beschreibt er seine scheinbare Rastlosigkeit. "Da ist Bewegung drin. Aber das Bleiben ist das Wichtigste." Und das meint er auch auf andere Menschen bezogen, auf seine Mitbrüder zum Beispiel, die in ihrem Dienst verlässlich sind, aber stets flexibel reagieren und sich auf täglich neue Herausforderungen einstellen.

Das Hauptgebäude auf dem Alexianer-Gelände.

Das Hauptgebäude auf dem Alexianer-Gelände.

Mit einer anderen Haltung hätte der 800 Jahre alte Orden die wechselhaften Zeiten vielleicht nicht überlebt. Aus kleineren Gemeinschaften, die sich, zuerst in Flandern, der Krankenpflege verschrieben hatten, entstand nach und nach eine größere Brüderschaft, die sich seit etwa 1480 nach dem heiligen Alexius "Alexianer" nannte und 1507 als Orden anerkannt wurde. Die Betreuung psychisch Kranker und geistig Behinderter steht seit dem 17. Jahrhundert im Mittelpunkt der Tätigkeit der Alexianer-Brüder. Sie wirken aber auch in allgemeinen Krankenhäusern, Tageskliniken, Beratungsstellen, Altenheimen und Hospizen. Das Leitwort der Gemeinschaft ist ein Satz des Apostels Paulus aus dem 2. Korintherbrief (5, 14): "Die Liebe Christi drängt uns."

Obwohl die Zahl der nur noch etwa 70 Alexianer-Brüder nicht steigt, wächst doch ihre Bewegung in Form der Stiftung, die alle Einrichtungen in sieben Ländern und die weit über 10.000 Mitarbeiter zusammenhält. Vor kurzem ist auch das Provinzialat des Ordens nach Münster-Amelsbüren gezogen.

Interessierten, die das Leben in der Brüder-Gemeinschaft kennen lernen möchten, bieten die Alexianer an, im "Kloster auf Zeit" die spezielle Lebensweise des Ordens zu entdecken, zum Beispiel an einem Wochenende oder sogar ein ganzes Jahr lang. Wer in die Gemeinschaft eintreten möchte, ist nicht auf einen krankenpflegerischen Beruf festgelegt. "Wir bieten kein Produkt an, sondern ein Lebensmodell", heißt es in einer Broschüre der Alexianer.

Kontakt

Ordensgemeinschaft der Alexianerbrüder e.V.
Alexianerweg 7
48163 Münster
Tel. 02501-966 20 400
Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailprovinzialatalexianerkloster.de
Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.alexianerkloster.de

Text: Claudia Maria Korsmeier | Fotos: Claudia Maria Korsmeier
30.12.2015

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