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Seite: Fragen + Glauben
21.05.2018
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Pfarrer Stefan Sühling, Ludwig Maritzen, Günter Warthuysen und Pastoralreferent Marius Stelzer (von links) erläuterten die Suche nach einem Namensparton für die neue Pfarrgemeinde in Wesel.

Pfarrer Stefan Sühling, Ludwig Maritzen, Günter Warthuysen und Pastoralreferent Marius Stelzer (von links) erläuterten die Suche nach einem Namensparton für die neue Pfarrgemeinde in Wesel.

Katholiken sollen zwischen Dominikus und Nikolaus entscheiden

Patron für Wesel gesucht

Wesel. "Für Wesel ist der Pfingstsonntag im Mai 2013 von ähnlich großer Bedeutung wie der Ostersonntag von 1540", sagt Stefan Sühling. Der Pfarrer der rechtsrheinischen Pfarrgemeinden in Wesel zieht eine Linie ausgehend von der Reformation in der Vergangenheit bis zur Neugründung der Pfarre im kommenden Jahr.

Im Jahr 1540 hatte der Rat der Stadt die Einführung Reformation für Wesel beschlossen. Eine Entscheidung von enormer Tragweite für die katholische Kirche und die Gläubigen. An Pfingsten 2013 werden die rechtsrheinisch gelegenen Kirchengemeinden zu einer neuen, großen Pfarrei im Weseler Stadtgebiet zusammengeführt, was von vielen Katholiken ebenfalls als Zäsur empfunden wird. Für diese neue Pfarrgemeinde wird zurzeit ein neuer Namenspatron gesucht. Für Sühling und den Pastoralreferenten Marius Stelzer geht es bei dieser Entscheidung nicht bloß um eine Namenswahl, sondern um die Frage, wer neben dem niederrheinischen Glaubensboten Willibrord der katholische Patron der Stadt sein wird und sie auf diese Weise prägt.

Geschichte und Gegenwart

Gesucht wird ein Heiliger, der einerseits mit der Stadt und der Geschichte Wesels verbunden ist, und der anderseits die Menschen heute noch anspricht. Um eine gemeinsame Identität der neuen Gemeinde zu fördern, sind die bereits bestehenden Patrozinien der bisherigen Pfarren ausgeschlossen. Nach einer ersten Umfrage – etwa 50 Gemeindemitglieder hatten Vorschläge in schriftlicher Form eingereicht - sind die Heiligen Dominikus und Nikolaus in die engere Wahl gekommen. Für diese Namen hatten sich jeweils 13 Personen ausgesprochen.

In den Predigten der Sonntagsgottesdienste wird jeweils ein Heiliger vorgestellt: am 10. Juni der heilige Dominikus und am 17. Juni der heilige Nikolaus. Am 24. Juni soll sich die Gemeinde entscheiden. In den Gottesdiensten werden die Messdiener Blätter verteilen, auf denen die beiden Namen aufgedruckt sind. "Die Gottesdienstbesucher sollen dann an der Stelle, wo ihr Favorit steht, das Blatt einreißen", erläutert Sühling das Verfahren.

Bischof entscheidet

Das Votum der Gemeinde wird dann Bischof Felix Genn nach Münster geschickt, der eine endgültige Wahl trifft, indem er den Patron der neu zu gründenden Pfarrei benennt. Bisher habe sich der Bischof in der Regel an die Voten der Gemeinden gehalten; vor allem dann, wenn es ähnlich gut begründet war wie das in Wesel, argumentiert der Pfarrer. Er hofft, bis zu den Sommerferien ein entsprechendes Signal vom Bischof zu erhalten.

Mit den Heiligen Dominikus und Nikolaus wurden Kirchenmänner ausgewählt, die sowohl für die Entwicklung der Kirche wie auch für die der Hansestadt von Bedeutung waren. Der Gründer des Predigerordens der Dominikaner starb 1221 im italienischen Bologna. Bereits 1291 wurde in Wesel die Niederlassung der Dominikaner an der Stelle gegründet, wo heute die Mariä-Himmelfahrtskirche steht.

Dominikanerkloster

Die Gründung erfolgte auf Initiative der Grafen Dietrich VIII. von Kleve - 50 Jahre, nachdem Wesel die Stadtrechte verliehen bekam. 1296 wurde die Klosterkirche geweiht. Das Kloster hatte bis zur Reformation 1540 einen großen Einfluss in der Stadt. Es war der Umschlagplatz von Nachrichten und Informationen für die Gläubigen wie die Bürger in gleicher Weise. 1407 wurde dem Prior des Klosters, Heinrich von Essen, beispielsweise die Aufgabe übertragen, im Namen des Rates der Stadt auf der Hanseversammlung in Lübeck für die Aufnahme in den Hansebund zu werben. Der Prior weilte zwei Monate in Lübeck. Noch im selben Jahr wurde Wesel Mitglied der Hanse.

Nach der Reformation war das Kloster lange Zeit Zufluchtsstätte der wenigen verbliebenen und bedrängten Katholiken der Stadt. Im Rahmen des 80-jährigen Krieges fanden die Kartäuser nach der Aufgabe des Kartäuserklosters auf der Grave-Insel um 1590 vorübergehend Aufnahme im Dominikanerkloster. Die Gebeine der auf der Grave-Insel bestatteten herzoglichen Familie wurden in die Dominikanerkirche überführt und im Chorbereich beigesetzt. 1808 wurde das Kloster im Rahmen der Säkularisation aufgehoben. Doch die Rolle der Dominikaner war damit nicht völlig erloschen. Erster Pfarrer in Wesel wurde der Dominikaner Schilling aus Aachen. Der heilige Dominikus wurde von der Künstlerin Hildegard Bienen in einem Fenster der Maria-Himmelfahrtskirche verewigt.

Nikolaus: Patron in vielen Hansestädten

"Der heilige Nikolaus galt seit jeher als Patron der Kaufleute, insbesondere der Hanse. Deshalb hatte Wesel sehr früh den Heiligen Nikolaus als Patron für eine Kapelle, später eines Kirchhofs und dann einer zweiten Pfarrgemeinde ausgesucht", erläutert Ludwig Maritzen, Mitglied des Kirchenvorstandes in Wesel. Wartuysen (Dominikus) und Ludwig Maritzen (Nikolaus) hatten sich über die beiden Heiligen informiert.

Die Kapelle wurde nach der Information von Warthuysen früh das Ziel vieler Pilger, so dass die wirtschaftlichen Voraussetzungen geschaffen werden konnten, um den Kirchhof zu erwerben und so das sogenannte Außenkirchspiel, das für alle außerhalb der Weseler Altstadt lebenden Bewohner als Pfarrbezirk zuständig wurde, zu gründen. Nachdem 1434 die Vorstadt Mathena eine Ummauerung erhielt, begann man 1440 mit dem Bau der spätgotischen Mathenakirche. Bis zur Reformation standen vier Pastöre der Kirchengemeinde St. Nikolaus auf der Mathena vor.

Brücke zu Türken

Für Maritzen hat der heilige Nikolaus zwei weitere interessante Aspekte: er wird auch in der evangelischen Kirche verehrt und für die Nächstenliebe steht. Viele Nikolaikirchen vor allem in den Hansestädten belegen die Nähe der Protestanten zu Nikolaus. Er ist somit für die Ökumene von Bedeutung. Darüber hinaus ist der im türkischen Myra geborene Heilige auch den in Wesel lebenden Türken bekannt und bildet auf diese Weise eine Brücke.

Für Sühling sind beide Heiligen in gleicher Weise als Namenspatron geeignet. Und egal wie die Wahl ausfällt. Einen Vorteil hatte das Wahlverfahren nach seiner Auffassung jetzt schon: "Die Menschen haben sich intensiv über die beiden Glaubensboten Gedanken gemacht."

Text: Jürgen Kappel | Foto: Jürgen Kappel
10.06.2012

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