
Schwester Henrike Dieker und Bruder Wolfgang Meyer in der großen Kapelle des Herz-Jesu-Klosters in Ellewick.
Herz-Jesu-Kloster in Vreden-Ellewick
Zwei Gemeinschaften – wie in einer Familie
Vreden-Ellewick. Je nach Geschmack: Für die einen liegt das Herz-Jesu-Kloster in Vreden-Ellewick in der idyllischen Parklandschaft des westlichen Münsterlandes – für andere ist es kurz vor der deutsch-niederländischen Grenze fast am Ende der Welt. So oder so: Lebendig geht es dort allemal zu – bei den acht Canisianerbrüdern und den fünf Clemensschwestern, die in dem Kloster wohnen.
Lebendig nicht zuletzt deswegen, weil das Gebäude auf dem Gelände von "Haus Früchting" liegt. "Haus Früchting" bietet Wohnung und Arbeitsplatz für Menschen mit Behinderungen und sieht sich als "lebendiger Teil von Vreden mit vielen Beziehungen und Kontakten zum Ort und der Umgebung", wie es auf der Internetseite der Einrichtung heißt. In Ellewick, Vreden und in Ahaus-Alstätte leben 105 Frauen und Männer mit Behinderungen in verschiedenen Wohngruppen von "Haus Früchting". Außerdem unterstützt die Einrichtung im Rahmen des "Ambulant Betreuten Wohnens" weitere 30 behinderte Menschen, die eine eigene Wohnung haben. In der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) sind zurzeit 154 Personen beschäftigt. 158 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bei der Einrichtung angestellt.
Im Herz-Jesu-Kloster leben Canisianer und Clemensschwestern unter einem Dach. |
Ein Zuhause für Menschen mit Behinderung
Mittendrin sind die Ordenleute. Einer von ihnen ist Bruder Wolfgang Meyer. Der 43-Jährige lebt seit zehn Jahren im Herz-Jesu-Kloster. Er ist Heilerziehungspfleger und Begleiter in der Seelsorge für Menschen mit Behinderungen in "Haus Früchting". Wenn er vor die Tür geht, dann ist er mittendrin in seiner Arbeitswelt. Als Pfleger betreut er eine Wohngruppe von Menschen mit geistiger Behinderung. "Haus Früchting bietet allen eine Heimat, Geborgenheit, Verlässlichkeit und ein Zuhause", erzählt Bruder Wolfgang. Man kennt sich in "Haus Früchting" und weiß voneinander: "Es ist schön, dass man im Prinzip alle Menschen hier kennt – ob Bewohner oder Mitarbeiter und oft auch ihre Familien."
Dieses gute Verhältnis ist Bruder Wolfgang wichtig, denn er ist nicht nur Heilerziehungspfleger, sondern eben auch als "Seelsorger in Haus Früchting" tätig; vor einigen Jahren machte er dafür eine Zusatzausbildung. Damit eröffnen sich ihm intensivere Möglichkeiten, den Menschen nahe zu sein, wie er schildert. "Mit den Bewohnern kann ich über das Leben und den Glauben sprechen. Wir können uns über unsere Erfahrungen austauschen und uns so gegenseitig Hilfe geben."
Bruder Wolfgang erzählt von einem Bewohner, der Zeit seines Lebens nichts vom Glauben wissen wollte: "Erst zwei Wochen vor seinem Tod hat er wieder zu Gott gefunden. Es waren harte Gespräche, die wir geführt haben, weil viel Bitterkeit herauskam. Am Ende ist er versöhnt mit Gott gestorben. Ich habe dies als eine große Bereicherung für mein Leben erfahren." Dankbarkeit wird spürbar, wenn der Canisianer von seiner Arbeit berichtet: "Das Gefühl des Dankes ist bei unseren Bewohnern ganz groß – das macht die Arbeit nicht nur leichter, sondern auch schön."
Bruder Wolfgang: "Ich weiß, dass ich mit allem zu Gott kommen kann – in jeder Lebenslage." |
Präsenz zeigen
Neben Wolfgang Meyer gibt es noch einen weiteren Bruder in den Vierzigern. Sechs der Brüder sind zwischen 60 und 84 Jahre alt: Das Herz-Jesu-Kloster ist der Altersruhesitz der Gemeinschaft. Aber die Gemeinschaft ist weit davon entfernt, die Hände in den Schoß zu legen. Sie zeigen Präsenz. Wöchentlich feiern sie einen Gottesdienst in Ellewick mit und auch in der benachbarten Stadt Vreden sind die Brüder regelmäßig zu sehen und halten Kontakt mit den Menschen in Dorf und Stadt.
Abgesehen davon feiern auch die Brüder Gottesdienst im Kloster – und dazu kommen Nachbarn und Freunde der beiden Gemeinschaften. Bruder Wolfgang engagiert sich zudem als Präses der Kolpingsfamilie in Vreden und im dortigen Pfarrgemeinderat, zudem betreut er auch die Messdiener in Ellewick.
Mit allem zu Gott kommen können
Lebendigkeit: Das zeigt sich auch, wenn Bruder Wolfgang das Zusammenleben im Herz-Jesu-Kloster beschreibt. "Wir sind wie eine normale Familie. Es gibt Alte und Junge und manchmal knirscht es auch ein bisschen – aber das ist doch ganz normal", sagt Bruder Wolfgang. Dass die Clemensschwestern auf einer eigenen Etage mit den Brüdern im Kloster leben, findet er gut: "Ich kann mir das hier ohne die Schwestern gar nicht vorstellen." Mittags essen Ordensfrauen und -männer zusammen. Sie feiern ihre Geburts- und Namenstage, machen in der Freizeit etwas gemeinsam.
Und vor allem: Sie beten gemeinsam. Das tägliche Stundengebet findet in der kleinen Hauskapelle statt. Zu Laudes (Morgenlob), Mittagsgebet und Vesper (Abendlob) finden sich Canisianer und Clemensschwestern dort ein. Bruder Wolfgang ist das Gebet wichtig: "Beten bedeutet für mich Ruhe und Stille. Ich weiß, dass ich mit allem zu Gott kommen kann – in jeder Lebenslage. Das tut mir gut."
Im Monat Oktober nehmen die Cansianer und Clemensschwestern des Herz-Jesu-Klosters in Vreden-Ellewick die Bitten der Nutzer von kirchensite.de in ihr Beten auf.
Kontakt:
Herz-Jesu-Kloster
Brüdergemeinschaft der Canisianer
Ellewick 14
48691 Vreden
br.wolfgang
gmx.de
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Mehr zum Thema im Internet:
Text: Norbert Göckener | Fotos: Norbert Göckener
04.10.2011
Marienmonat
Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.
Wohnungsnotfallhilfe
In einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen, ist für Jeden selbstverständlich und lebensnotwendig.
Landvolkshochschule
Mit einem Festakt wurde der langjährige Direktor der Landvolkshochschule "Schorlemer Alst", Johannes K. Rücker, in den Ruhestand verabschiedet.
Dossier: Maria
Maria ist die Mutter Jesu Christi - und hat daher eine besondere Stellung im christlichen Glauben.
Heilige und Selige
Das Bistum Münster kann auf viele Frauen und Männer zurückblicken, die ein herausragendes Zeugnis für den christlichen Glauben abgelegt haben.
Neues Seelsorgekonzept
Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.
Kommunionempfang
Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.
Service für Sie
Spruch des Tages
Reden, Fragen, Antworten finden
Seelsorger/-innen
Heiligenlexikon in "kirchensite.de"
im
Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:
Kontakt
kirchensite-Redaktion:
redaktion
kirchensite.de
Lebenshilfe+Seelsorge:
Martin Weber
weber
kirchensite.de
Technik:
technik
dialogverlag.de















Newsticker für Ihr Web