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Seite: Fragen + Glauben
21.10.2018
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Sr. M. Veronis und Sr. M. Auxiliatrix

Sr. M. Veronis und Sr. M. Auxiliatrix zünden in der Kapelle die Kerzen an.

Schwestern Unserer Lieben Frau

Die Güte Gottes verkünden

Geldern. Fast 150 Jahre prägten Schwestern Unserer Lieben Frau das Leben in Geldern mit, besonders intensiv und lang in der Liebfrauenschule, die heute Berufskolleg des Bistums Münster ist. Für Generationen von Schülerinnen waren die Schwestern eine Art Zweitmütter.

Längst sind die sechs Frauen, die heute zur Kommunität gehören und in der Schule einen Trakt bewohnen, mit einer Ausnahme "außer Dienst", doch noch immer kommen Ehemalige mit ihren Anliegen, bitten um Rat, Trost und Fürbitte. Nun freuen sich die Schwestern darauf, im Mai 2009 für die Anliegen der User von kirchensite.de zu beten. In ihrem Meditationsraum haben sie dafür stimmungsvoll einen Platz hergerichtet. Für jede Bitte zünden sie ein Licht an.

Im Dienst seit 1856

Kaum war 1850 die deutsche Kongregation der Schwestern Unserer Lieben Frau gegründet worden, schickte die Stadt Geldern bereits eine "Anforderung". Der Bürgermeister erbat Schwestern für den Dienst an einer neu zu gründenden Töchterschule. Der Bischof sagte "ja", die Generaloberin in Coesfeld, Mutter Maria Anna, ebenfalls, und am 14. Oktober 1856 nahmen die ersten sehr jungen Schwestern in Geldern ihre Arbeit auf. Sie erlebten schwere Zeiten, den Kulturkampf und die Nazi-Herrschaft, setzten vertrauensvoll immer wieder neu an, führten die Töchterschule, schufen eine Kinderbewahrschule, ein Waisenheim und eine Landfrauenschule.

Inzwischen sind sie bis auf Schwester M. Dorothee, die die Bibliothek leitet, aus Altersgründen von den schulischen Aufgaben entbunden. Das Bistum baute für die sechs Schwestern im Westflügel eine komfortable Wohnung mit Familienküche und eigenem Meditationsraum. Ihn nutzen sie oft, zum Beispiel für ihre kirchlichen Stundengebete wie Laudes und Vesper. Gern kommen sie auch in der Kapelle zusammen, die nun zur Liebfrauenschule gehört. Hier und in anderen Gotteshäusern in und um Geldern feiern sie täglich im Sakristandienst, als Lektorinnen und Kommunionhelferinnen die Eucharistie mit.

Guter Geist des Kollegs

Sind sie in ihrem Wohntrakt, brauchen sie nur eine Tür zu durchschreiten - und sie betreten "ihre" Schule mit den vielen religiösen Schätzen, gestickten Wandgobelins, inspirierenden Türsprüchen, in denen sich Gäste regelrecht spiegeln können, oder einem zwei Stockwerke hohen Fenster aus der Kevelaerer Glasmalerei Derix, geschaffen von Meister Friedrich Stummel, das den Innenraum der Hauskapelle ziert.

Über Lehrer und Schüler sagt Schwester M. Irmengarde, die die Schule von 1975 bis 1995 geleitet hat: "Sie mögen uns, und wir mögen sie." Immer wieder springen die Schwestern ein, wenn Not am Mann ist, wenn jemand nach Schulschluss eine Auskunft braucht, den Tornister vergessen hat oder Rat sucht. Sie sind wie der gute Geist des Kollegs.

Zuhören wurde vornehmste Pflicht

Und sie sind der gute Geist in vielen anderen Bereichen: Schwester M. Irmengarde, vielfach examinierte Naturwissenschaftlerin mit einem Faible für Physik, Biologie und Chemie, hat nach ihrer Pensionierung 1995 gleich eine Ausbildung in Kranken- und Altenseelsorge angeschlossen. Wenn sie Not leidenden Menschen gegenübersteht, fragt sie nie: Wie geht es Ihnen? Sie fragt immer: Wie fühlen Sie sich? "Dann können die Menschen erzählen. Das ist ein Satz, der Wunder wirkt." Ihre Erfahrung: "Es kann mir schlecht gehen, und ich kann mich trotzdem gut fühlen."

Das erfuhr sie in den folgenden Jahren immer wieder bei ihrer Arbeit im Krankenhaus und im Altenheim. Das Zuhören wurde ihre vornehmste Pflicht. Als sie den Dienst wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen nahezu aufgeben musste, wandte sie sich Asylbewerbern zu. So lernte sie unter anderen auf dem Weg zur Pfarrkirche Niki, eine Frau aus dem Kongo, kennen und schätzen. Bald darauf war sie Patin von Nikis Kindern, die in einem Sonntagsgottesdienst in der Pfarrkirche getauft wurden. Schwester M. Irmengarde wurde ihre Deutschlehrerin, ihre Begleiterin zum Bild der Trösterin der Betrübten in Kevelaer, zur Kleiderkammer und zum Spielplatz.

Auch anderen Kindern gibt sie Unterricht, führt im Namen der Caritas eine regelrechte Aufgabenhilfe im Pfarrheim durch: Es kommen Türken, Kurden, Albaner, Tamilen, Afrikaner und andere Zugewanderte. Keines der Kinder ist katholisch.

"Was er euch sagt, das tut"

So haben alle Schwestern ihre eigenen Aufgaben und fühlen sich der Ordensgründerin der Schwestern Unserer Lieben Frau, der Französin Julie Billiart, tief verbunden. Ihren Auftrag, die Güte Gottes zu verkünden, erfüllen sie bis heute. Schwester M. Irmengarde zieht ihren Silberring vom Finger und zeigt auf die Gravur. Jede Schwester Unserer Lieben Frau, die ihre ewigen Gelübte abgelegt hat, trägt diese Gravur direkt auf der Haut ihrer helfenden Hand: Tout à Jésus par Marie - alles für Jesus durch Maria. Durch Jesus Christus wissen sie sich zusammengerufen. Sie teilen ihren Alltag in Gebet, Arbeit und Freizeit. Ihr Vorbild ist Maria mit ihrem Satz: "Was er euch sagt, das tut."

Auf der Straße sind sie kaum zu erkennen. "Zwar sind wir hier etwas konservativ und tragen am liebsten Schwarz, Grau, Weiß und Blau", sagt Schwester M. Irmengarde lächelnd, "aber 'Schleier mit bunter Bluse' ginge genauso gut." Die sechs Frauen - ihre Kommunität wird von Schwester M. Gertrudis geleitet - haben sich den Bedürfnissen der Zeit angepasst, denn sie leben in dieser Zeit und wollen heute den Menschen Schwester sein. Darum freuen sie sich, für andere Fürbitte halten zu dürfen.

Beten als sicherer Schutz

Auch sie selbst haben Bitten. Schwester M. Veronis wünscht sich, dass "alle die leiden, die Nähe Gottes spüren und daran gesund werden". Das Beten bedeutet ihnen viel. Schwester M. Auxiliatrix sagt: "Ich kann alles im Beten vorbringen. Das Beten ist mein sicherer Schutz in jeder Lage, egal ob ich froh oder traurig bin." Schwester M. Irmengarde freut sich immer aufs Neue darüber, dass sie "im Beten und Bitten mit allen Brüdern und Schwestern auf der Erde verbunden" ist. 

Schwester M. Aureliana, seit Jahrzehnten Köchin, erinnert sich an die Osternacht. Eine ehemalige Schülerin berührte sie und bat: "Betet für mich!" Schwester M. Aureliana wusste, dass sie auf ihre Erfahrung mit einem Christuswort bauen konnte: "Bittet und ihr werdet empfangen."

Kontakt:

Schwestern Unserer Lieben Frau
Weseler Str. 15
47608 Geldern

Text: Delia Evers | Fotos: Delia Evers
04.05.2009

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