
Die Mauritzer Franziskanerinnen in ihrem Wohnzimmer über den Dächern von Wilhelmshaven: (von links ) Schwester Isfrida, Schwester Coronata, Schwester Dietgund und Schwester Burghild.
Mauritzer-Franziskanerinnen
Leben über den Dächern von Wilhelmshaven
Wilhelmshaven. Vier Mauritzer-Franziskanerinnen leben und arbeiten im Sankt-Willehad-Hospital in Wilhelmshaven. "Es ist eine schwere Aufgabe, aber es ist auch eine schöne Aufgabe", sagt Schwester Coronata. Sie ist die dortige Krankenhaus-Seelsorgerin. Dass sie aus voller Überzeugung spricht und dass an dieser Aufgabe ihr Herz hängt, merkt man sofort. "Alles, was man gibt, bekommt man auch zurück", sagt sie. "Die Menschen sind so dankbar."
Vier Schwestern leben in dem Konvent in Wilhelmshaven – im fünften Stock des Krankenhauses. Über den Dächern der Stadt, mitten im Leben. "Wir verstehen uns gut – und das muss auch so sein", sagt Schwester Coronata.
Jede von ihnen hat hier ihre Aufgabe: Schwester Isfrida ist mit 80 Jahren die älteste der vier Ordensfrauen. Sie stammt aus Lingen und kümmert sich um die Kapelle und die Hausarbeit. Schwester Coronata stammt aus Mesum bei Rheine, sie ist in der Krankenhaus-Seelsorge tätig. Dort arbeitet auch Schwester Dietgund aus Emsdetten. Schwester Burghild aus Bottrop-Kirchhellen ist für die Bücherei des Krankenhauses und das Verteilen der Post zuständig.
Zwei "Kleine" aus Indien
Und dann leben im Konvent noch "die beiden Kleinen", wie Schwester Coronata sie liebevoll nennt: Zwei Mitschwestern aus Indien, 32 und 33 Jahre alt, die in Wilhelmshaven ihr Krankenpflege-Examen machen. "Schwester Jeena und Schwester Tissa leben schon vier Jahre bei uns."
Der Altar in der Kapelle des Willehadhospitals, vor dem die Schwestern die Anliegen der Internetnutzer von "kirchensite.de" für einen Monat in ihr Gebet aufnehmen werden. |
"Haus B, Station 2" – die Ordensfrau drückt den Knopf des Fahrstuhls. Dort befindet sich die Kapelle. "Vorher zeige ich Ihnen aber noch unser Verabschiedungszimmer.". Die Schwester öffnet die Tür zu einem stimmungsvollen Raum. Das Licht kann hier gedämmt werden, an der Wand hängt ein Christusbild aus dem Mutterhaus in Münster und ein Bild der Gottesmutter. "Wir sind froh, dass wir diesen Raum haben", sagt sie. Verwandte eines Verstorbenen, die manchmal von weit her kommen, könnten sich hier verabschieden. "Das wäre auf der Station so nicht möglich."
Vier Mal in der Woche wird in der Krankenhaus-Kapelle die heilige Messe gefeiert: Sonntags um 8 Uhr 45, montags um 18 Uhr 30, dienstags um 18 Uhr und donnerstags um 18 Uhr 30. Morgens um 7 Uhr laden die Ordensfrauen täglich zur Laudes ein. "Gemeinsam beten ist immer schöner", sagt Schwester Coronata.
Ruheort
Die Kapelle bezeichnen die Ordensfrauen als einen "Ort der Ruhe". So laden zum Beispiel die bunt verzierten Fenster, die die Mutter Gottes Litanei und den Heiligen Willehad zeigen, zum Betrachten und Verweilen ein. Willehad gilt als "Missionar der Friesen", war der erste Bischof von Bremen und ist im neunten Jahrhundert an der friesischen Küste gestorben.
Anfang des vorigen Jahrhunderts kamen die ersten Mauritzer Franziskanerinnen nach Wilhelmshaven. "Sie haben erst in einer Schule gewohnt", berichtet Schwester Coronata, "unter dem Dach." Im Lazarett der Marine hätten sie die kranken Soldaten gepflegt – alles unentgeltlich. Im Jahr 1905 wurde schließlich das Sankt-Willehad-Hospital gebaut. Seit 1968 ist dem Krankenhaus auch eine Krankenpflegeschule angeschlossen.
Kontakt:
Mauritzer Franziskanerinnen
Ansgaristr. 12
26382 Wilhelmshaven
Tel: 04421 / 2081060
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Text: Katharina Deuling | Fotos: Katharina Deuling
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