
Schwester Bertwalda engagiert sich als Sakristanin in der Krankenhauskapelle und ist Oberin des Hauskonvents.
Clemensschwestern in Isselburg-Anholt
Schwestern täglich im Einsatz für andere
Isselburg-Anholt. "Als ich meinen Mitschwestern berichtete, dass unser Konvent sich im Dezember für die Klosterfürbitten einsetzten soll, kam die Antwort meiner Mitschwestern prompt: Natürlich machen wir mit, uns im Gebet für andere einzusetzen, tun wir doch sowieso jeden Tag", erinnert sich Schwester Maria. Täglich kommen die Schwestern morgens zur Laudes und abends zur Vesper in der Hauskapelle des Konvents zusammen, um zu beten. Am Wochenende und am Dienstag feiern sie dort mit Pfarrer Peter Lucas die Eucharistie. "Die pflegebedürftigen Schwestern haben die Gelegenheit, die Gottesdienste über das Fernsehen mitzufeiern", sagt Schwester Maria. Dazu treffen sie sich im Gebetsraum auf der Pflegestation, um gemeinsam zu beten und die Messe zu feiern.
35 Clemensschwestern leben im Konvent in Anholt. 25 Schwestern gehören zum Seniorenkonvent, zehn zum Hauskonvent. Die zehn Ordensfrauen haben unterschiedliche Aufgaben im Augustahospital oder in der Seelsorge der Anholter Pfarrgemeinde übernommen. Schwester Bertwalda zum Beispiel engagiert sich als Sakristanin für Liturgie in der Krankenhauskapelle. Darüber hinaus ist sie die Oberin des Hauskonventes.
Schwester Maria (rechts) arbeitet zeitweise an der Pforte des Augustahospitals. |
Schwester Marie-Theres arbeitet in der Seelsorge mit und übernimmt beispielsweise an bestimmten Tagen zum Beispiel den Beerdigungsdienst in der Gemeinde. "Ihre Erfahrung in der Seelsorge kommt uns auch im Hospital zu Gute", sagt Schwester Maria. "Zum Beispiel dann, wenn sie Meditationen für die Patienten anbietet." Schwester Maria kümmert sich um die Krankenhausbibliothek und arbeitet an der Pforte mit. Schwester Hubertine ist in der Seelsorge im Altenheim in Haldern tätig und Schwester Regina-Maria in der ambulanten Pflege.
"Obwohl auch wir älter und weniger werden, sind wir im Krankenhaus präsent", sagt Schwester Maria. "Unsere Patienten sind chronisch krank. Sie leiden in der Regel an Multipler Sklerose oder an Parkinson und kommen immer wieder in unser Krankenhaus. Wenn sie uns sehen, freuen sie sich, auch deshalb weil sie dann einen bekannten Menschen treffen."
Die Windmühle im idyllischen Park des Augustahospitals. |
Die Clemensschwestern sind auch in Anholt der gute Geist des Hauses, eine Eigenschaft, für die sie auch in vielen anderen Einrichtungen im Bistum bekannt sind. Nicht von ungefähr hat sich der gute Ruf der Clemensschwestern speziell im Krankenhauswesen entwickelt. Seit vielen Jahrzehnten kümmern sie sich um die körperliche Gesundheit wie das seelische Wohl der Patienten. Gemäß den Ursprüngen der Gemeinschaft.
Der Stifter der Ordensgemeinschaft, Clemens-August Droste zu Vischering, hatte im Jahr 1808 aus der Not der damaligen Zeit die Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern (Clemensschwestern) gegründet. Sein Vorbild war der in hohem Maße in der Armen-, Kranken- und Waisenfürsorge tätige heilige Vinzenz von Paul. Daher sieht die Ordensgemeinschaft ihre besondere Aufgabe im heilenden Dienst am Menschen. Dieses Fundament prägt bis heute die Arbeit aller an der Aufgabengestaltung beteiligten Ordensschwestern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Auch in Anholt. Die Geschichte des Hospitals begann im Jahr 1850, als sich die Anholter Fürstin Augusta zu Salm-Salm mit Nachdruck und beispielhafter Hilfe für den "Städtischen Armenfonds" und für die Errichtung eines "christlich-geprägten Instituts" einsetzte. Zwei Clemensschwestern übernahmen am 25. März 1850 die pflegerische Betreuung von Armen, Kranken und Hilflosen in der "Barmherzigen Schwestern-Anstalt". Nachdem die Clemensschwestern die "Barmherzigen-Schwestern-Anstalt" 1850 übernommen hatten, bekam das Haus später in Erinnerung an die Wohltaten der Fürstin Augusta den Namen Augustahospital.
Schwester Marana ist die Oberin des Seniorenkonvents. |
Das Augustahospital an seinem heutigen Platz wurde in kommunaler Trägerschaft am 1. Juli 1967 fertiggestellt. Ein halbes Jahr später, zum 1. Januar 1968, übernahmen die Clemensschwestern das 108-Bettenhaus aus städtischer Hand und sicherten den Fortbestand ihrer Arbeit im Anholter Krankenhaus. Aufgabe war die ortsnahe stationäre medizinische Versorgung mit einer Inneren, Chirurgischen und Gynäkologischen Abteilung.
Die Geburtsstunde der Neurologie im Augustahospital schlug im November 1981, als die zu diesem Zeitpunkt noch neben der Inneren Medizin bestehende Chirurgie in eine neurologische Abteilung umgewandelt wurde. Die Schließung der Abteilung der Inneren Medizin führte am 30. Juni 1988 zur Spezialisierung als Neurologische Fachklinik mit dem Schwerpunkt Multiple Sklerose und Parkinson. Zurzeit betreut die Klinik jährlich rund 1.500 Patienten. Etwa zwei Drittel davon sind - entsprechend der Schwerpunktbildung - Multiple-Sklerose-Patienten.
Kontakt:
Clemensschwestern
Augustastr. 8
46419 Isselburg-Anholt
Tel: 02874 / 460
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Text: Jürgen Kappel | Fotos: Jürgen Kappel
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