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Seite: Fragen + Glauben
11.02.2012
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Gespräch.

Schwester Gisela Maria, Provinzoberin der Schönstätter Marienschwestern, spricht mit einer Mitschwester.

Schönstatt-Au in Borken

Was für die Gesundheit – und die Seele

Borken. Es sind die kleinen, spontanen Begegnungen, die einen großen Eindruck hinterlassen: Sonntagmittag. An der Kapellentür stehen zwei Nordic-Walking-Stöcke - in der Kirchenbank sitzt eine Frau in Sportkleidung und sagt: "Das eine brauche ich für meine Gesundheit und das andere für meine Seele."

Schwester Gisela Maria erzählt von dieser Frau, die sie vor einigen Wochen in der Marienkapelle der Schönstatt-Au in Borken traf. Schwester Gisela Maria ist Provinzoberin für die Schönstätter Marienschwestern in den norddeutschen Bistümern. 50 Schwestern leben hier in der Kreisstadt Borken - mitten im Grünen und doch zentral.

Ein Marienbild und ein Kreuz hängen in der alten Kapelle der Schönstätter Marienschwestern.

"Bindeglied zwischen Orden und Laien"

Die Schönstatt-Au ist streng genommen kein Kloster, sondern eine Gemeinschaft innerhalb der Schönstatt-Bewegung – denn kirchenrechtlich gesehen sind die Marienschwestern ein "Säkularinstitut". "Wir sind ein Bindeglied zwischen Orden und Laien", erläutert die Provinzoberin. Wie im Orden leben auch die Schwestern in Borken in einer Gemeinschaft, gehen aber alle verschiedenen Berufen nach: Sie arbeiten als Seelsorgerinnen, Lehrerinnen oder Krankenschwestern - auch an Orten, an denen sie alleine sind und nicht in Schwesterngemeinschaft zusammenleben können.

Die Schönstätter Marienschwestern wollen nah am Alltag der Menschen sein. Und so gibt in der Borkener Schönstatt-Au das Tagungshaus den Tagesablauf der Schwestern vor. "An den Kursen nehmen Menschen teil, die einen festen Platz in der Kirche haben", sagt Schwester Gisela Maria. Jugendliche, Familien und Senioren kommen zu den verschiedenen Wochenend- und Tagesseminaren, weil sie den Glauben hier intensiver als in ihren Gemeinden erleben können.

Zwei Schwestern unterhalten sich vor der Marienkapelle.

Auf der Suche nach Ruhe

In der ländlichen Umgebung kommen auch immer wieder Radfahrer oder Jogger spontan zur Schönstatt-Au. Ihr Ziel ist die kleine Kapelle mit dem Marienaltar: Das "Schönstatt-Heiligtum". Und so ergeben sich spontane Begegnungen zwischen den Schwestern und den Besuchern, die auf der Suche nach Ruhe sind. Diesen Ort des Gebets zur Gottesmutter gibt es seit 50 Jahren. Erst vor Kurzem haben die Schwestern das goldene Jubiläum ihres Heiligtums gefeiert.

Die Schönstatt-Au ist nicht nur für Jogger und Radfahrer ein Erholungsort. Im Haus Marienfried finden ältere Schwestern der Gemeinschaft ihre Altersruhe. Wo ursprünglich nur Mitschwestern in der Pflege tätig waren, ist heute der Nachwuchsmangel am Dienstplan abzulesen: "Wir haben auch angestellte Pflegerinnen", sagt Schwester Gisela Maria. In den kommenden Jahren wird sie noch weitere Pflegekräfte anstellen müssen.

Zwei Schönstätter Marienschwestern und eine Altenpflegerin besprechen sich im Altenwohnheim Haus Marienfried.

Sorgen…

Gleichzeitig gibt es weniger berufstätige Schönstätter Schwestern. Die Provinzoberin ist besorgt: "Das bringt finanzielle Probleme mit sich und es werden auch Niederlassungen geschlossen werden müssen." Ein anderes Nachwuchsproblem ist mittlerweile allerdings gelöst: Im kommenden Jahr soll wieder ein emeritierter Pfarrer die Aufgaben eines Hausgeistlichen übernehmen.

Das Interesse der Gläubigen scheint indes ungebrochen zu sein: Einmal im Monat bieten die Schwestern ein Frauenfrühstück an. Die Frauen rund um Borken kommen so gern dort hin, dass die Schwestern mittlerweile drei Termine hintereinander ausrichten. "Wir möchten Persönlichkeiten stärken", beschreibt Schwester Gisela Maria die Ausrichtung ihrer Seelsorge. "Wer sich vor Gott wertvoll fühlt, der geht anders mit seinen Mitmenschen um", glaubt sie und möchte dies den Menschen vermitteln.

Mitten in der Gesellschaft den Glauben verkünden

In der Borkener Schönstatt-Au sind die Veranstaltungen und Seminare der Weg dahin. Die 200 Schwestern der norddeutschen Provinz gehen diesem Ziel in Schulen, Pfarrgemeinden oder Krankenhäusern nach. Denn die Schönstätter Marienschwestern leben mitten in der Gesellschaft und wollen von dort aus ihren Glauben verkünden.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterListe der Gemeinschaften, die bisher die Klosterfürbitte übernommen haben

Kontakt:

Säkularinstitut der Schönstätter Marienschwestern
Tel: 02861 / 9230
Fax: 02861 / 923101
Kapellenstr. 60
46325 Borken
Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.schoenstatt-au.de

Text: Benedikt Plesker | Fotos: Benedikt Plesker
01.09.2010

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