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Seite: Fragen + Glauben
25.05.2012
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Abtei Gerleve.

Die benediktinische Form der Sonntagsliturgie beeindruckt durch ihren Ernst, ihre Ruhe und die gregorianischen Gesänge.

Benediktiner in Gerleve

"Gerleve ist ein offenes Kloster"

Billerbeck-Gerleve. "Wer Gott sucht, findet die Menschen". Pater Marcel Albert umreißt mit diesem Wort des heiligen Benedikt die Aufgaben der Mönche in der Abtei Gerleve, die im August die Klosterfürbitte in kirchensite.de übernehmen. Der Ort der Stille, des Gebets und der Meditation inmitten der Baumberge ist eben auch ein "offenes Kloster", denn Gastfreundschaft gehört zu den Grundzügen der benediktinischen Lebensweise. Und so sind die Sorgen und Bitten der Nutzer von kirchensite.de hier in guten Händen.

Herausragend im flachen Münsterland

Heute leben, arbeiten und forschen 45 Benediktiner um Abt Laurentius Schlieker in dem wuchtigen Ensemble, das im flachen Münsterland mit seiner Lage von 125 Metern über dem Meeresspiegel schon "herausragend" ist. Die Abtei liegt auf dem Gebiet der Stadt Billerbeck – und nah an der Grenze. Ein Grund dafür, dass neben Menschen aus dem ganzen Münsterland und dem Ruhrgebiet auch viele Niederländer zu den regelmäßigen Besuchern gehören.

Dass Beichtstuhl und Messen, Angebote des "Forum Gerleve" und andere Veranstaltungen in der 2004 renovierten Klosterkirche nahezu immer gut besucht sind, hat für Pater Marcel mehrere Gründe. "Da ist natürlich das große Angebot unserer beiden Gästehäuser für rund 140 Menschen, in denen ständig Familienwochenenden, Exerzitien und Tage religiöser Orientierung für Schulklassen stattfinden – ein ganz wichtiges Standbein unseres Klosters. Doch auch der seit der Klostergründung gepflegte gregorianische Gesang der Mönche bedeutet für viele Menschen ein ganz besonderes Erleben."

Pater Marcel Albert lädt zu Gespräch und Gebet: "Kommen Sie doch persönlich vorbei und bringen Sie ihre Bitten mit hierher."

Die Tür steht offen

Sechs Mal am Tag – erstmals morgens um 5.20 Uhr, letztmals zur Komplet um 20.15 Uhr – findet man die Mönche in der hellen Kirche. Selten allein, denn auch dabei steht die Tür stets offen. "Wir sind sicher die Kirche im Bistum mit den längsten Öffnungszeiten", lächelt Pater Marcel, der sein zweites Zuhause in der Bibliothek des Klosters hat: Inmitten von rund 200.000 Werken vom neunten bis zum 21. Jahrhundert arbeitet er wissenschaftlich an der Geschichte des Benediktinerordens. "Lesen ist für uns alle sehr wichtig", sagt er. Neue Ideen fänden auch über die Literatur den Weg hinter die Klostermauer.

Apropos Mauer: Jene rund ums Klostergelände hat eine durchaus symbolische Lücke: "Sie wurde nie vollendet", sagt Pater Marcel. Wie übrigens auch die Abteikirche: "Der von Architekt Wilhelm Rincklake geplante Ostchor wurde mangels finanzieller Mittel nicht fertig gebaut. Seine heutige Gestaltung als schmucklose Wand spricht von dieser Unabgeschlossenheit."

Auf einem Balken – dem symbolischen Golgatha – stehen unter dem Kreuz die Mutter und der Lieblingsjünger Jesu. Alle Figuren spiegeln Leid, doch ebenso Würde und Hoffnung; der Gekreuzigte ist eben auch der Sieger über den Tod.

Imposante Kreuzigungsgruppe

Seit der Renovierung der Klosterkirche zum 100-jährigen Bestehen 2004 hängt vor dieser Wand allerdings eine imposante, aus Spanien stammende Kreuzigungsgruppe aus dem 13. Jahrhundert. Sie zieht den Blick auf sich, fordert den Betrachter heraus und ist nicht selten Thema von Predigten. "Hier hat der unbekannte Künstler es geschafft, neben dem offenkundigen Leid des Gekreuzigten, seiner Mutter und des Lieblingsjüngers Johannes auch eine Glaubenshaltung darzustellen, die Hoffnung möglich macht", deutet Pater Marcel.

Ob Begegnungen an der Klosterpforte, Beichtgespräche oder einfach das Darlegen von Sorgen: "Hier bei uns ist ein Ort des Rückzugs, aber auch der Ermutigung." Das gilt auch für die Bitten der Nutzer von kirchensite.de, die die Patres via E-Mail erreichen werden. "Sie werden an der Gebetswand ausgehängt und die Klosterbrüder nehmen sich ihrer dann an." Denn auch das Leben außerhalb der Klostermauern wird hier ernst und wahrgenommen: "Gerleve ist eben ein offenes Kloster."

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterListe der Gemeinschaften, die bisher die Klosterfürbitte übernommen haben

Kontakt:

Benediktinerabtei Gerleve
48727 Billerbeck
Tel: 02541 / 8000
Fax: 02541 / 800233
Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailkontaktabtei-gerleve.de
Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.abtei-gerleve.de

Text: Heike Hänscheid | Fotos: Sven Hänscheid (2), pd
02.08.2010

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