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Seite: Fragen + Glauben
25.05.2012
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Katharinenschwestern in Kinderhaus.

Oberin Schwester Friedburga (links) und Schwester Amanda besichtigen die Fortschritte am Labyrinth im Klostergarten. Es soll auch für die Besucher des Gästehauses ein Anziehungspunkt werden.

Katharinenschwestern in Kinderhaus

Trotz allem mit Zuversicht in die Zukunft

Münster-Kinderhaus. Im großen Garten wächst ein Labyrinth. Oberin Schwester Friedburga schaut beizeiten gern mal nach, welche Fortschritte das kreisrunde Projekt im Grünen macht. Wer wie die Katharinenschwestern pflanzt und sät, der stellt Weichen für die Zukunft, auch wenn sie – wie für viele deutsche Ordensgemeinschaften – alles andere als blühend aussehen mag. "Wir geben uns nicht selber ab", sagt Friedburga energisch und freut sich, dass die Schwestern in diesem Monat die Fürbitten der Nutzer von kirchensite.de in ihre Gebete einschließen.

Nach gut drei Jahren liegt die Aufgabe wieder einmal beim Konvent am Ermlandweg in Münster-Kinderhaus in den Händen der 14 Klosterfrauen. "Eigentlich liegt sie in unseren Herzen", sagt die Oberin. Sie möchte die guten, nachhaltigen Erfahrungen mit den vergangenen Fürbitten nicht missen.  Die Schwestern machen die Sorgen und Nöte, die sie per E-Mail erreichen, zu ihren eigenen, wenn sie die Anliegen in der Vesper laut formulieren und sie so mit den Mitschwestern teilen.

In einer Art Stammbaum haben die Schwestern die Entwicklung des Ordens festgehalten. Viele Verzweigungen erinnern an die Ausbreitung des Ordens, aber auch an schwere Momente wie die Vertreibung aus Ostpreußen

 Anliegen aus der ganzen Welt

"Besonders berührt hat uns bei den letzten Klosterfürbitten, dass das Medium Internet solche Anfragen aus nahezu der ganzen Welt in unsere Kapelle getragen hat", ergänzt Schwester Amanda. Sie erinnert daran, dass auch die Ordensstifterin Regina Protmann weltweiten Einsatz für die Nöte der Menschen im Sinn hatte. Die Kongregation der Schwestern von der heiligen Jungfrau und Märtyrin Katharina ist eine der ältesten aktiven Frauengemeinschaften, die seit ihrer Gründung 1571 ununterbrochen fortbesteht. Heute sind Katharinenschwestern in Afrika, Brasilien, Litauen oder auf den Philippinen karitativ tätig, weltweit sind 20 junge Frauen im Noviziat.

Liegt dort die Ordenszukunft? "Natürlich wissen wir, wie alt wir 118 deutschen Schwestern sind." Die Oberin sagt es ohne Resignation. "Hier in Münster ist die Älteste 86, die Jüngste inzwischen 50." Da verändern sich Aufgaben, da muss der Blick in die Zukunft realistisch sein und offen für Neues. "Ich denke etwa an die Idee der Fraternität, einer aus Brasilien gekommenen Bewegung", erzählt Schwester Friedburga. In Daun, Xanten und auch in Münster gibt es bereits solche kleinen christlichen Zellen, in denen Laien versuchen, im Geist der seligen Ordensstifterin ihr eigenes religiöses Leben zu vertiefen. "Das könnte ein Weg sein, auf dem auch hier in Deutschland auf neue Art etwas von den Katharinenschwestern weiterlebt", zeigen sich die Ordensfrauen angetan.

Die Fraternitäten werden im Juli ein wichtiges Thema sein, wenn beim Provinzfest viele deutschen Katharinenschwestern im münsterschen Provinzhaus zusammenkommen zu Gebet, Meditation, einem Gottesdienst mit Bischof Felix Genn und nicht zuletzt zum gemeinsamen Feiern rund um den Gedenktag der seligen Regina Protmann.

Die Erinnerung an die verstorbenen Mitschwestern hat im großen Garten rund um einen Gedenkstein einen Ort. Auch, wenn Ordenhäuser und Friedhöfe aufgegeben werden müssen, bleiben so die Namen der Ordensfrauen präsent.

Im Gebet Wichtiges für andere tun

Inmitten aller Umstrukturierungen – Ordenshäuser müssen verkauft, Konvente geschlossen, die Gemeinschaft, ihre Krankenhäuser, die weiteren Aufgaben auf einen guten Weg gebracht werden – sucht die Oberin Ermutigung für ihre Mitschwestern. Der Basar, die Unterstützung der Schwestern in Togo mit Hilfsgütern und das Gästehaus mit vielen Gruppen, die gerne immer wieder kommen zu Exerzitien und Tagungen, zu Priestertreffen oder Familienkreis-Wochenenden, sind solche Ermutigungen. "Hier bringen sich die Schwestern nach ihren Möglichkeiten ein." Auch die Fürbitten sind so eine wichtige Aufgabe: "Auch mit kleinen Kräften und ihrer vielen Zeit können die Schwestern dabei etwas Wichtiges für andere tun", resümiert Schwester Friedburga, warum sich aus einigen E-Mail-Bitten um ein Gebet sogar ein nachhaltiger Kontakt entwickelte.

Das Labyrinth im Garten des Klosters ist vielleicht ein gutes Bild für die Wege, die die Katharinenschwestern derzeit gehen: Sie sind auf zum Teil noch unübersichtlichen Pfaden unterwegs, aber sie wissen, wo der Mittelpunkt ist.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. undefinedKlosterfürbitte im Oktober 2006: Katharinenschwestern in Kinderhaus (01.10.2006)
  2. undefinedKlosterfürbitte im Mai 2003: Katharinenschwestern in Kinderhaus (01.05.2003)
  3. Öffnet internen Link im aktuellen FensterGemeinschaften, die bisher die Klosterfürbitte übernommen haben

Kontakt:

Kongregation der Schwestern von der heiligen Jungfrau und Märtyrin Katharina
Deutsche Provinz St. Katharina J.M.
Ermlandweg 11
48159 Münster-Kinderhaus
Tel: 0251 / 26310
Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailkatharinenschwestern-msarcor.de

Text: Heike Hänscheid | Foto: Heike Hänscheid
01.07.2010

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