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Seite: Fragen + Glauben
24.03.2017
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Sinai

El Greco: Der Berg Sinai.

Bibelarbeit zu Exodus 33, 7-11

Mose, der Freund Gottes

Halt in der Krise Israels

Hinführung zum Text

Was ist Freundschaft? Viele führen das Wort "Freund / Freundin" ziemlich oft im Munde. Wer nur oberflächlich hinhört, könnte der Meinung sein, viele Menschen seien miteinander befreundet. Stimmt das? Ist eine lockere Bekanntschaft, eine Kameradschaft oder eine Interessenverbindung schon Freundschaft? Freundschaft reicht tiefer als gemeinsame Interessen, als der gegenseitige Nutzen, als flüchtige Beziehungen. Dem Freunde suchenden kleinen Prinzen erklärt der Fuchs: "Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgend etwas kennenzulernen. Sie kaufen alles fertig in den Geschäften. Aber da es keine Kaufläden für Freunde gibt, haben die Leute keine Freunde mehr." (Antoine de Saint-Exupéry, Der Kleine Prinz, Kap XXI)

Freunde sind eine Seltenheit, ein Geschenk. Man kann sie weder bestellen noch machen, höchsten suchen, erwarten und sich schenken lassen. In ihnen leuchtet etwas von der Gnade des Lebens, des Menschseins auf. Der weise Jesus Sirach der Bibel schreibt dazu: "Ein treuer Freund ist wie ein festes Zelt; wer einen solchen findet, hat einen Schatz gefunden. Für einen treuen Freund gibt es keinen Preis, nichts wiegt seinen Wert auf. Das Leben ist geborgen bei einem treuen Freund. Ihn findet, wer Gott fürchtet" (Sir 6, 14-16). Freundschaft entsteht durch gegenseitiges Wählen, Erwählen und Erwähltwerden.

In einer Geschichte aus der jüdisch‑chassidischen Tradition wird von der Kostbarkeit der Freundschaft folgendes erzähltes: <Wie man einen Menschen lieben soll, habe ich von einem Bauern gelernt. Der saß mit anderen Bauern in einer Schänke und trank. Lange schwieg er wie die anderen alle; als aber sein Herz vom Wein bewegt war, sprach er seinen Nachbarn an: "Sag du, liebst du mich, oder liebst du mich nicht?" Jener antwortete: "Ich liebe dich sehr." Er aber sprach wieder: "Du sagst, ich liebe dich, und weißt doch nicht, was mir fehlt. Liebtest du mich in Wahrheit, du würdest es wissen." Der andere vermochte kein Wort zu erwidern, und auch der Bauer, der gefragt hatte, schwieg wieder wie vorher. Ich aber verstand: Das ist die Liebe zu den Menschen, ihr Bedürfen zu spüren und ihr Leid zu tragen.>

Der Text: Ex 33, 7-11

7 Mose aber soll das Zelt nehmen und es außerhalb des Lagers für sich aufschlagen, fernab vom Lager, und er soll es "Zelt der Begegnung" nennen, und so kann jeder, der JHWH aufsuchen will, herausgehen zum Zelt der Begegnung, das außerhalb des Lagers ist;
8 und wenn Mose zum Zelt herausgeht, stehen sie, das ganze Volk, auf, und jeder stellt sich an den Eingang seines Zeltes, und sie schauen hinter Mose her, bis er in das Zelt hineingegangen ist.
9 Und wenn Mose in das Zelt hineingeht, steigt die Wolke herab und bleibt am Eingang des Zeltes stehen, und er wird mit Mose sprechen.
10 Und wenn das ganze Volk die Wolkensäule sieht, die am Eingang des Zeltes steht, soll sich das ganze Volk aufmachen und sich niederwerfen, jeder am Eingang seines Zeltes.
11 Und JHWH wird zu Mose von Angesicht zu Angesicht sprechen, so wie einer mit seinem Nächsten / Freund spricht, und dann wird er zurückkehren zum Lager, aber sein Diener, Josua, der Sohn Nuns, ein junger Mann, soll nicht fortgehen aus der Mitte des Zeltes.

(Übersetzung: Christoph Dohmen, Exodus 19-40 (HThKAT), Freiburg 2004, 318)

Hintergründe

Wie ein Seitenblick ist dieser Abschnitt in den größeren Zusammenhang Ex 32,30 – 34,9 eingebettet, in dem Verhandlungen des Mose mit Gott gestaltet sind. In ihnen geht es darum, die Sünde des Volkes zu tragen und das Volk wieder als sein Volk anzunehmen, nachdem es mit der Herstellung und Anbetung des Goldenen Kalbes den Bund mit Gott gebrochen hatte. Gott sieht es jetzt als unmöglich an, in der Mitte seines Volkes zu wohnen. Im Zentrum der Verse, die von Gottes Freundschaft mit Mose sprechen, steht das Zelt bzw. der Umgang mit diesem Zelt. Es ist damals in der Situation der Wüstenwanderung das Heiligtum Israels. In seinem Zentrum steht Gottes Begegnung in der Wolkensäule mit Mose. Wenn Gott sonst im Exodusbuch in der Wolkensäule erscheint und zum Eingang des Zeltes kommt, handelt es sich immer um besondere Situationen. In der stillschweigenden Erinnerung daran kommt Mose von vorneherein auf diese Weise eine bedeutsame Rolle zu. Da das Heiligtum für Israel eine zentrale Aufgabe hat, wird das Besondere deutlich: Gott möchte mit Mose sprechen. Und er möchte es nur mit ihm. Und er tut es außerhalb des Lagers, nicht inmitten des Volkes.

Wie Gott mit Mose sprechen wird, das erläutert der Vers Ex 33,11. Er macht die Qualität der Kommunikation deutlich: "Von Angesicht zu Angesicht" hatte Jakob Gott bei seinem Kampf mit ihm gesehen (vgl. Gen 32,31; s. auch Gideon in Ri 6,22). In den letzten Worten der Tora, der fünf Bücher Mose, wird die Freundschaft des Mose mit Gott "von Angesicht zu Angesicht" als erster Grund für seine Einmaligkeit genannt (s. Dtn 34,10). "Wie einer mit seinem Nächsten / Freund spricht" spricht, verdeutlicht hier, dass es sich um eine Beziehung sozusagen "auf Augenhöhe" handeln wird. Gott kommt Mose so nahe, dass eine "gleichwertige" Beziehung möglich wird; beide sind füreinander wie menschliche Freunde. Dabei bleibt allerdings das "wie" von größtem Gewicht: Die Heilige Schrift kann sich nur mit menschlichen Vergleichen helfen, um eine so geheimnisvolle Realität zu benennen. Entscheidend bleibt jedoch das "Sprechen" in Verbindung mit der Wendung "von Angesicht zu Angesicht". Es geht um die Wortoffenbarung.

Begleitet werden soll dieses Geschehen durch die aufmerksame Anteilnahme des Volkes. Die Haltungen und Bewegungen der Israeliten entsprechen dem, was zwischen Mose und Gott geschieht. Wie Mose mit Gott spricht, so spricht später Mose mit dem Volk. Diese Entsprechung bildet sich schon ab, wenn Mose zum Zelt der Begegnung hinausgeht: Wenn er den Weg geht, stehen die Israeliten auf und verfolgen seine Bewegung gespannt mit ihrem Blick. Sobald sie wahrnehmen, wie Gott herabsteigt, werfen sie sich ehrfurchtsvoll zu Boden. So wie Gott sich klein macht, um dem Menschen Mose und damit auch dem Volk zu begegnen, wirft sich das Volk nieder, um dies mit einer entsprechenden Geste der Ergebenheit zu würdigen.

Es sind gottesdienstliche Haltungen: das erwartungsvolle Stehen und das Sich-Niederwerfen. Ihren Hintergrund haben sie in höflichen Formen der Gastfreundschaft. Mit diesen Gesten vollzieht das Volk Israel die Begegnung zwischen Gott und Mose mit. Während Mose als Gast zur Wohnung Gottes geht, stehen die Israeliten an den Eingängen ihrer Zelte, um den hohen Gast wie "im eigenen Zuhause" zu empfangen, wie es schon Abraham getan hat (vgl. Gen 18,2).

Mose nennt das Heiligtum "Zelt der Begegnung". Es befindet sich "fernab vom Lager", nicht mehr inmitten des Lagers (vgl. Ex 29,43-46) – nach der Sünde des Volkes, der größtmöglichen Schuld des Volkes gegenüber Gott. "Fernab vom Lager" - damit es wieder neu zwischen Gott und Israel beginnen kann, so wie es immer wieder in der Geschichte Gottes mit seinem Volk, in der Heilsgeschichte der Bibel gewesen ist: Gott kommt von draußen – und von draußen her schafft er, der Ferne, Nähe, umstürzende Nähe. Er verändert unser Leben, macht es neu, seit damals:

So hat es Gott vom Sinai her getan. Er kommt von der Wüste, in der kein Mensch überleben kann, zu Mose, der über die Steppe hinaus gegangen war, der sein Weidegebiet überschritten hat (vgl. Ex 3,1). Damit wird der Alltag überschritten. Gott lässt damals den Mose Außergewöhnliches sehen, den brennenden Dornbusch.

Das Wort und die Weisung für das Gottesvolk entstehen von außen, als das Volk noch in der Wüste unterwegs ist, vom Berg Sinai her, der ein Gegenüber zum Lager des Volkes darstellt. Wort und Weisung Gottes erweisen sich dann als kraftvoll, wenn der Mensch verspürt, dass er sie nicht autonom von sich ableiten kann. In diesem seinem Wort schenkt und schafft Gott orientierendes Geleit und Nähe und verhindert er die schlimmste Sklaverei: den Götzendienst, den selbstentworfenen Gott, der das Leben ungeläutert beherrschen kann.

Der Gott vom Sinai, von draußen im gegenüber zum Lager der Israeliten, verändert und bestimmt später die im Tempel von Jerusalem praktizierte Religion grundlegend. Der im Zelt mit Israel mitgehende Gott wohnt zwar jetzt im Tempel, doch er lässt sich nicht dingfest machen (vgl. 1 Kön 8,27-30).

Die Schöpfung entsteht, weil Gott es will und er sie erschafft. Er ist und bleibt ihr Gegenüber. Er ist auch ihr Prinzip und Fundament, und er ist ihr Anfang (vgl. Gen 1, 1).

Maria im Neuen Testament erfährt durch den Engel Neues über sich. Sie hört etwas, was sie von sich aus gar nicht wissen kann. Was sie zu hören bekommt, ist atemberaubend. Vom Engel, dem Boten Gottes, wird sie angesprochen: "Sei gegrüßt, Begnadete, der Herr ist mit dir" (Lk 1,28). Hier wird ihr Leben auf den Kopf gestellt, weil sie dieses "Wissen" von sich nicht aus sich selbst haben kann. Es lässt sie "aufstehen" (Lk 1,39). Doch es kommt "von außen", außerhalb ihres Wohnraums.

Auf freiem Feld, am Rande der Wüste, in der finstersten Nacht kommt Gott zu der kleinen Schar der Hirten. Hier schafft er Licht und Nähe. Jenes Licht, das die Finsternis der Welt zum Tag erhellt und ihre Rettung anbrechen lässt. Jene Nähe, die unbesiegbar sich den Menschen in ihrem Empfinden von Verlorenheit zusagt. Die scheinbar nebensächliche Notiz von den Umständen der Hirten bereitet vor, dass sich in dieser Nacht die Zeit unter dem Lichtstrahl der Offenbarung zu einem einzigen Augenblick zusammenzieht, in dem der ganzen Welt Heil zugesagt ist. Hier erweist sich "Gottes Treue … (als) … die Unbegreiflichkeit seiner alles durchdringenden Nähe" (Karl Rahner).

Schließlich, im Tod Jesu vor den Toren der Stadt (vgl. Hebr 13,12-14) kommt ins Bild, dass Gott unerwartet Neues beginnt, dass er noch aus dem Tod Leben schafft, dass er menschliche Vorstellung bei weitem übersteigt, dass er aus scheinbar unüberbrückbarer Ferne im Tod noch Nähe schafft, dass er eine unerwartete Brücke baut.

Das Wort von Mose als dem "Freund Gottes" ist hineingesetzt mitten in eine der heikelsten Phasen der Geschichte Israels. Nach dem Bundesbruch durch die Errichtung und Anbetung des Goldenen Kalbes stellt Gott sich die Frage, wie die Verbindung zwischen ihm und Israel überhaupt weitergehen kann (vgl. Ex 33,4-6). Genau hier entsteht in diesen Versen der Blick in die Zukunft, in der Mose diese entscheidende Person zwischen Gott und Israel sein wird – als Freund Gottes. Sowohl seine anhaltende spätere Vertrautheit mit Gott als auch die entsprechende Aufmerksamkeit Israels bereiten die innere Wandlung Gottes vor, die Israel eine neue Zukunft nach dem Bundesbruch, dem Abfall von Gott in der Verehrung des Goldenen Kalbes ermöglicht. Mose ist der, durch den auch die Beziehung zwischen Gott und Israel wieder wächst.

Was macht nun Mose als Freund Gottes aus?

1. Mose als Freund Gottes ist der Offenbarungsmittler. Was Gott zu ihm und er zu Gott spricht, das ist das Entscheidende. In der Unmittelbarkeit des Sprechens wird erkennbar, was Gott will. Das ist ja eine Grundeigenschaft, die Freunde auszeichnet und miteinander verbindet: die Treue. Der Grund der Treue ist eine Erfahrung, Erkenntnis, Entdeckung und Begegnung, in der der Freund an das Geheimnis des Freundes rührt und auf eine geradezu wurzelhafte Gemeinsamkeit stößt, deren Spuren sich nicht mehr verwischen und vergessen lassen. Diese existentielle Berührung ist wie eine Verheißung, die in der Gestalt der Sehnsucht, der Verantwortung und Erfüllung den Weg der Freunde begleitet. An der Treue werden Freunde einander und sich selber offenbaren. Sie zeigt, wer sie sind. Im gemeinsamen Sprechen finden sie dahin. Gott und Mose sind in ihrer Freundschaft, in ihrem Sprechen in allem auf das Volk Israel bezogen. Mose hält das nicht für sich, sondern öffnet das, was Gott ihm vermittelt, seinem Volk und gibt es ihm weiter, damit es immer wieder neu anfängt zwischen Gott und dem Volk.

2. Ein bekannter Gradmesser der Freundestreue ist immer die Not. Ein wahrer Freund läuft auch dann nicht davon, wenn sich einmal keine Lösungen oder Aussichten zeigen. Er steht und bleibt. Nicht selten verhält es sich so, dass die wahre Hilfe oder der echte Trost nicht in bestimmten Aktionen oder Ratschlägen bestehen, sondern in der Zusicherung: "Was auch kommen mag, ich bleibe bei dir und stehe zu dir." Israel ist in die Unverlässlichkeit in der einmaligen und gewachsenen Beziehung zum Anderen, zu Gott, hineingerutscht. Das ist der Wesenskern seiner Schuld und seiner nachfolgenden Not. Mose bleibt bei Israel, seinem Volk. Er setzt seine einmalige Nähe mit Gott ein und hilft zur Versöhnung. Seine menschliche Weise von Gott zu sprechen, öffnet Dimensionen menschlichen Lebens und legt neu frei, wie die Beziehung wieder erneuert werden kann.

3. Ein anderes Kennzeichen wirklicher Freundschaft ist das Privileg des Bittens. Einen Freund darf man um alles bitten. Mose erscheint als der große Fürbitter. Er bringt die Belange des Gottesvolkes, besonders dessen Halsstarrigkeit und Versagen, vor Gott. Er springt für sein Volk "in die Bresche". Darin ist der der Prototyp des Propheten. Worin besteht seine prophetische Aufgabe? In Ps 106,19-23 wird sie so beschrieben: "Sie machten am Horeb ein Kalb und warfen sich vor dem Gussbild nieder. Die Herrlichkeit Gottes tauschten sie ein gegen das Bild eines Stieres, das Gras frisst. Sie vergaßen Gott, ihren Retter, der einst in Ägypten Großes vollbrachte, Wunder im Land Hams, furchterregende Taten am Schilfmeer. Da fasste er einen Plan, und er hätte sie vernichtet, wäre nicht Mose, sein Erwählter, für sie in die Bresche gesprungen, so dass Gott sie im Zorn nicht vertilgte." In dem doppelten Vergehen Israels, im Verstoß gegen das erste Gebot durch die Verehrung des Goldenen Kalbes und in der Gottvergessenheit erhebt Mose seine Stimme. Er bezeugt die Wirklichkeit des lebendigen Gottes. Mose ist Anwalt Gottes und Sprachrohr Gottes für das Volk, das Gefahr läuft, die Taten Gottes zu vergessen und somit den Gott seines Lebens und seiner Geschichte aus dem Blick zu verlieren. Mose ist zugleich auch Anwalt des Volkes vor Gott. Durch seine Fürbitte bei Gott wendet er das göttliche Gericht ab. Israel weiß: Wir verdanken uns und unsere Existenz dem fürbittenden Eintreten des Mose: "Gott hätte sie vernichtet, wäre nicht Mose, sein Erwählter, für sie in die Bresche gesprungen." Die Selbstverständlichkeit des Bittens ist ein Zeichen des Vertrauens und des Vertrautseins. Deswegen ringt Mose mit Gott für sein Volk.

4. Der Freundschaft kommt unter uns Menschen ein fester Platz zu. Sie gehört zum Kostbarsten, was Menschen miteinander verbindet. Sie gehört aber auch mitten hinein in die Beziehung zwischen Gott und Mensch. Beide sollen einander wie Freunde begegnen. Es soll geradezu "Sichtkontakt" geben, der allerdings nicht statisch sich auf Sichtbares ausrichtet, sondern im Dialog sich für das Wesen, das "Angesicht", die Zuwendung des Anderen öffnet. Es geht nicht um das unmittelbare Sehen-Wollen Gottes, sondern um das Beste, das Gott Mose und uns allen "zeigen" kann – in seinem Wort: sein Wesen, das in seinem Namen sich verbirgt: Güte und Erbarmen (s. Ex 33,19). Gott gibt sich aufgrund der Verhandlungen mit Mose schließlich nicht mit einer einfachen Versöhnung zufrieden. Er wandelt den Schmerz seiner Verletzung in einen noch größeren Ausdruck seiner Zuneigung (s. Ex 34,6-9).

Anregung für eine Bibelarbeit:

Gebet zur Eröffnung:
Du lebendiger Gott,
mit deinem Wort
kommst du uns entgegen.
Öffne unsere Ohren und unser Herz,
dass wir unter den vielen Worten,
die erklingen,
heute das eine hören,
das uns stärkt,
das uns tröstet,
das uns fordert
und das uns voranbringt
auf dem Weg zu dir.
Dir sei Lob in Ewigkeit.
(Egbert Ballhorn)

Die Bibelarbeit orientiert sich an der erfahrungsdichten Hilfe der lectio divina (der göttlichen Lesung), die hilft, dem Wort Gottes auf die Spur zu kommen.

1. SAMMELN
Die Gruppe versammelt sich um das Wort Gottes aus Ex 33,7-11. / Eine/r aus der Gruppe stellt seine Bibel zur Verfügung, sie wird von der Leitung in Stille und langsam von Hand zu Hand gegeben, bis sie wieder am Ursprung ankommt. / Dann wird die Bibel geöffnet und die Textstelle aufgeschlagen, die geöffnete Bibel wird zur Kerze in der Mitte der Runde gelegt. Es folgt ein Gebet zum Heiligen Geist. / Alle bekommen den (vorbereiteten) Schrifttext auf einem Blatt ausgeteilt. / Der Bibeltext wird laut vorgelesen. / Es folgt ein Moment der Stille. / Alle sind eingeladen, auffallende Worte und Wendungen laut zu lesen – ohne jeden Kommentar.

2. BEGEGNEN
Auf den Leseblättern sind zwei Fragestellungen angegeben. Im ersten Schritt beschäftigen sich alle persönlich zuerst nur mit der ersten Frage: Ich lese den Text: Welche Worte im Text bezeichnen für mich etwas Positives, welche etwas Negatives? Was löst das Wort vom "Freund" in mir aus? Wie sehe ich das Verhältnis von Gott und Mose? – Dazu erfolgt ein Austausch, in dem alle ihre Beobachtungen zur Frage mitteilen. Die zweite Frage hat die Richtung: Der Text liest mich! Das Wort Gottes spricht in mein Leben. Für diesen Schritt nehmen sich alle 3-5 Minuten Zeit. Die frage: In welchem Verhältnis sehe ich mich zu Gott? Wo trete ich für andere bei Gott ein? Wo trete ich für Gott bei anderen ein? Darauf folgt ein kurzer Austausch.

3. WEITERGEHEN
Der Text wird noch einmal laut vorgelesen, alle konzentrieren sich auf das Hören. Das Wort soll in meinem Leben wirken. Alle antworten auf den Text mit einem freien Gebet. Dann überlegt jede/r, was er/sie als Schriftwort oder als Gedanken mit in die Woche und in das Leben nehmen möchte. Das Treffen endet mit einem gemeinsamen Lied oder Gebet, z. B.: "Schweige und höre, neige deines Herzens Ohr, suche den Frieden."

(vgl. dazu: dem WORT auf der Spur. Das Lectio-Divina-projekt des Bibelwerks. Lesejahr C, Stuttgart 2010)

Buchhinweis:

Christoph Dohmen, Exodus 19 – 40 (HThKAT), Freiburg 2004

Antoine des Saint-Exupéry, Der Kleine Prinz, Düsseldorf 1971

dem WORT auf der Spur. Das Lectio-Divina-projekt des Bibelwerks. Lesejahr C, Stuttgart 2010

Zum Herunterladen:

  1. Leitet Herunterladen der Datei einBibelarbeit zu Exodus 33, 7-11

Mehr Informationen im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.kirchensite.de/bibelarbeiten

Text: Spiritual Dr. Paul Deselaers, Münster, Katholisches Bibelwerk im Bistum Münster (Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.bibelwerk.de) in Kooperation mit Öffnet externen Link in neuem Fensterkirchensite.de | Foto: Archiv
Februar 2010

 

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